Das ist Winter statt Frühling

Bis minus 20 Grad, fast 5 Meter Schnee

Es war eine bitterkalte Nacht, die Nacht von Mitwoch auf Donnerstag. es wurden fast überall Frostwerte gemessen, nur an der Küste und in den großen Innenstädten ist es frostfrei geblieben.

Die drei tiefsten Werte gab es auf der Zugspitze mit -19, in Sonnenbuehl auf der Alb mit -16 und auf dem Nebelhorn mit -14 Grad. Kalt war es auch in Oberstdorf (-10 Grad), in Dill im Hunsrück (-8 Grad) und in Kalterherberg in der Eifel (-8 Grad).

Auf der Zugspitze lagen am Donnerstagmorgen 490 Zentimeter Schnee, das sind noch einmal 60 Zentimeter mehr als am Vortag und 125 Zentimeter Neuschnee innerhalb von 24 Stunden. Auch der Fichtelberg meldete immerhin 27 Zentimeter Schnee.

Ergiebige Schneefälle und Frost auch in den Nachbarländern

Ein Auto fährt am 20.04.2017 in Mariazell (Österreich) durch eine verschneite Straße
Wintereinbruch auch in Österreich © dpa, Foto Kuss, mtf

Auch in unseren Nachbarländern ist der Winter mit Schnee und Frost zurück gekommen. Ergiebige Schneefälle wurden aus Österreich, Südpolen und Tschechien gemeldet.

Bei klarer Nacht sind in der Schweiz am Donnerstag zahlreiche Temperaturrekorde gefallen. An mindestens sechs Orten war es in der zweiten Aprilhälfte noch nie so kalt, zumindest seit Beginn der Messungen. Darunter sind Visp im Kanton Wallis, wo seit 1959 gemessen wird, und Arosa im Kanton Graubünden, wo seit 1931 gemessen wird. Die Temperaturen lagen deutlich unter dem Gefrierpunkt, in Visp etwa bei minus 5,5 Grad und in Arosa bei minus 12,8 Grad.

Wintereinbruch im April
Wintereinbruch im April © dpa, Tobias Hase, tha wie

Schnee und Glätte hatten zum Start in die Arbeitswoche vielerorts den Straßenverkehr behindert. In Bayern hatten Autofahrer besonders auf der Autobahn 9 in Oberfranken mit dem Wintereinbruch zu kämpfen, an Steigungen stellten sich dort mehrere Lastwagen quer und verursachten lange Staus. Auch in anderen Teilen Bayerns gab es am Dienstagmorgen winterliche Straßenverhältnisse.

Im dichten Schneetreiben sind am Dienstagmorgen mehrere Autos und Lastwagen auf der A2 bei Wendeburg (Landkreis Peine) ineinander gekracht. Mindestens acht Autos und Lastwagen sind beteiligt gewesen. Es habe mehrere Verletzte gegeben, wie viele genau, konnte er zunächst nicht sagen. Die A2 war teilweise voll gesperrt.

Wohl dem, der die Winterreifen noch nicht gewechselt hatte. Bis zu zehn Zentimeter Neuschnee bremsten im Sauerland in Nordrhein-Westfalen den Osterreiseverkehr nämlich ziemlich aus. Auf der Autobahn 45 zwischen Hagen und Olpe stauten sich die Autos am Ostermontag zeitweise auf mehr als zehn Kilometern. Auch  in den Höhenlagen des Bergischen Landes und im Rothaargebirge bildete sich eine teilweise mehrere Zentimeter dicke Schicht Schnee. An Rhein und Ruhr blieben die paar Schneeflocken, die fielen, jedoch nicht liegen.

Video: So geht es mit den Niederschlägen weiter

Das wird eine nasse Nacht
Das wird eine nasse Nacht Regen- & Wolkenfilm Deutschland für 2 Tage 00:00:41
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Alles weiß auch in anderen Höhenlagen Deutschlands: Bis zu vier Zentimeter Schnee gab‘s rund um Gießen, die Sauerlandlinie A45 war natürlich mal wieder besonders betroffen. Einige Bäume seien hier unter der Schneelast umgeknickt, sagte eine Polizeisprecherin. Ein paar Zentimeter Schnee waren auch in der Rhön und im Vogelsberg gefallen und aus dem Westerwald wurde eine teils geschlossene Schneedecke gemeldet. Auch der Brocken im Harz wurde weiß gepudert und klar, dass das Erzgebirge nicht ausgespart wurde. Auf dem Fichtelberg hatte sich eine dicke Schneeschicht breit gemacht und selbst weiter unten in Oberwiesental lagen am Montagvormittag schon bis zu fünf Zentimeter Schnee.  Mecklenburg-Vorpommern meldete schon am Ostersonntag 2 cm Schnee.