Wirtschaftlicher Aufschwung = mehr CO2-Ausstoß

China zwischen Kohle, Wind und Sonne

von Clara Pfeffer & Philip Altrock

Was bringt es eigentlich, wenn wir uns in Deutschland um Klimaschutz bemühen, während Länder wie China einfach weiter munter Kohle verbrennen? Die Antwort ist nicht so einfach, wie man vielleicht auf den ersten Blick denkt. Clara Pfeffer geht der Sache etwas näher auf den Grund.

Schnellster Ausbau erneuerbarer Energien

08.08.2024, China, Fuqing: Die Luftaufnahme mit  einer Drohne zeigt den Pilot-Windpark Xinghua Bay, in dem einige Offshore-Windturbinen installiert sind, die unabhängig im Fujian Three Gorges Offshore Wind Power International Industrial Park in der südostchinesischen Provinz Fujian produziert werden. Foto: Jiang Kehong/XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Luftaufnahme mit einer Drohne zeigt den Pilot-Windpark Xinghua Bay in China.

China ist weltweit führend im Ausbau erneuerbarer Energien, gerade im Bereich der Wind- und Solartechnologien. 2023 hat das Land seine Kapazitäten dort um rund 1450 Gigawatt ausgebaut. Zum Vergleich: Die USA baut ihre nachhaltigen Energiequellen nach China am schnellsten aus. Dort haben sich die Kapazitäten im selben Jahr allerdings nur um etwa 390 Gigawatt erweitert.

Deutschland hat in der Zeit etwa 167 Gigawatt an neuen Kapazitäten geschaffen, nur knapp mehr als ein Zehntel des Ausbaus, den China 2023 erreicht hat.

Fossile Energiequellen trotzdem wichtig

ARCHIV - 18.01.2006, China, Xining: Das Kohlekraftwerk in Xining in der chinesischen Provinz Qinghai. China hat im ersten Halbjahr 2024 einer Analyse zufolge deutlich weniger Kohlekraftprojekte genehmigt. (zu dpa: «China bremst laut Studie Ausbau von Kohlekraft») Foto: epa Zuo Xiaoming/EPA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Kohlekraftwerk in China

Während China einerseits das Land mit dem schnellsten Ausbau klimafreundlicher Energien ist, hat es gleichzeitig immer noch den höchsten Kohleverbrauch. Und nicht nur das: es werden dort weiterhin Kohlekraftwerke gebaut. China begründet ihre Notwendigkeit damit, dass nur so die Energieversorgung garantiert werden könnte, während das Land Schritt für Schritt auf Erneuerbare umsteigt.

Das Weltwirtschaftsforum ist sich unterdessen sicher: der Wechsel zu klimaneutraler Energie in China passiert. So lassen Schätzungen vermuten, das Land könnte den Anteil der Kohlekraft in seinem Strommix bis 2050 von 66 Prozent auf nur noch sieben Prozent senken.

Versucht China, die Energiewende zu beeinflussen?

12.09.2024, China, Hami: Ein Luftbild einer Drohne zeigt eine Teilansicht eines 50-Megawatt-Solarthermiekraftwerks mit geschmolzenem Salz in der Gemeinde Naomaohu der Stadt Hami in der nordwestchinesischen autonomen Region Xinjiang Uygur. Hami hat ein flaches Terrain und ist mit einer der längsten Sonnenscheindauer des Landes gesegnet. Die lokalen Behörden haben in den letzten Jahren die Entwicklung der Solarenergiebranche vorangetrieben. Foto: Hu Huhu/Xinhua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Photovoltaik-Kraftwerk in China

Da kein Land so viel klimafreundliche Technologie exportiert wie China, kann auch kein anderes Land so viel Einfluss auf den Markt nehmen. So haben es beispielsweise Konkurrenten aus anderen Ländern schwer, etwa beim Bau von Elektroautos und Solarpaneelen mitzuhalten.

Daher prüft auch die EU-Kommission, ob China staatliche Subventionen an Hersteller vergibt. So könnten diese nämlich motiviert sein, schneller und mehr zu produzieren und mit hohen Produktzahlen die Preise im Ausland vorzugeben - zu denen andere Hersteller nicht verkaufen können.

Experten sehen es daher als extrem wichtig, dass sich Länder wie Deutschland beim Ausbau erneuerbarer Energien nicht von China abhängig machen.