Schauer und sogar Unwetter möglich

Huch, da taucht ja Regen am Horizont auf

von Carlo Pfaff & Oliver Scheel

Euro 2024: Deutschland - Dänemark
Dieses Bild entstand während des ungeheuren Regengusses bei der EM 2024 im Spiel Deutschland gegen Dänemark in Dortmund. So sehr wird es wohl nicht regnen, aber viele dürften sich über die nun prognostizierten Schauer freuen.

Deutschland staubt. Der Regen tobt sich überall aus, nur nicht bei uns. Südlich der Alpen regnet es mehr oder weniger seit Monaten, bei uns herrscht Trockenheit. Aber: Am Horizont deutet sich eine Wetter-Umstellung an.

Mai könnte durchaus nass enden

Es gibt Orte in Deutschland, in denen hat es den gesamten Mai keinen Tropfen geregnet. Die Trockenheit nimmt historische Ausmaße an - Konsequenzen für die Ernte werden immer wahrscheinlicher. Nun aber scheint Bewegung in die festgefahrene Wetterlage zu kommen. Die dominierenden Hochdruckgebiete verlieren bald an Kraft - der Weg für Regen bringende Tiefdruckgebiete öffnet sich.

Unser wetter.de-Modell ist noch nicht ganz so optimistisch, was den Regen angeht. Das Mai-Finale wird aber auch bei diesem Modell durchaus nass.
Unser wetter.de-Modell ist noch nicht ganz so optimistisch, was den Regen angeht. Das Mai-Finale wird aber auch bei diesem Modell durchaus nass.

Wann ist das soweit? Die Modelle sind sich noch nicht einig, doch an ein nasses Mai-Finale glauben die meisten Berechnungen übereinstimmend. Das wäre natürlich dahingehend schade, weil dann das Vatertags-Wochenende an Christi Himmelfahrt ins Wasser fallen würde.

Unser wetter.de-Meteorologe Carlo Pfaff hat sich die durchaus brisante Lage einmal genauer angeschaut: „Zu Beginn der nächsten Woche bildet sich ein Tief über Spanien, das sich bis Wochenmitte allmählich über Südfrankreich bis in den Süden Deutschlands ausbreitet. Das bringt feuchtwarme Luft mit und dürfte vor allem in den Alpen, in Baden-Württemberg und Bayern, teils auch in Rheinland-Pfalz mal kräftige Regengüsse und Gewitter bringen.” Das hört sich wirklich nach anderem Wetter an.

Auch der Juni hat offensichtlich Regen im Gepäck

Und weiter? „Danach gehen die Vorhersagen der Modelle jedoch auseinander”, so Pfaff. „Während nach dem Modell des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) das Tief rasch nach Osten abziehen und sich wieder Hochdruckeinfluss durchsetzen könnte, lässt das Amerikanische Modell ein weiteres Tief bei Irland entstehen, das dem Nordatlantikhoch dann endgültig die Luft abdreht”, so unser Experte. Das würde dann eine längere nasse Phase bedeuten.

Die amerikanischen Kollegen der NOAA sehen einen durchaus feuchten Juni
Die amerikanischen Kollegen der NOAA sehen einen durchaus feuchten Juni

Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, dann steht uns also eine längere feuchte Phase bevor, die in einem insgesamt zu warmem Juni stattfindet. Das könnte auch eine Gewitter- bzw. Unwetterlage bedeuten. Ob das dann tatsächlich so kommt, ist jetzt noch ein bisschen der berühmte Blick in die Glaskugel. Aber: Die festgetackerte Wetterlage kommt an ihr Ende - da ist endlich Bewegung in der Atmosphäre drin.

(osc)