Der Wetter-Tag bei wetter.de

Unwettergefahr mit Starkregen, Hagel und Sturmböen

Guten Tag liebe Wetter-Freundinnen und -Freunde! Das sind unsere Wetter und Klima-News des Tages:

Wetterprognose für Sonntag, den 1. Juni

Am Sonntag ziehen bei einer Mischung aus Sonnenschein und Wolken immer wieder kräftige Regengüsse und Gewitter durch. Dabei besteht örtlich Unwettergefahr durch Sturmböen, Hagel und Starkregen. Deutlich ruhiger wird es nur im äußersten Nordwesten. Die Temperaturen erreichen 23 bis 30, an der Küste 20 bis 22 Grad.

Gewitter auch in der Nacht

Niederschlagsartradar um 17:20 Uhr: Die farbigen Markierungen zeigen, wo die Gewitter toben
Niederschlagsartradar um 17:20 Uhr: Die farbigen Markierungen zeigen, wo die Gewitter toben

Am späten Nachmittag haben die Gewitter im Westen Deutschlands kräftig zugeschlagen. Im Verlauf des Abends und in der Nacht werden sie weitertoben und dabei ihre Schwerpunkte verlagern. Auch am Sonntag drohen kräftige Regengüsse und Gewitter.

Österreich: Deutsche Familie mit drei Kindern in Bergnot

Die Eltern trugen Trekkingschuhe und die Kinder Laufschuhe, die laut Bergrettung für die Tour ungeeignet waren: Eine deutsche Familie aus der Nähe von Heidelberg ist in der Nacht zum Samstag aus dem österreichischen Tennengebirge (Bundesland Salzburg) gerettet worden. Die Familie aus Baden-Württemberg mit Kindern im Alter von 8, 10 und 14 Jahren kam nicht mehr weiter und ließ sich von Bergrettern zu einer Hütte bringen.

Die Fünf waren am Freitag zu einer Überschreitung des Gebirges aufgebrochen, obwohl der Hüttenwirt der Ellmauhütte, wo sie übernachtet hatten, aufgrund ihrer schlechten Ausrüstung und der Altschneefelder von dieser rund siebenstündigen herausfordernden Tour abgeraten habe, berichtete am Samstag die Salzburger Bergrettung.

Gewitter toben im Westen

Niederschlagsartradar um 15:05 Uhr: Die farbigen Markierungen zeigen, wo die Gewitter toben
Niederschlagsartradar um 15:05 Uhr: Die farbigen Markierungen zeigen, wo die Gewitter toben

Kräftige Gewitter mit Unwetterpotenzial toben im Westen Deutschlands. In Rheinland-Pfalz sind stellenweise in einer Stunde etwa 20 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

Mehr Informationen gibt es hier:

Höchste Temperatur des bisherigen Jahres gemessen

Temperaturen in Deutschland um 14:00 Uhr: Mehrere Messungen zeigen ungefähr 31 Grad
Temperaturen in Deutschland um 14:00 Uhr: Mehrere Messungen zeigen ungefähr 31 Grad

Im bisherigen Jahr liegt die höchste in Deutschland gemessene Temperatur bei 30,4 Grad (gemessen in Waghäusel-Kirrlach in Baden-Württemberg am 2. Mai). Da sind wir jetzt schon drüber. In Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) wurden beispielsweise 30,9 Grad gemessen. Und die Temperaturen können heute noch weiter ansteigen.

Gewitter über der Eifel und dem Erzgebirge

Niederschlagsartradar um 14:05: Die farbigen Markierungen zeigen, wo die Gewitter toben
Niederschlagsartradar um 14:05: Die farbigen Markierungen zeigen, wo die Gewitter toben

Schweiz: Sorge vor Regen im Katastrophengebiet Lötschental

Es sieht so aus, als sei die Gefahr am gestauten Gebirgsfluss Lonza erst einmal gebannt. Das Wasser hat sich Wege ins Tal gebahnt. Die Wettvorhersage bereitet dem Führungsstab allerdings Sorge. Am Sonntag soll Regen einsetzen, dazu kommt die Eisschmelze - das alles kann den gigantischen Schuttkegel, der das Dorf Blatten unter sich begraben hat und den Abfluss des Gebirgsflusses Lonza teils blockiert, destabilisieren. Damit wächst die Gefahr eines Murgangs. Dabei geraten Fels, Geröll und Schlamm in Bewegung und rutschen talabwärts. Das könnte Gemeinden weiter unten im Tal gefährden.

Viel machen können die Behörden nicht, um ein solches Desaster abzuwenden. „Die Natur gibt den Rhythmus vor”, sagte Staatsrat Stephane Ganzer dem Sender RTS. Zum einen beschleunige die derzeitige Hitze die Schneeschmelze, zum anderen drohten nächste Woche starke Regenfälle. Beides hat direkten Einfluss auf den Schuttkegel.

Hadsch-Minister: Saudi-Arabien bereitet sich auf Hitze bei Pilgerfahrt vor

Angesichts der zunehmenden extremen Hitze setzt Saudi-Arabien bei dem nächste Woche beginnenden Hadsch nach Angaben des zuständigen Ministers auf neue Maßnahmen wie KI und eine Registrierungspflicht. „Eine der großen Schwierigkeiten, der wir Jahr für Jahr gegenüberstehen ist der Anstieg der Temperaturen und dem messen wir die höchste Priorität bei”, sagte Taufik al-Rabia, der saudiarabische Minister für den Hadsch, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.

Im vergangenen Jahr herrschten während der islamischen Pilgerfahrt zeitweise Temperaturen von über 51 Grad Celsius. Mehr als 1300 Pilger kamen laut den Behörden in der Folge ums Leben. In diesem Jahr seien 40 Regierungsbehörden und 250.000 Mitarbeiter im Einsatz, um die durch die Hitze entstehenden Risiken zu reduzieren, sagte al-Rabia. 400 Trinkwasserstellen und tausende Wassernebelmaschinen würden genutzt, es gebe mehr schattige Bereiche und tausende medizinische Mitarbeiter stünden bereit. Zudem gebe es „neue Technologien” zur Kühlung der Böden. Seit 2023 werden die Pilgerwege demnach mit weißem Stoff bedeckt, um die Temperatur des Asphalts um 20 Prozent zu senken.

Laut einer im Mai 2024 veröffentlichten saudiarabischen Studie stellen die Wetterbedingungen während des Hadsch im Zuge der Erderwärmung eine zunehmende Herausforderung dar: Demnach steigt die Durchschnittstemperatur während der Pilgerreise jedes Jahrzehnt um 0,4 Grad. Die diesjährige Pilgerfahrt beginnt am 4. Juni. Mehr als eine Million Pilger aus der ganzen Welt sind laut al-Rabia bereits in Saudi-Arabien angekommen, um daran teilzunehmen.

Experte: Klimawandel macht Alpen gefährlicher

Der Klimawandel macht Bergstürze wie aktuell in der Schweiz und andere Gefahren wie Steinschlag und Felsstürze häufiger. „Die Zunahme dieser alpinen Gefahren ist eine eindeutige Auswirkung des menschengemachten Klimawandels”, sagt Tobias Hipp, Experte für Klimafragen beim Deutschen Alpenverein. „Die Alpen sind durch die Erwärmung im Ungleichgewicht und werden instabil. Wir müssen davon ausgehen, dass diese Ereignisse weiter zunehmen.”

Grundsätzlich müsse man zwischen Bergsturz und Felssturz unterscheiden, erklärt er. „Beim Bergsturz – wie jetzt in der Schweiz - sind riesige Mengen Gestein unterwegs. Hier sieht man oft im Vorfeld schon Anzeichen wie kleinere Abbrüche, so dass die Region großflächig überwacht werden kann für eine rechtzeitige Frühwarnung. Das ist aber nicht immer der Fall, wie beispielsweise beim Bergsturz am Piz Cengalo im Jahr 2017 mit mehreren Toten.” Für Bergsportler seien allerdings in der Regel Felsstürze und Steinschlag relevanter. „Dies sind klassische alpine Gefahren, die viel häufiger und flächendeckender vorkommen.”

Wie groß die Gefahr ist, kommt stark darauf an, wo man sich bewegt: „Der normale Berggeher, der nicht im Hochgebirge unterwegs ist, muss sich weniger Sorgen machen”, sagt Hipp. „Aber schon in Lagen zwischen 2.000 und 2.500 Metern nimmt die Gefahr zu, und im Hochgebirge sehen wir einen klar belegten Zusammenhang zwischen der Zunahme der Gefahren und dem menschgemachten Klimawandel.”

Wetterprognose für heute, Samstag, den 31. Mai

Heute wird es heiß. Voraussichtlich knackigen wir den bisherigen Spitzenwert des Jahre von 30,4 Grad (gemessen in Waghäusel-Kirrlach in Baden-Württemberg am 2. Mai). Wichtiger sind allerdings die Unwetterwarnungen wegen der bevorstehenden Gewitter. Hier die Wetterprognose für heute:

Nach einem meist trockenen Start ziehen Schauer und Gewitter vom Südwesten und Westen bis in den Osten auf. Dort sind auch Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich. Einzelne Schauer erreichen auch den Norden, ansonsten bleibt es meist trocken und freundlich. Im Süden kann die Sonne öfter durchkommen. Die Höchstwerte liegen zwischen 18 und 31 Grad, am wärmsten wird es im Südwesten. Aus westlicher Richtung kommt noch etwas Wind hinzu.

Mehr Informationen zu den Unwettern gibt es in diesem Artikel:

Wetterlage: Schwül-warm mit Unwetterpotential

Tiefdruckgebiete verdrängen Hoch Vanessa und lassen das Wetter unbeständiger werden.
Tiefdruckgebiete verdrängen Hoch Vanessa und lassen das Wetter unbeständiger werden.

Nachdem uns Hoch Vanessa gestern eine ruhige Wetterlage beschert hat, sorgen nun neue Tiefdrucksysteme für unbeständiges und teils unwetterartiges Wetter. Das Wochenende wird schwül-warm bis heiß. Erst zur neuen Woche kühlt es etwas ab. Am Dienstag wird es im Nordosten und Osten wieder etwas freundlicher. Dabei bleibt es windig.

Ausblick auf die kommenden Tage

Die kommenden Tage werden eher unbeständig.
Die kommenden Tage werden eher unbeständig.

Am Sonntag wird das Wetter zunehmend wechselhafter. Im Nordwesten bahnt sich ein Mix aus Sonne und Schauern bei einer leichten Abkühlung auf 19 bis 24 Grad an. Ansonsten wirkt der meteorologische Sommeranfang kaum sommerlich, denn im Tagesverlauf kommt es immer wieder zu kräftigen Schauern und Gewittern, die von Schwüle begleitet sind. Örtlich ist erneut mit Unwettergefahren zu rechnen. Auch die neue Woche scheint zunächst durchwachsen zu werden. Zwar steigen die Temperaturen am Oberrhein wieder auf bis zu 26 Grad, doch insbesondere der Süden muss noch mit Unwettern rechnen. Die meisten Regenschauer und Gewitter wird es wohl an den Alpen geben. Im Westen könnte es dagegen am freundlichsten werden. Ab Mittwoch gesellt sich außerdem ein wenig Wind dazu.