Alles so schön grün hier
Begrünte Häuser: Pflanzen auf und an Gebäuden verbessern das Klima

Das Oasia Hotel Downtown in Singapur, die Hochhauskomplexe Bosco Verticale in Mailand und One Central Park in Sydney – diese Vorzeigeprojekte für begrünte Häuser sind berühmt, aber leider auch die Ausnahmen. Viel mehr Architekten sollten diesen Beispielen folgen und mit Bäumen, Sträuchern, Rasen und Blumen an, auf und in Häusern die Innenstädte verschönern und „nebenbei“ ihr Klima verbessern.
Studie untersucht Extra-Begrünung
Die Vorteile der grünen Häuser sind vielfältig, wie jetzt auch eine Studie des Design-Unternehmens Arup bestätigte. Dessen Ingenieure haben Messungen in Berlin, Hongkong, Melbourne, London und Los Angeles durchgeführt, um herauszufinden, welche Auswirkung Extra-Begrünung in den Städten haben könnte.
Die vielfältigen Vorteile begrünter Häuser
Da ist zunächst einmal die Fähigkeit der Pflanzen, der Luft Kohlendioxid zu entziehen und in Sauerstoff umzuwandeln. Bei dem derzeitigen Anstieg des CO2-Gehalts der Atmosphäre ist das nötiger denn je. Pflanzen können aber auch andere Schadstoffe in der Luft signifikant reduzieren, z.B. Ruß und Staub. Grüne Gebäude verhindern zudem den Effekt der städtischen Wärmeinseln, der an heißen Tagen dazu führt, dass Straßen und Gebäude zusätzlich Hitze abgeben. Im Gegenteil, sie kühlen die Städte herunter. Und nicht zu knapp: In der Hitze des Sommers können der Studie zufolge begrünte Dächer die gleiche Temperatur halten wie die Umgebung. Nicht begrünte Dächer dagegen werden in der prallen Sonne bis zu 50 Grad heißer. Da die Pflanzen Schatten spenden, werden auch die Innentemperaturen oft niedriger gehalten. Begrünte Fassaden schlucken außerdem Lärm und da die Böden Wasser speichern, sorgen Bäume und Sträucher für eine reduzierte Entwässerung, da sie das Wasser auf dem Weg vom Himmel zum Boden aufhalten. Insekten und andere Pflanzen bekommen neue Lebensräume. Ein weiterer Vorteil ist da schwieriger zu messen: Die grüne Umgebung fördert das Wohlbefinden der Büroangestellten.
Begrünt werden können auch bestehende Gebäude
Grüne Fassaden können Arup zufolge auch bestehenden Gebäuden verpasst werden. „Wir haben jetzt die Chance zu überdenken, wie die Städte grüne Infrastruktur verbessern können und zugleich den Energiekonsum reduzieren, die Luftqualität und das Wohlbefinden der Menschen zu verbessern“, heißt es in dem Arup Cities Alive Report.