Sommer-Prognose
Siebenschläfer mag es nass - jetzt sieben Wochen Regen?
Wir befinden uns mitten im Siebenschläfer-Zeitraum, der sich von Ende Juni bis zum Ende der ersten Juliwoche zieht. Laut Bauernregel bestimmt er das Wetter für die kommenden Wochen. Nach dem vorhergesagten Regen zuletzt und in den nächsten Tage deutet viel darauf hin, dass es ein verregneter Sommer wird. Ein wenig mehr Aufschluss könnte da ein Blick in die Langfristprognose des europäischen Wettermodells und der amerikanischen Wetterbehörde NOAA bieten.
Mehr Regen in der Langfristprognose

In der Prognose für den Hochsommer ist weiterhin viel Bewegung. So zeigt etwa die experimentelle Langfrist der NOAA (amerikanischer Wetterdienst) einen gebietsweise viel zu trockenen Verlauf für den Juli. Zudem bewerten es die klassischen Wettermodelle teilweise ganz anders. Beispielsweise zeigt das GFS-Modell, das bis zum 18. Juli berechnet wird, insbesondere in der Südhälfte Deutschlands reichlich Regen. Gebietsweise wären demnach 40 bis 80, teilweise auch über 100 Liter pro Quadratmeter denkbar. In den Alpen haben die Vorhersagen sogar bis über 150 je Quadratmeter in den Berechnungen.
Dazwischen liegt das europäische Wettermodell (ECMWF). Dort sagt die Grafik zwar einen recht nassen Juli voraus, denn nahezu an jedem Tag ist Niederschlag in der Grafik verzeichnet. Am Ende liegen die Regensummen aber immer noch unter dem langjährigen Mittel. So würde am Ende ein Minus von rund 26 Litern stehen.
Sommerwetter in weiter Ferne?

Die Temperaturen liegen laut europäischen Wettermodell deutschlandweit zwischen durchschnittlich 15 zu Beginn und 27 Grad zum Ende des Julis. Damit liegt der Monat 1,8 Grad über dem langjährigen Mittel. Oberhalb der Langzeitmessungen liegt auch der Trend für den August. Dort liegen die Temperaturen durchschnittlich 2,1 Grad über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Allerdings steht dem ein sattes Minus von 48 Litern bei den Regensummen gegenüber. Auch die NOAA sieht die Temperaturen mit wenigstens 1 Grad über dem genannten Zeitraum. Beim Niederschlag geht das amerikanische Wettermodell aber nicht so weit. Bis auf Teile im Osten, Westen und Südwesten liegen die Niederschlagssummen bei den üblichen Mengen.
Für die Weichenstellung zum sonnigen und unbeschwerten Sommerwetter fehlt weiterhin ein stabiles Hoch. Aber für die Weichenstellung des Siebenschläfer-Zeitraums bleibt noch Zeit. In etwa bis um den 10. Juli haben wir noch, sodass das Daumendrücken auf jeden Fall lohnt.
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(bal, kfb)