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Tropennacht voraus – der Sommer legt los

von Amelie von Kruedener

Es wird heiß in Deutschland - und das von Tag zu Tag mehr in dieser Woche.
Es wird heiß in Deutschland - und das von Tag zu Tag mehr in dieser Woche.

Guten Tag liebe Wetter-Freundinnen und -Freunde! Das sind unsere Wetter und Klima-News des Tages

Schon die Nacht zeigt, wohin die Reise geht: Während es im Nordosten noch auf erfrischende 10 bis 14 Grad abkühlt, bleibt es sonst vielerorts ungewöhnlich warm – mit Tiefstwerten von 16 bis 22 Grad. Vor allem in den Ballungsräumen droht damit eine waschechte Tropennacht, in der es kaum Abkühlung gibt.

Wer nachts durchschwitzt, darf sich also schon mal an den Sommermodus gewöhnen – denn die Hitze nimmt jetzt erst richtig Fahrt auf.

Der Dienstag startet sonnig und nahezu wolkenlos – ideales Badewetter. Doch im Laufe des Nachmittags entwickeln sich vom Alpenrand bis zur Eifel einzelne, teils kräftige Gewitter. Die Temperaturen steigen zuvor auf 30 bis 34 Grad, entlang des Rheins sind sogar bis zu 38 Grad drin. Nur direkt an der Küste bleibt es etwas angenehmer mit 23 bis 27 Grad.

Hitzewelle lässt Straßen platzen – Versicherer schlagen Alarm

Wenn der Asphalt beult, knallt und reißt, ist meist nicht der Verkehr schuld – sondern die Hitze. Vor der anrollenden Hitzewelle mit bis zu 40 Grad warnt die Versicherungswirtschaft jetzt vor gefährlichen Straßenschäden. Besonders ältere Betonfahrbahnen können sich bei großer Hitze plötzlich aufwölben oder aufplatzen. Das nennt sich „Blow-up“ – und kommt oft ohne Vorwarnung.

Der Versicherungsverband GDV rät daher: An heißen Tagen lieber mal den Bleifuß zügeln. Motorrad- und Autofahrer sollen vorausschauend fahren – nicht zuletzt, weil der Schaden am Fahrzeug meist nur durch die Vollkasko gedeckt ist. Wer auf die Straßenmeisterei hofft, schaut oft in die Röhre: Eine Haftung gibt’s nur, wenn Warnhinweise unterlassen wurden. Die ersten Hitzespitzen werden von Tag zu Tag in dieser Woche heftiger – mit Temperaturen von bis zu 40 Grad. Also: cool bleiben und auf der Straße doppelt wachsam sein.

Badetote am Rhein

Die Hitze hat erste Todesopfer geordert: In Düsseldorf ist ein 32 Jahre alter Mann nach einem Bad im Rhein gestorben. Laut Polizei war er am Sonntag am sogenannten Paradiesstrand von Augenzeugen aus dem Wasser gezogen worden. Er sei unter „Reanimationsbedingungen” in die Universitätsklinik gebracht worden und dort gestorben. In Bornheim bei Bonn war nach einer stundenlangen Suche ein beim Baden verunglückter Mann tot geborgen worden. Der 51-Jährige war am Sonntagmittag mit Arbeitskollegen im Berggeistweiher schwimmen gegangen und dabei plötzlich untergegangen, wie die Polizei mitteilte.

Hitze erhöht den Durst
Hitze ist brandgefährlich für unsere Körper.

Seit 2010 war jeder Juni hierzulande zu warm

Der diesjährige Juni war zu trocken, zu warm und sehr sonnig. Der Monat reiht sich damit in die vergangenen Junimonate ein: Jeder Juni seit 2010 war zu warm, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen seiner rund 2.000 Messstationen bekanntgab. Seit 2010 war jeder Juni hierzulande zu warm.

Insbesondere die Sonne leistete laut den Experten Überstunden: rund 277 Stunden schien sie vom Himmel - deutlich mehr als das Soll von 203 Stunden der internationalen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Im Vergleich zur Referenzperiode 1991 bis 2020 (216 Stunden) ergab sich eine positive Abweichung von 28 Prozent, teilte der DWD mit. Besonders viel Vitamin D konnte man im Südwesten tanken. Fast 300 Sonnenstunden standen dort zu Buche.

Damit einher gingen auch einige kurze Hitzewellen. Das Temperaturmittel lag nach Wetterdienstangaben im Juni bei 18,5 Grad und damit um 3,1 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (15,4 Grad).

Hitzewelle in Frankreich immer schlimmer

Die Hitzewelle in Südeuropa hat Frankreich in einem bislang nie dagewesenen Ausmaß erfasst: „Das hatten wir noch nie”, sagte Umweltministerin Agnès Pannier-Runacher der Nachrichtenagentur AFP, nachdem der Wetterdienst für 84 der insgesamt 101 Départements des Landes für Montag eine Hitzewarnung ausgeben hatte. Nur die Küste am Ärmelkanal und die Grenzregion zu Belgien und Deutschland bleibt vorerst verschont.

Heatwave hits France
Erbärmliche Hitze in Frankreich

Die Hitzewelle soll mindestens bis Mitte der Woche anhalten, örtlich werden Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius erwartet. Selbst nachts soll das Thermometer kaum unter 20 bis 24 Grad sinken.

Inmitten der Hitze sind in Südfrankreich größere Waldbrände entfacht - möglicherweise wegen eines Grills. Ein Teil der Autobahn A61 wurde gesperrt, der Campingplatz in Bizanet wurde geräumt, wie die örtliche Präfektur mit Sitz in Carcassonne mitteilte. Insgesamt sieben Brände seien ausgelöst worden, weil eine Person in einem Anhänger einen Grill transportierte, in dem noch nicht erloschene Glut gewesen sei, sagte Präfekt Christian Pouget im Sender BFMTV. Die Glut sei entlang der Straße hinausgeflogen.

Nächster Sturm vor der Küste Mexikos

Der tropische Sturm „Flossie” befindet sich vor der Westküste Mexikos und soll in den kommenden Tagen nach Nordwesten ziehen und dabei zu einem Hurrikan werden. In den mexikanischen Staaten Oaxaca, Guerrero, Michoacán, Colima und Jalisco kann es dabei zu starken Regenfällen und somit zu Überschwemmungen sowie Erdrutschen kommen.

Tropische Nächte und bis 40 Grad - das wird heftig. Mittwoch Hitze-Höhepunkt

Die kommenden Tage werden brutal: Tagsüber klettern die Werte auf 36, 37, 38 und vielleicht sogar 39 oder 40 Grad. Das lähmt. Und das tötet sogar, denn Hitze ist ein Killer, besonders für alte Menschen.

Bei 40 Grad hält man es draußen nicht mehr aus, das öffentliche Leben steht still. Die Menschen, die draußen arbeiten müssen, sind einer großen Gefahr ausgesetzt. Und unsere Körper erholen sich nachts kaum mehr, denn die Nächte bleiben tropisch. Das heißt, die Temperatur fällt nicht unter 20 Grad.

Wann erreichen wir wo den Hitze-Höhepunkt? Mittwoch wird der heißeste Tag. Im Westen/Südwesten können es 39 Grad werden, evtl. sogar um 40 Grad. Enorm heiß wird es auch in einem Bogen von NRW über Niedersachsen bis rauf nach Berlin. Anders ausgedrückt. Halbwegs erträglich bei 30 bis 35 Grad wird es nur an den Küsten und im Südosten. Der Rest des Landes landet unter einer fiesen Hitzeglocke.

Die Zahl der Hitzetage steigt und steigt.
Die Zahl der Hitzetage steigt und steigt.

Heiß, heißer, Deutschland - diese Woche drohen 40 Grad

Die neue Woche startet verbreitet sehr sonnig und trocken. Nur vereinzelt und vor allem vom Schwarzwald bis zu den Alpen bilden sich später teils kräftige Gewitter. Im Süden und Westen wird es zudem sehr heiß mit 31 bis 36 Grad, im Nordosten ist es angenehmer mit 24 bis 29 Grad. Damit endet der Juni passend zu seiner Gesamtbilanz, nämlich zu warm, zu trocken und überdurchschnittlich sonnig.

Diese Woche kommt es hitzetechnisch knüppeldick. Es wird immer heißer und immer drückender. Schwüle Hitze ist brandgefährlich für unsere Körper. Bis Mittwoch klettern die Werte auf 39 Grad, vielleicht sogar 40. Dann kommen Gewitter, die wieder einmal unwetterartig ausfallen können. Heftig.

Obdachlose oft ohne Zugang zu Trinkwasser

Die Temperaturen klettern auf Rekordhöhe. Doch auf der Straße ist Trinkwasser knapp. Die Heilsarmee weist darauf hin, dass mehr als ein Drittel der Obdachlosen keinen Zugang zu Trink- und Waschwasser haben. Die alarmierende Zahl stammt aus einer empirischen Untersuchung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Hinzu kommt der schlechte körperliche Zustand der Obdachlosen.

Brandschutz statt Bratwurst - Grillverbot wegen Hitze und Trockenheit

Bei starker Trockenheit ist in einer Reihe von Kommunen in Nordrhein-Westfalen das Grillen in öffentlichen Parks und Grünanlagen verboten. Die Großstädte Bochum, Duisburg, Gelsenkirchen und Leverkusen haben den sogenannten Grasland-Feuerindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zum Maßstab für mögliche Grillverbote gemacht. Auch andere Städte und Gemeinden können kurzfristig und zeitlich begrenzte Grillverbote bei erhöhter Brandgefahr aussprechen. Das regelt jede Kommune für sich.

In Bochum besteht bereits ein Grillverbot, das ab der Stufe 3 greift, die für mittlere Gefahr steht. Duisburg hat das Grillverbot an die Stufe 4 für hohe Gefahr geknüpft, die nach einer DWD-Prognose heute erreicht wird. In Gelsenkirchen und Leverkusen, die ebenfalls ein Grillverbot in öffentlichen Parks und Grünanlagen ab Stufe 4 festgesetzt haben, werden diese Regelungen voraussichtlich an diesem Dienstag greifen. „Damit soll verhindert werden, dass schon ein kleiner Funke vom Grill einen Flächenbrand entzündet”, erklärte Helmut Dedy, Geschäftsführer des Städtetages NRW.

Video: So heftig werden die Temperaturen in Deutschland in den nächsten Tagen

Video: So heiß geht das Wetter in Europa weiter

Wetterlage: Hoch Anita bekommt Unterstützung von Bettina

Wetterlage Europa
Die Wetterlage für Montag, 30.06.2025 um 14 Uhr

Der Juni verabschiedet sich mit der ersten großen Hitzewelle des Jahres. Und die reicht voraussichtlich bis zum kommenden Donnerstag. Höhepunkt ist wahrscheinlich am Mittwoch, dann wird es verbreitet sehr heiß mit 35 bis 38 Grad, im Westen und Südwesten könnte sogar die 40 Grad Marke geknackt werden. Selbst der Norden bekommt um die 33 Grad - nur direkt an der Küste bleibt es deutlich kühler. Im Gegensatz zu den meisten anderen Regionen wird man sich im Norden über die Hitze aber wahrscheinlich freuen, weil sie erstens nicht so extrem ausfallen wird und es hier bis jetzt auch nicht allzu viele Sommertage gab.