Höhepunkt der Sternschnuppen

Leoniden-Spektakel im November 2020: Der Sternschnuppen-Regen ist da

ARCHIV - Der Sternenhimmel ist am 19.11.2009 auf dem Schauinsland bei Freiburg zu sehen. Sterne aus dem Meteorstrom der Leoniden sind auf dem Bild erkennbar. Die Aufnahme wurde mit Langzeitbelichtung gemacht. Der Baum wurde dabei mit mehreren Blitzen vom Fotografen angeleuchtet. (Zu dpa "Sternschnuppenschauer der Leoniden erreicht Maximum" vom 14.11.2017) Foto: Patrick Seeger/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Die Leoniden haben im November ihren Höhepunkt am Sternenhimmel.

Gibt es etwas Schöneres als eine Sternschnuppe am Nachthimmel zu entdecken? Na gut, vielleicht schon, aber wenn man eine erhaschen kann, macht einen das doch irgendwie glücklich. Dann heißt es schnell die Augen schließen und sich etwas wünschen. Und wer glaubt, er könne nur im August besonders viele Sternschnuppen entdecken, der irrt, denn im November haben die Leoniden ihren Höhepunkt – in diesem Jahr allerdings mit einer eher bescheidenen Fallrate. Aber ein paar Wünsche sind dennoch drin.

Höhepunkt der Leoniden in der Nacht vom 17. auf den 18.

Der Sternschnuppenstrom der Leoniden am 19.11.1999 an einem wolkenlosen Himmel in der Nähe von Valencia. Bei der Silhouette des Stiers handelt sich um eine Reklametafel. Ursache für den Leonidenstrom ist der Komet "Tempel-Tuttle", der in 33 Jahren einmal die Sonne umrundet. Wenn er auf seiner elliptischen Bahn der Sonne besonders nahe komme, werden Staubteilchen aus dem Kometen hinausgeschleudert, die dann meist leicht versetzt hinter ihm her ziehen. Jedes Jahr kommt die Erde bei ihrem Umlauf um die Sonne in die Bahnnähe des Kometen. Dann treten die millimeter- bis zentimetergroßen Partikel  in die Erdatmosphäre ein und verglühen als Sternschnuppe. In den meisten Teilen Deutschlands verdeckten leider dichte Wolken die Sicht.ACHTUNG: Die sichtbaren Streifen zeigen in der Regel Lichtspuren von Sternen,  Satelliten, der ISS oder Luftmolekülen. Meteoriten  (Sternschnuppen) sind aufgrund der kurzen Zeit des Einschlages und der relativ geringen Lichtintensität meist nicht fotografierbar.
Sternschnuppenstrom der Leoniden über Spanien

Der Sternschnuppenstrom der Leoniden ist vom 13. bis 30. November aktiv. In der Nacht vom 17. auf den 18. November erreicht das Spektakel sein Aktivitätsmaximum und der imposante Sternschnuppenregen ist am nächtlichen Himmel zu beobachten. In der kommenden Nacht sind im Süden die Chancen am besten, die Sternschnuppen zu sehen, am besten von einem Berg mit wenig Umgebungslicht. Im Norden sind meist noch dichte Wolken unterwegs. In der Mitte braucht es etwas Glück, größere Wolkenlücken zu erwischen. Dann sind bis zu 15 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen.

Leoniden sind ein über 1.100 Jahre alter Sternschnuppenstrom (Meteorstrom), der uns jedes Jahr im November ein Naturschauspiel der besonderen Art am nächtlichen Himmel bietet. Den Namen gibt den Leoniden ihr Ausgangspunkt, der sogenannte Radiant, der im Sternbild des Löwen (lat. leo = der Löwe) steht.

Mehrere Tausend Sternschnuppen pro Stunde früher

Hier sind die Leoniden-Sternschnuppen am besten zu beobachten.
Hier sind die Leoniden-Sternschnuppen am besten zu beobachten.

Ursache für das Phänomen sind die Trümmerteilchen (Meteoroiden) des Kometen 55P/Tempel-Tuttle, die auf seiner Flugbahn mit einer geozentrischen Geschwindigkeit von etwa 71 km pro Sekunde um die Sonne rasen. Wenn die Erdbahn nun diese Trümmerwolke kreuzt, verglühen die Meteoroiden beim Eindringen in die Erdatmosphäre und werden als Sternschnuppen (Meteore) für uns sichtbar. Leider hat das Schauspiel in den letzten Jahrhunderten an seiner Intensität verloren. Das liegt an der Streuung der Trümmerwolke des Ursprungskometen.

Alle 33 Jahre kreuzt die Erde die Umlaufbahn des Kometen Tempel-Tuttle und dann ist die Anzahl der sichtbaren Leoniden besonders groß, ein Meteoritenschauer von mehreren tausend Sternschnuppen pro Stunde kann dann beobachtet werden, so etwa 1966. Im November 1833 soll das imposante Schauspiel bis zu 200.000 Sternschnuppen pro Stunde geboten haben.