Bäume durch extreme Trockenheit im Klimastress

Bäume leiden unter Dürrejahr!

Der Klimawandel lässt nicht nur Eis schmelzen, er hat auch massive Auswirkungen auf unsere Wälder. Zum Tag des Baumes am 25. April deutet sich an, dass 2019 ein schlimmes Jahr für die Wälder werden könnte. Viele Bäume leiden noch immer unter den Spätfolgen des Dürrejahrs, haben Stress oder sterben. Hitze, Stürme und Trockenheit, sowie der daraufhin massenweise aufgetretene Borkenkäfer hatten 2018 den Wald extrem in Mitleidenschaft gezogen.

Forstleute in Deutschland schlagen Alarm

ARCHIV - 01.08.2018, Schleiden: Ein Ranger zeigt Spuren eines Borkenkäfers in der Baumrinde. In Hessens Wäldern hat der Kampf gegen die Borkenkäferplage begonnen. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Borkenkäfer hinterlassen ihre Spuren in den Bäumen. © dpa, Oliver Berg, obe rho

Vor allem in Regionen mit großen Fichtenwäldern wird eine extreme Borkenkäferplage erwartet, die alles Bisherige übersteigt. Die Dürre von 2018 hat die Population des Insekts, das es auf die Fichte abgesehen hat, in vielen Forsten explodieren lassen. Doch nicht nur die Fichte leidet. Auch Laubbäume stehen unter Trockenstress. Forstleute in Deutschland schlagen Alarm, denn in Nordrhein-Westfalen ist zumindest in einem Forstamt die Buche schon krank.

Weitere Dürren wie 2018 erwartet

23.04.2019, Brandenburg, Fichtenwalde: Staub zieht über eine vertrocknete ehemalige Waldfläche an der Autobahn A9, die bei einem Feuer 2018 abgebrannt war. Die Waldbrandgefahr in Brandenburg bleibt sehr hoch. Das liegt auch am starken Wind, der Feuer
Die extreme Trockenheit schadet den Wäldern. © dpa, Ralf Hirschberger, rhi cul

Klimaforschern zufolge wird es künftig noch häufiger extreme Dürren wie 2018 geben. Die Schäden, die dadurch entstehen sind immens! Teilweise überleben neu gepflanzte Bäume den Winter sogar nicht, da sie vertrocknen.

Über das Ausmaß der Buchenerkrankung verschafft sich der Landesbetrieb Wald und Holz NRW landesweit einen Überblick und es wird Schlimmes befürchtet. Das extreme Trockenjahr 1992 sorgte damals für eine Buchensterbewelle über sechs Jahre hinweg. Wenn sich das wiederholt, dann wäre das eine Katastrophe. Aktuell kommt aber noch etwas hinzu: die Pfennigkohlenkruste in der Krone. „Wenn der Wassergehalt in der Rinde unter ein gewisses Level sinkt, werden diese Pilze in der Rinde angeschaltet und zersetzen den Ast“, so der Baumschutzexperte des Landesbetriebs, Mathias Niesar. Dadurch könnten ganze Bäume absterben.  

2019 könnte ein Borkenkäfer-Schadjahr werden

„Es gibt, glaube ich, ganz wenige unserer Hauptbaumarten, die nicht irgendein Problem mit der Trockenheit und mit der Widerstandsfähigkeit gegen Schaderreger haben“, erklärt der Leiter des bundesweit zuständigen Thünen-Instituts für Waldökosysteme, Andreas Bolte. Vor allem die Fichte sei ein Problem. In der Forstwirtschaft wird momentan vermutet, dass 2019 ein Borkenkäfer-Schadjahr sein könnte, das man so noch nicht gesehen hat.

Wenn erwachsene Borkenkäfer einen Baum befallen, dann wehrt sich der Baum, indem er sie mit Harz ertränken will. Ist es aber zu trocken oder die Käfer sind einfach zu viele, dann schaffen es die Bäume nicht dagegen anzukämpfen. Die Käfer legen dann Eier ab, aus denen sich Larven entwickeln. Viele der Käfer haben außerdem den milden Winter überlebt.

Bundesweit gibt es noch keine Prognose, welche genauen Schäden durch den Borkenkäfer entstehen werden. Aber nach einigen bisherigen Meldungen, lässt sich feststellen, dass vor allem im Harz, Fichtelgebirge, Bayerischen Wald, Hessischen Mittelgebirge, teilweise auch Rheinland-Pfalz, Schwarzwald, aber auch Sachsen und Nordrhein-Westfalen - also die Regionen mit einem hohen Fichtenwaldanteil - große Schäden aufweisen werden.

Zukunftsprognosen sind schwierig

ARCHIV - 04.07.2018, Sachsen-Anhalt, Serno: Letzte Brandnester qualmen noch nach einem Waldbrand. (zu dpa ««Situation ist brenzlig» - Wälder kämpfen erneut mit Trockenheit») Foto: Jan Woitas/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Das Regen-Defizit in den Böden macht sich bemerkbar. Unsere Wälder leiden. © dpa, Jan Woitas, woi dna

Bei über zwei Millionen Privatwaldbesitzern, denen die Hälfte des Waldes in Deutschland gehöre, sei ein Gesamtüberblick jedoch schwierig. Das Thünen-Institut für Waldökosysteme will testen, was Satelliten leisten können. So könnten möglicherweise Schadensnester automatisiert erkannt und quantifiziert werden.

Bei einer Sache sind sich die Fachleute jedoch einig: Der Wald wird sich verändern. Bisher sei der Wald laut Christoph Rullmann, Bundesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, relativ artenarm, da nur 15 Baumarten in Deutschland relevant seien. Wichtig sei die Entwicklung hin zu artenreichen Mischwäldern, in denen Bäume an Standorten gesetzt werden, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Damit werde das Risiko in Schadenssituationen verteilt.

Viel hängt nun also von der Witterung ab. Es wird sich zeigen, ob das herrschende Defizit in den Böden durch Regen aufgefüllt werden kann oder ob die Fichten in Trockenstress geraten und dadurch den Käfern eine neue Angriffsfläche bieten.