Schweres Erdbeben in Südostasien

Hochhaus eingestürzt - Notstand in Bangkok

Erdbeben in Thailand
Massive Zerstörung in Thailand

Plötzlich bebt die Erde - teils minutenlang, Gebäude und Brücken stürzen ein: Ein schweres Beben mit Epizentrum in Myanmar erfasst die Region in Südostasien. In einem Hotel sollen Menschen eingeschlossen sein. In Bangkok ist ein im Bau befindliches Hochhaus eingestürzt.

Panik in der Mittagszeit

In der thailändischen Hauptstadt Bangkok bebte die Erde zur Mittagszeit – ausgerechnet in der lebhaften Lunch-Stunde, als Restaurants und Straßen voll waren. Besonders stark betroffen war der Stadtteil Silom mit seinen zahlreichen Hochhäusern, Büros und Einkaufszentren. Innerhalb weniger Minuten flüchteten Tausende Menschen auf die Straßen. Viele Aufzüge waren gesperrt, Menschen rannten 20 bis 30 Stockwerke zu Fuß hinunter. Der Verkehr kam zum Erliegen, auch der beliebte Skytrain stellte den Betrieb ein. Aus Sicherheitsgründen wurden Patienten vorsorglich in Rollstühlen aus Krankenhäusern geschoben. Teilweise war das Mobilfunknetz überlastet, sodass Angehörige nicht erreichbar waren. Trotz der Angst blieb die Lage ruhig und geordnet.

Im Stadtteil Chatuchak stürzte ein im Bau befindliches Hochhaus nach den Erschütterungen in sich zusammen. Videos im Internet zeigen, wie der Rohbau kollabiert, während Arbeiter fliehen. Von den 81 Menschen, die von den Gebäudetrümmern verschüttet worden seien, seien mindestens drei tot, teilte der thailändische Vize-Regierungschef Phumtham Wechayachai mit. Insgesamt sind durch das Beben 21 Tote bestätigt, es wird mit noch einer weit höheren Opferzahl gerechnet.

Epizentrum liegt in Myanmar

Das US Geological Survey (USGS) bezifferte das Hauptbeben auf die Stärke 7,7 in nur zehn Kilometern Tiefe. Das Epizentrum lag nahe der Millionenstadt Mandalay in Myanmar – rund 1.300 Kilometer von Bangkok entfernt. Das Deutsche Geoforschungszentrum GFZ meldete eine Stärke von 7,6 bei einer Tiefe von etwa 20 Kilometern. Einige Minuten nach dem ersten Beben wurde ein weiteres mit Stärke 6,4 registriert. In beliebten Urlaubszielen wie Phuket oder Koh Samui im Süden Thailands war vom Beben hingegen nichts zu spüren.

Erdbeben in Myanmar
Zerstörung in Myanmar

In Bangkok bebte minutenlang die Erde, Menschen verließen in Panik ihre Häuser. Im Stadtteil Silom im Zentrum der Hauptstadt waren Tausende Menschen auf der Straße, viele rannten. Sofort waren auch Helfer im Einsatz, die die Menschen anleiteten, sich unter freien Himmel zu begeben und die Gebäude zu verlassen. Aus den Krankenhäusern wurden Patienten auf die Straßen gebracht. In vielen Wohnanlagen ließ das Beben die Schwimmbecken überschwappen.

Auch in China gibt es Schäden

Mindestens zehn Menschen sind laut Medienberichten beim Einsturz einer Moschee in Myanmar im Anschluss an das heftige Erdbeben in dem südostasiatischen Land gestorben. Das berichtete die Nachrichtenagentur Khit Thit Media unter Berufung auf Rettungskräfte. Die Moschee stand den Angaben zufolge in der Stadt Mandalay. In Myanmar kippten Häuser zur Seite, in Straßen entstanden riesige Risse, die bekannte Ava-Brücke in der Nähe des Epizentrums des Bebens stürzte ein. In der Hauptstadt Naypyidaw stürzte der Eingang der Notaufnahme eines wichtigen Krankenhauses der Stadt ein. Rund um die 1000-Betten-Klinik wurden hunderte Verletzte unter freiem Himmel behandelt.

Ein Arzt, der anonym bleiben wollte, sagte, nach vorläufigem Stand seien etwa 20 der Verletzten gestorben. „Ich habe so etwas noch nicht erlebt”, sagte er. „Wir versuchen, mit der Situation klarzukommen. Ich bin jetzt so erschöpft.” In China war das Beben auch in der an Myanmar angrenzenden Provinz Yunnan in Südwestchina deutlich zu spüren, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete. Betroffen waren unter anderem die Großstadt Kunming und die bei Touristen beliebten Orte Lijiang und Dali.

Auswärtiges Amt warnt Deutsche in Thailand

Starkes Erdbeben erschüttert Bangkok
Viele versuchen nach dem Erdbeben Bangkok zu verlassen. Es werden Nachbeben befürchtet.

Das Auswärtige Amt Deutsche hat zur Vorsicht aufgerufen. Deutsche Staatsbürger in Thailand sollten die Nachrichten verfolgen und die Verhaltenshinweise der örtlichen Behörden sowie ihres Reiseanbieters oder Hotels beachten, hieß es in den aktualisierten Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes. „Halten Sie Ihre Daten auf dem neuesten Stand und aktualisieren Sie diese, sollten Sie sich momentan nicht in Thailand aufhalten”, hieß es weiter. Es wird mit Nachbeben gerechnet. (osc)