Der Klimawandel bringt uns möglicherweise strengere Winter

Wenn der Golfstrom versiegt

Es klingt auf den ersten Blick völlig absurd, aber die Klimaerwärmung könnte tatsächlich dazu führen, dass die Winter in Deutschland deutlich kälter werden. Hintergrund ist die sogenannte thermohaline Zirkulation. Ein großräumiger und komplexer Vorgang, der schlussendlich den Golfstrom antreibt, der seinerseits dafür sorgt, dass wir in einer gemäßigten Klimazone mit verhältnismäßig milden Wintern leben.

Erste Anzeichen für einen schwächelnden Golfstrom

Lange Zeit gab es keinerlei messbare Hinweise darauf, dass der Golfstrom schwächer wird, nun sehen die Wissenschaftler die Situation aber etwas anders. Schon im Jahre 2015 wurde bei Irland eine um 2 Grad kühlere Wassertemperatur festgestellt.

Der Golfstrom sorgt dafür, dass polare Luftmassen, die über den Nordatlantik nach Mitteleuropa strömen, soweit aufgewärmt werden, dass wir keine allzu strengen Winter bekommen. Gleichzeitig ist der Golfstrom ein treibender Faktor für die Bildung des Islandtiefs. Verliert der Golfstrom nun an Kraft bzw. verlagert sich sein Wendepunkt Richtung Süden, bleibt die Erwärmung der Luft über dem Nordatlantik aus - die Folge sind deutlich härtere Winter.

Bei dieser Betrachtung sollte man nicht vergessen, dass Deutschland etwa auf dem gleichen Breitengrad liegt, wie das südliche Kanada. Obgleich es auf der Welt um uns herum wärmer wird, könnte bei uns also der gegenteilige Effekt eintreten. Natürlich ist auch dies nur ein Szenario, aber ein nicht ganz unwahrscheinliches.