Sensationelle Entdeckung

NASA findet flüssiges Wasser auf dem Mars

Auf dem Mars gibt es offenbar heute noch flüssiges Wasser. Darauf deuten neue Analysen von Messdaten der Raumsonde ‚Mars Reconnaissance Orbiter‘ (MRO) der NASA hin. Salziges Schmelzwasser könnte demnach regelmäßig im Marssommer manche Steilhänge hinabfließen, berichten Forscher um Lujendra Ojha vom Georgia Institute of Technology in Atlanta im Fachblatt ‚Nature Geoscience‘.

Die Analysen sind der bislang beste Beleg dafür, dass es auch heute noch zumindest zeitweise flüssiges Wasser auf dem Roten Planeten gibt. Dies rechtfertige eine genauere astrobiologische Untersuchung der betroffenen Hänge, betonen die Forscher.

ACHTUNG: DIESER BEITRAG DARF NICHT VOR DER SPERRFRIST, 28. September 17.00 UHR, VERÖFFENTLICHT WERDEN! EIN BRUCH DES EMBARGOS KÖNNTE DIE BERICHTERSTATTUNG ÜBER STUDIEN EMPFINDLICH EINSCHRÄNKEN.HANDOUT - These dark, narrow, 100 meter-long streaks called recurring slope lineae flowing downhill on Mars are inferred to have been formed by contemporary flowing water. Recently, planetary scientists detected hydrated salts on these slopes at Hale crater, corroborating their original hypothesis that the streaks are indeed formed by liquid water. The blue color seen upslope of the dark streaks are thought not to be related to their formation, but instead are from the presence of the mineral pyroxene. Photo: NASA/JPL/University of Arizona/dpa (ACHTUNG REDAKTIONEN: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und Nennung des Urhebers: NASA/JPL/University of Arizona/dpa - zu dpa: «Marssonde findet Hinweise auf flüssiges Wasser» vom 28.08.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Flüssiges Wasser ist von zentraler Bedeutung für Leben, wie wir es kennen. Auf dem Mars wurden bereits verschiedene Wassereisvorkommen und zahlreiche Hinweise auf ausgetrocknete Gewässer gefunden. Flüssiges Wasser selbst hingegen wurde bislang nicht direkt beobachtet. Seine Entdeckung hätte Bedeutung für die Suche nach vergangenem oder womöglich noch existierendem Leben auf dem Roten Planeten.

Sofern an den beobachteten Marshängen tatsächlich zeitweilig flüssige Salzlauge fließe, könnten dort vorübergehend feuchte Bedingungen am Marsboden herrschen, hieß es nun. Allerdings sei die Wasseraktivität in der Lauge möglicherweise zu gering, um uns bekannte Mikroorganismen gedeihen zu lassen.

Die Forscher um Ojha hatten auffällige Fließstrukturen untersucht, die sich im Sommer regelmäßig an manchen Steilhängen auf dem Mars formen. Die in der Regel nur wenige Meter schmalen Strukturen entstehen, wenn die Temperaturen an den Hängen über rund minus 20 Grad Celsius klettern und regelmäßig auch den Gefrierpunkt übersteigen. Schon seit der Entdeckung dieser Fließstrukturen spekulieren Forscher, dass sie von flüssigem Wasser stammen könnten, dessen Gefrierpunkt und Verdunstung durch Salze erheblich herabgesetzt wurde. Dieses Wasser könnte von Eis abschmelzen, das unter dem Marsboden vermutet wird, oder von den Salzen aus der dünnen Marsluft gebunden werden.