Ursachen, Symptome und Behandlung von Kälteallergie
Diagnose Urtikaria! Wenn kalte Luft zur Tortur wird - zwei Betroffene berichten
Schöne, trockene und eiskalte Luft – im Winter genießen das viele Menschen!
Für Menschen, die eine „Kälteallergie“ haben, ist die Lebensqualität allerdings genau bei diesem Wetter stark eingeschränkt. Im Video berichten zwei betroffene Frauen, mit welchen unangenehmen Symptomen und Beschwerden sie zu kämpfen haben, wenn die Temperaturen sinken.
Überreaktion des Immunsystems – auf Kälte
Eine Kälteallergie ist keine klassische Allergie, sondern vielmehr ein Nesselausschlag. Schon der Kontakt mit kalter Luft oder kaltem Wasser, aber auch mit sehr kühlen Gegenständen, Speisen oder Getränken führt bei Betroffenen innerhalb kürzester Zeit zur Bildung von juckenden Quaddeln an einzelnen Körperstellen oder am ganzen Körper. „Der medizinische Überbegriff für eine solche plötzliche Quaddelbildung ist Urtikaria, Nesselausschlag oder Nesselsucht“, klärt die AOK auf ihrer Website auf. Die genauen Ursachen sind bislang nicht erforscht.
Im Kern handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems – in diesem speziellen Fall eben auf Kälte. Der Körper betrachtet sie als Eindringling und startet einen Angriff, bei Kontakt mit Kälte schütten die Mastzellen Histamin und andere Botenstoffe aus.
Diese Symptome sind typisch für die „Kälteallergie“
Diese Stoffe rufen dann die typischen Symptome der Urtikaria hervor: Die Haut reagiert mit juckenden, roten Quaddeln, die stark an Brennnesseln erinnern. Diese können in Größe und Anzahl variieren und treten vor allem an den Stellen auf, die der Kälte ausgesetzt waren. Manchmal schwellen auch tiefere Hautschichten an, was zu einem Angioödem führt. Augenlider, Lippen und Hände sind häufig betroffen. Im Gesicht kann ein Angioödem erschreckend aussehen, ist aber meist harmlos. In seltenen Fällen kann es zu noch schwereren Reaktionen kommen. Betroffene können Atemnot, Schwindel, Blutdruckabfall oder sogar einen anaphylaktischen Schock erleiden.
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So wird eine Kälteurtikaria diagnostiziert und behandelt
In der Regel führt der Arzt einen sogenannten Kältetest durch. Dabei wird ein Eiswürfel für einige Minuten auf die Haut gelegt. Bildet sich an dieser Stelle eine Quaddel, ist dies ein deutlicher Hinweis auf eine Kälteurtikaria. Zusätzlich wird der Arzt den Patienten nach seinen Beschwerden und möglichen Auslösern befragen.
Wie kann eine Kälteurtikaria behandelt werden?
- Kälte meiden: Der beste Schutz ist, die Trigger zu kennen und Kälte möglichst zu vermeiden. Im Winter bedeutet das, warme Kleidung, Mütze und Handschuhe zu tragen. Außerdem sollten Betroffene kalte Getränke und Speisen meiden und im Sommer beim Schwimmen vorsichtig sein.
- Antihistaminika: Diese Medikamente blockieren die Wirkung des Histamins und können so die Symptome der Nesselsucht lindern. Sie werden meist in Tablettenform eingenommen. Bei schwerer Kälteurtikaria, die nicht auf Antihistaminika anspricht, kann der Arzt auch andere Medikamente verschreiben.



