Hitzewellen auf der ganzen Welt: Neue Rekorde in Pakistan, Frankreich und Co.

Nicht nur in Deutschland ist es zu warm. Die Weltwetterorganisation (WMO) warnt vor einer anhaltenden Hitzewelle in weiten Teilen der Welt. Extrem hohe Temperaturen in Mai und Juni gab es schon in Teilen Europas, im Mittleren Osten, in Nordafrika und in den Vereinigten Staaten. Die Hitzewellen sind im Jahresverlauf ungewöhnlich früh dran und fallen in eine Zeit, in der die Erde erneut ein außergewöhnlich warmes Jahr erlebt.

Spanien erlebt heißesten Frühling seit 50 Jahren

Zwei Männer genießen am 13.06.2017 am Strand in Barcelona (Spanien) die Sonne. In Spanien wurde für die kommende Woche eine Hitzewelle angekündigt. Foto: Manu Fernandez/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Hitzewelle in Spanien © dpa, Manu Fernandez, wal vge

Spanien ist an sommerliche Temperaturen ja gewöhnt. Aber das gibt es dann auch nicht so oft. In den Monaten März, April und Mai sind nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes Aemet die wärmsten Werte der vergangenen 52 Jahre gemessen worden. Im März hatten die Temperaturen 0,9 Grad über dem Durchschnitt gelegen, im April 1,9 Grad und im extrem heißen Mai sogar 2,4 Grad. Spitzenreiter waren die Stadt Ourense in Galicien, wo am 24. Mai 37,6 Grad gemessen wurden, und Granada in Andalusien, wo es am 25. Mai 37 Grad heiß wurde. Gleichzeitig war es in den drei Monaten landesweit extrem trocken.Durchschnittlich sind nur 133 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, 23 Prozent weniger als normal.

Hitzerekord in Frankreich gebrochen - heißester Juni-Tag seit 1945

Die frühsommerliche Hitzewelle mit örtlichen Temperaturen von über 37 Grad ist auch für Frankreich nicht normal und schlägt bisherige Rekorde. Der Mittwoch sei der heißeste Juni-Tag seit 1945 gewesen, teilte der Wetterdienst Metéo-France mit. Besonders heiß war es in dem Ort Toussus-le-Noble im westlichen Pariser Umland mit 37,5 Grad. In Le Mans im Westen des Landes wurden 37,4 Grad erreicht. Im Badeort Le Touquet am Ärmelkanal, wo Staatspräsident Emmanuel Macron mit seiner Familie wohnt, kletterte das Thermometer auf 34,6 Grad.

Heiß, heißer, Pakistan

Die WMO warnt vor weltweiten Hitzewellen.
Hitzewellen auf der ganze Welt: Besonders schlimm ist Pakistan dran. © dpa, Tsering Topgyal, TT wal wie

Noch heißer ist es in Nordafrika: In Marokko wurde in Larach am 17. Mai mit 42,9 Grad ein Rekord gebrochen. Große Hitze herrscht auch in den USA: In Nevada, Arizona und Teilen von Kalifornien kletterten die Thermometer in die Nähe der 50 Grad. Im Iran wurden Mitte Juni Temperaturen von 50 Grad erreicht, ebenso in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Noch heißer war es in Pakistan: Die Stadt Turbat meldete 54 Grad. „Wir nähern uns dem weltweiten Temperaturrekord von 1913“, sagte WMO-Meteorologe Omar Baddour am Dienstag in Genf. Damals wurden im Tal des Todes in der Mojave-Wüste in den USA 56,7 Grad gemessen.

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2017 erreichten nach Berechnungen der US-Wetterbehörde NOAA die Temperaturen den zweithöchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen, nur 2016 sei es wärmer gewesen. 2016 sei dafür auch das Wetterphänomen El Niño mit wärmerem Oberflächenwasser im Pazifik mitverantwortlich gewesen. Ob 2017 ein neues Temperatur-Rekordjahr wird, ist noch nicht klar, aber nicht unwahrscheinlich.