Dezember 2015: Wärmster Dezember seit 1881

Dezember 2015 bricht alle Rekorde
Dezember 2015: Mit 6,4 Grad Durchschnittstemperatur viel zu warm © dpa, Jens Wolf

Rekord-Dezember 5,6 Grad zu warm

Nach dem wärmsten November seit 1881 hat jetzt auch der Dezember 2015 einen Monatsrekord aufgestellt. Der Deutsche Wetterdienst ermittelte eine bundesweite Durchschnittstemperatur von 6,4 Grad, ein Wert, der 5,6 Grad über dem vieljährigen Mittel (0,8 Grad) der Jahre 1961 bis 1990, der internationalen Referenzperiode, liegt. Im Vergleich zur Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung immerhin +5,2 Grad. Der Dezember 2015 übertraf die bisherigen Rekordhalter der Jahre 1974 und 1934 mit jeweils 4,8 °C deutlich.

Der Dezember 2015 war nicht nur deutschlandweit, sondern auch in allen Bundesländern der wärmste seit Beginn flächendeckender Messungen in Deutschland. Das wärmste deutsche Bundesland war Nordrhein-Westfalen. Die Messungen ergaben im Durchschnitt 8,3 Grad. Viele Städte wie Köln, Düsseldorf oder Münster waren im Dezember komplett frostfrei - und meldeten zum Teil bemerkenswert milde Temperaturen. In Köln-Stammheim wurden am 26. Dezember 17,5 Grad erreicht. Im nördlich von Aachen gelegenen Geilenkirchen kletterte das Thermometer an 27 Tagen auf mehr als 10 Grad.

Die eklatantesten Abweichungen kommen aber aus anderen Bundesländern: Hannover in Niedersachsen war mit einer Durchschnittstemperatur von 9,1 Grad 7,2 Grad zu warm, Magdeburg in Sachsen-Anhalt lag mit 8,1 Grad 6,9 Grad über dem langjährigen Mittel, Hof im bayrischen Nordosten war mit 5,4 Grad ebenfalls 6,9 Grad zu warm. Eine sehr geringe Abweichung von 2,8 Grad weist Konstanz am Bodensee auf.

Freiburg meldete neun Tage mit 15 °C und mehr. Am höchsten stieg das Quecksilber am 17.12. in Emmendingen-Mundingen, nördlich von Freiburg, mit 18,0 °C. Den tiefsten Wert registrierte der DWD in Reit im Winkl am 13.12. mit -8,6 °C.

Dezember 2015: Zu wenig Regen, viel zu wenig Schnee

Schneemangel im Dezember 2015
Im Dezember 2015 blieb Schnee aus. © imago/EQ Images, imago stock&people

Mit rund 37 Litern pro Quadratmeter erreichte der Dezember 2015 nur 53 Prozent seines Solls von 70 l/qm. Sehr trocken blieb der Monat vor allem am Nordrand der Mittelgebirge. So fielen im Lee des Harzes zum Teil nur 4 l/qm. An der Grenze zu Dänemark wurden dagegen bis zu 150 l/qm gemessen – dort sind allerdings auch die einzigen Ausreißer nach oben zu finden.

Die Schneereste aus dem November tauten im Dezember selbst auf den Bergen fast überall ab. So lagen an Weihnachten nur noch auf der Zugspitze 90 cm - das Fest fiel in Deutschland grün aus.

Zweitsonnigster Dezember seit 1951

Mit rund 66 Sonnenstunden kam der Dezember 2015 auf 170 Prozent seines Solls von 38 Stunden. Damit war er nach 1972 der zweitsonnigste seit Beginn der Messungen 1951. Den meisten Sonnenschein erhielt der Süden mit örtlich mehr als 400 Prozent des Klimawertes; im Norden und der Mitte wurde das Soll nur lokal nicht erreicht.