Klimaschutzindex 2025
Deutschland rutscht ab – und Europa stagniert
Der neue Klimaschutz-Index der Umwelt- und Entwicklungsorganisation, Germanwatch, zeigt ein ernüchterndes Bild: Kein Land ist auf Kurs, die Pariser Klimaziele zu erreichen. Auch Deutschland und die EU verlieren an Boden – und die Lücke zwischen Anspruch und Realität wächst.
Deutschland: Fortschritte mit eingebauter Bremse
Deutschland fällt im aktuellen Climate Change Performance Index (CCPI) um zwei Plätze auf Rang 16. Während der Ausbau der Erneuerbaren Energien vorankommt, droht das Land vor allem in den Sektoren Verkehr und Gebäude seine Ziele zu verfehlen. Die jüngsten Aufweichungen des Klimaschutzgesetzes verschärfen das Problem.

Zwar dürften die nationalen 2030-Klimaziele noch erreicht werden – aber nur, wenn alle vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt werden. Angesichts wachsender Haushaltsengpässe steht jedoch vieles auf der Kippe. Besonders kritisch: Die Emissionsminderungen in der Industrie resultieren laut CCPI-Expertinnen und Experten eher aus dem wirtschaftlichen Abschwung als aus wirksamer Klimapolitik.
EU: Mäßig ehrgeizig, aber mit widersprüchlicher Strategie
Die EU erreicht im neuen Ranking nur Platz 17 und erhält in allen vier Kategorien – Treibhausgase, Energieverbrauch, Erneuerbare Energien und Klimapolitik – lediglich ein mäßiges Urteil. Zwar wurden ambitioniertere Ziele für Emissionsreduktionen und den Ausbau erneuerbarer Energien beschlossen, doch fossile Subventionen laufen weiter – entgegen früherer Zusagen.
Ein zentrales Problem: Neue Infrastrukturprojekte für Gasimporte drohen den Ausstieg aus fossilen Energien zu verzögern. Auch der Druck der Agrarlobby hat Spuren hinterlassen – zuletzt wurden Umweltauflagen im Landwirtschaftsbereich abgeschwächt. Positiv hervorgehoben wird hingegen das neue EU-Gesetz zur Wiederherstellung von Ökosystemen.
Global: Niemand auf dem Siegerpodest
Erstmals bleiben im CCPI gleich die ersten drei Plätze unbesetzt. Kein Land bringt in allen Bereichen – Emissionen, Energie, Klimapolitik – ausreichend Fortschritt, um eine sehr gute Bewertung zu erhalten. Dänemark (Platz 4), die Niederlande (5) und Großbritannien (6) führen das Ranking an, ohne wirklich vorbildlich zu sein.

Besonders bitter: Vierzehn der G20-Staaten schneiden schlecht oder sehr schlecht ab. Dazu zählen auch Schwergewichte wie die USA (Rang 57), Japan (58), Kanada (62) und Russland (64). Am Tabellenende finden sich außerdem Saudi-Arabien, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate.




