Die Hundstage sind da

Wann wird der Sommer 2024 noch so richtig heiß?

von Claudia Träger

Die heißeste Phase des Sommers läuft, die Hundstage sind da. Hält sich das Wetter an diese Norm oder tanzt es aus der Reihe? Es gibt durchaus Hinweise darauf, dass es im August lange und sehr heiß wird.
Im Video: Hundstage mal richtig erklärt

Hundstage: Hitzewelle denkbar

Die Hundstage sind da. Sie bezeichnen die normalerweise heißesten Tage des Jahres vom 23. Juli bis zum 23. August. In diesem Zeitraum werden oft die höchsten Temperaturen des Sommers erreicht und regelrechte Hitzewellen sind nicht selten. Für den Juli 2024 ist eine überregionale Hitzewelle so gut wie vom Tisch, auch wenn es im Süden und Osten Deutschlands immer wieder heiß wird. Unterbrochen werden die Hitzetage nämlich von nassen und kühleren Dämpfern. Erst Ende des Monats könnte sich da etwas Beständiges entwickeln.

So starten wir in die letzten Juli-Tage

Wettertrend für die letzten Juli-Tage 2024.
Wettertrend: In Richtung August gewinnt die Hitze an Fahrt.

Wenn am Mittwoch der Tiefpunkt der Woche mit Tief Ilse durchschritten ist, übernimmt Zwischenhoch Gustav die Wetter-Gestaltung mit freundlichem Sommerwetter. Zwischenhochs haben es an sich eben nur zwischenzeitlich aktiv sein zu können und so wird auch Gustav schon am Freitag südostwärts abgedrängt und im Nordwesten stellt sich wieder einmal unbeständiges Wetter ein. Im Süden und Osten wird es mit 28 bis 32 Grad heiß.

Nach einem wechselhaften Dämpfer mit gewittrigen Regengüssen auch in den Hochsommer-Regionen Deutschlands am Sonntag setzt sich erstmal wieder Hochdruckeinfluss durch. Uns erwartet sonniges und zunehmend warmes Sommerwetter. Wie lange das Hoch durchhält und die Details wie warm und heiß es wo wird, das bleibt noch abzuwarten.

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August 2024: ECMWF berechnet ungewöhnliche Hitze für Deutschland

August-Prognose: Zu warm und zu nass.
Damit der August am Ende 3 Grad zu warm ausfällt, muss sich die Wetterlage noch umstellen.

Die Monatsprognose von wetter.de für macht jedenfalls nach einem heißen Monatswechsel Juli/August mit einem zu warmen letzten Sommermonat weiter. Der Wärmeüberschuss hat sich seit dem letzten Lauf zwar von über 4 auf über 3 Grad reduziert. Aber auch dieser Wert ist nicht ohne dauerhafte Umstellung der Wetterlage zu erreichen. Deutschland müsste weg von der westlichen bis nordwestlichen Strömung und vom Einfluss der atlantischen Tiefs.

Eine Variante wäre der Wechsel auf eine kräftige Südwestströmung. Dann könnte die auf der Iberischen Halbinsel aufgestaute Hitze bis weit nach West-, Mittel- und Nordeuropa vordringen. In Spanien und Portugal ist ein Ende der Hitzewelle noch nicht abzusehen. Im Gegenteil. Ein Schwall kontinentaler Tropenluft, der aus Nordafrika nach Südeuropa geführt wird, hat sich für kommende Woche angekündigt. Möglich wäre also durchaus ein Outbreak der 40-Grad-Hitze Richtung Deutschland.

Spanien: Hitze am Tag und in der Nacht

Langfristprognose der NOAA für August: Alles im grünen Bereich

Der NOAA zufolge wird der August nicht extrem, sondern im Durchschnitt normal.
Der NOAA zufolge wird der August nicht extrem, sondern im Durchschnitt normal.

Die amerikanische Wetterbehörde zieht bei diesen Aussichten nicht mit. Sie berechnet einen in weiten Teilen Deutschlands durchschnittlich temperierten August. Nur im Süden und Südosten Deutschlands fällt der August etwas zu warm aus. Das überaus heiße Südwesteuropa spucken die Langfristcomputer der NOAA auch aus. Mit einer – wenn auch nur vorübergehenden – entsprechenden Südwestlage könnten auch in diesem Szenario Hitzeschübe bis zu uns vordrängen. Ausgeglichen würden sie dann aber von atlantischen Tiefs. Das Wetter würde also demnach weiter machen wie im Juli – mit einer Berg- und Talfahrt.

Der andere große Unterschied zwischen diesen Ansätzen der NOAA und des ECMWF ist die Niederschlagsprognose. Während die Amerikaner von einem deutlichen Regendefizit ausgehen, sehen die Europäer ein Plus im Vergleich zu einem durchschnittlichen August der Jahre 1991 bis 2020.

Fazit: Noch ist also einiges möglich für das Wetter im August. Es bleibt spannend. Im Grunde müssen wir doch auch froh und dankbar sein mit unserem wechselhaften Sommer. Auf der Nordhalbkugel gibt es derzeit wirklich genug unerträgliche Hitze.

Klimacheck: So ist das Wetter im deutschen Sommer

  • Zeitraum: 1. Juni bis 31. August
  • Durchschnittlicher Niederschlag: ca. 230 Liter pro Quadratmeter
  • Sonnenstunden: rund 630 Stunden
  • Heiße Sommer: 2003, 2018, 2019 (Temperaturen über 19 Grad)
  • Extrem trockene Sommer: 2018, 2019
  • Regenreiche Sommer: 2011, 2017, 2021
  • Hitzewellen: Temperaturen um die 40 Grad, vermehrt in den letzten Jahren

(ctr)