Das bedeutet der Sommer im April für den eigentlichen Sommer 2020

Kein Monat ist so stark vom Klimawandel betroffen wie der April

Über Jahrhunderte machte sich der April einen Namen als wechselhafter Monat. Dies lässt sich leicht anhand von alten Bauernregeln und natürlich dem Sprichwort "Der April macht was er will" ableiten. Aber in nur wenigen Jahren hat der Klimawandel den April gepackt und grundlegend verändert - in einer sagenhaften Geschwindigkeit. Kein Monat ist so stark vom Klimawandel betroffen wie der April. 

Einst war der Mai der Wonnemonat - nun ist es der April

In vielen Gegenden Deutschlands ist im April 2020 noch kein Tropfen Regen gefallen. Zwischen Trier und Saarbrücken und hinunter bis nach Freiburg herrscht üble Trockenheit. In Brandenburg haben wir Mitte April schon die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5. Ein Wahnsinn. Das klassische April-Wetter gab es dieses Jahr im Februar, der zu nass und mehr als 5 Grad zu warm war und damit fast die Durchschnittstemperatur des April erreichte. Und im April haben wir jetzt massenhaft Sommerwerte von 25 Grad und ultrastabiles Wetter. 

Es ist verrückt: Im Rheinland blüht schon der Holunder. Mitte April. Normalerweise kommt der Holunder erst nach den Eisheiligen (11.-15. Mai) zur vollen Blütenpracht. Und wenn wir jetzt schon einen Blick in den Mai wagen, dann sehen wir da von den Temperaturen wenig Verheißungsvolles. Der Mai scheint den April-Trend zerstören zu wollen und wird wohl äußerst unterkühlt starten. Auch im Jahr 2019 war der Mai zu kalt. April top - Mai flop? Das bringt uns zurück zur zentralen Frage: Wenn der April so trocken ist, was bedeutet das dann für den anschließenden Sommer? Gibt es da Tendenzen? Dazu blicken wir an dieser Stelle mal zurück.

Hier zum Wissen auffrischen: Was sind die Eisheiligen und wann finden sie statt?

Der April 2020: ein echtes Trockenmonster

Super April - mieser Sommer: Stimmt das?

Das bedeutet der Sommer im April für den eigentlichen Sommer 2020
Folgt auf einen trockenen April ein mieser Sommer oder werden die Kinder im Sommer so wie hier in die Badeseen springen können? © picture alliance / Roland Mühlan, Roland Mühlanger

Gab es überhaupt schon mal einen so trockenen April? Und was für ein Sommer schloss sich daran an? Die Referenz ist ganz klar der April 2007 - ein ganz und gar außergewöhnlicher Monat. RTL-Meteorologe Christian Häckl ordnet den April 2007 so ein: „Völlig aus dem Rahmen fällt der April 2007, der 4,5 Grad zu warm war und im Deutschlandmittel nur 6 Prozent der üblichen Regenmenge brachte – Karlsruhe schaffte in 30 Tagen keinen messbaren Niederschlag bei einer Mitteltemperatur von 15 Grad und hatte in diesem April ein Klima, das es sonst in diesem Monat weltweit nur in den Anden auf rund 2000 Metern Höhe am Rande der Wüsten gibt.“

Der Sommer 2007 war nach dem völlig trockenen April überdurchschnittlich nass. Es fielen 137 Prozent des üblichen Regens. Weitere Aprilmonate, die außergewöhnlich warm waren, fanden 2009, 2011 und 2014 statt. Während der Sommer 2009 ziemlich normal war, waren die Sommer 2011 und 2014 ebenfalls deutlich zu nass. Ein Fingerzeig auf einen schlechten Sommer also.

Dem Dürresommer 2018 ging ein Rekord-April voraus

18.04.2020, Polen, Bachorz: Ein Traktor fährt über ein Feld. Aufgrund eines fast schneelosen Winters und fehlender Niederschläge kommt es zu Trockenheit auf den Feldern, die sich auf die Erträge der Ernte auswirken kann. Foto: Darek Delmanowicz/PAP/d
Der fast schneelose Winter und der ausbleibende Regen sind ein Riesenproblem für die Landwirtschaft. Der April brachte bisher keinen flächendeckenden Regen. © dpa, Darek Delmanowicz, jga

Aber es gab in der jüngeren Vergangenheit auch sehr warme Aprilmonate, auf die ein prima Sommer kam. Oder sollten wir besser sagen, ein viel zu heißer? Dem Dürresommer 2018, der drei Grad zu warm und viel zu trocken war, ging auch ein Rekord-April voraus. Der April 2018 war fast fünf Grad zu warm und deutlich zu trocken. Ähnlich war es 2019. Auf einem zu warmen und zu trockenen April folgte ein viel zu warmer und erneut zu trockener Sommer. Wir erinnen uns alle noch....

Fazit: Es gibt kaum eine statistische Signifikanz

Fazit: Es lässt sich kaum eine statistische Signifikanz ausmachen. Das Grundproblem ist, dass kein Monat sich so stark im Klimawandel veränderte wie der April. Wir registrieren also eine signifikante Häufung von „guten” Aprils, während bei den übrigen Monaten statistisch gesehen häufiger normale Varianten auftreten. Mit anderen Worten: Nix Genaues weiß man nicht.

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