Es geschieht tatsächlich!

40 Grad Unterschied: Frühling gewinnt vorerst das Tauziehen

von Paul Heger

Die Wetterlage in Europa ist nichts für schwache Nerven, denn der Winter rangelt mit dem Frühling und das direkt über Deutschland. Nach arktischer Kaltluft mit Dauerfrost bricht bald wohl der Frühling durch. Ist das die Wetter-Wende?
Im Video: Ein großes Sturmtief schiebt bald milde Luft zu uns

Deutschland erwartet zunächst bis -20 Grad!

Ein Mann faehrt auf verschneiter Strasse auf dem Fahrrad, aufgenommen in Berlin, 14.02.2025. Berlin Deutschland *** A man riding a bicycle on a snowy road, taken in Berlin, 14 02 2025 Berlin Germany Copyright: xphotothek.dex
Winterliches Berlin! Und wenn die Wolkenlücken nachts kommen, wird es eisig kalt!

Zunächst heißt es Bibbern. Der Winter ist mit Schnee vom Norden bis in den Süden gezogen. Am Wochenende bekommt die Wolkendecke immer mehr Löcher und dann geht es in den Temperaturkeller: bis zu -10 Grad in den Niederungen, besonders im Osten und Norden, und bis rund -15 Grad in manchen höheren Lagen.

Anfang der Woche ist es in den Nächten verbreitet klar, womit es im Osten in den Niederungen teils in Richtung -15 Grad geht, besonders über den Schneeflächen vielleicht örtlich darunter? Im Bergland sollten dann örtlich um -20 Grad drin sein. Fast schon logisch, dass es tagsüber dann hier und da auch Dauerfrost gibt, besonders im Norden und Osten.

Wetterumschwung bringt bis zu 40 Grad Temperaturunterschied

Frühling! Bald blühen wohl die Krokusse!
Frühling! Bald blühen wohl die Krokusse!

Anfang nächster Woche geschieht gleichzeitig aber noch etwas anderes. Über liegt ein riesiges, kräftiges Tiefdruckgebiet, das massiv Luft aus Südwest in Richtung Mitteleuropa schiebt. Am Dienstag werden wir das im Westen und Südwesten von Deutschland deutlich spüren. Die Temperaturen könnten hier örtlich schon in Richtung 10 Grad gehen, wohingegen der Nordosten im leichten Dauerfrost hängt.

Am Donnerstag sollten wir im Westen wohl schon die 15 Grad-Marke überschreiten, wenn wir nicht am Freitag die 20 Grad anknabbern. Das wären in wenigen Tagen 40 Grad Temperaturunterschied von Eisnacht zu Frühlingstag.

Wackelkandidat Osten: Die Kälte ist ein zäher Hund!

Im Osten braucht das Ganze länger. Wenn im Westen Mitte der Woche zarte Frühlingsgefühle aufkommen, bibbert der Osten noch. Örtlich könnte es hier sogar noch Dauerfrost geben. Hat sich die Kälte über dem Kontinent erst mal eingenistet, krallt sie sich quasi fest und lässt die milde, leichte Luft oben drüberziehen. Es braucht schon einigen Einsatz, um die schwere Kaltluft wegzupusten.

Ende nächster Woche sollte es aber auch im Osten deutlich milder werden. Höchstwerte von rund 10 Grad sollten machbar sein. Wir sehen aber, dass es nicht so richtig hoch hinausgeht. Schaut man auf ganz Europa, sieht man auch, dass ein bisschen weiter östlich die Kälte weiterhin lauert. Und das sollte allen Frühlings-Euphoristen eine Warnung sein.

Langfrist-Trend: Frühlingsdurchbruch vs. Polarwirbel-Klatsche

Der Frühling kommt nächste Woche regional zu Besuch, den Winter sollten wir aber nicht abschreiben!
Der Frühling kommt nächste Woche regional zu Besuch, den Winter sollten wir aber nicht abschreiben!

Also: Ja, die Messe für die nächste Woche scheint gelesen zu sein. Der Frühling kommt von Westen mit Spitzenwerten zwischen 15 und 20 Grad nach Deutschland. Im Osten wird es auch milder, aber die Kaltluft ist nur woanders. Ab dem Wochenende nehmen die Unsicherheiten wieder zu. Zum einen könnte die Kälte im Osten mit einem Hoch wieder zurückschwappen – schwächer als aktuell, aber eben auch deutlich frischer als zwischendurch.

Andere Modelle sehen eher den großangelegten Aufbau einer neuen winterlichen Lage, mit einem blockierenden Hoch über den Britischen Inseln, einem großen Tief über dem Nordwesten von Russland und dementsprechend arktische Luft, die vom Nordpolarmeer über Finnland zu uns rutschen könnte. Der Polarwirbel ist weiterhin schwach bis komplett geteilt. Ein neuer Kaltluftausbruch wäre nur konsequent.

Das Tauziehen geht also weiter. Die Mittelfrist bleibt bei genauem Blick auf die europäische Wetterlage recht offen. Da sollte uns der schnelle Blick in die Wetterdaten der Apps nicht (ent)täuschen. Aber wir wollen die Frühlingsvorfreude nicht allzu sehr dämpfen. Die milden Modellvarianten existieren – einige und open end! Warten wir's ab!

(phe)