Drama im Sternbild Stier
T Tauri: Wenn ein Stern vom Nachthimmel verschwindet
Das junge Sternsystem T Tauri im Sternbild Stier erlebt ein außergewöhnliches Phänomen: Eine Verdunkelung, die durch die Bewegung von T Tauri Süd und eine dichte Staubscheibe ausgelöst wird. Diese kosmische Konstellation könnte dazu führen, dass T Tauri Nord – der bisher sichtbare Hauptstern – vollständig vom Himmel verschwindet.
Ein junger Stern im Wandel

T Tauri ist ein junges Sternsystem im Sternbild Stier, etwa 450 Lichtjahre von der Erde entfernt. Es hat ein Alter von maximal 10 Millionen Jahren und befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Der Stern ist von einer dichten kosmischen Staubwolke und einer protoplanetaren Scheibe umgeben, die als Vorläufer eines Planetensystems gilt. Starke Emissionslinien und intensive Infrarotstrahlung machen T Tauri zudem zu einem wichtigen Forschungsobjekt. Doch scheint es so, als könne der Stern bald nicht mehr so gut zu sehen sein.
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Eine kosmische Verdunkelung im Fokus
Neueste Beobachtungen zeigen, dass T Tauri Nord von T Tauri Süd verdunkelt wird – ein Ereignis, das in der Astronomie fast einzigartig ist. Die Bewegung von T Tauri Süd auf einer stark exzentrischen Umlaufbahn sowie die dichte Staubscheibe des Systems tragen dazu bei, dass T Tauri Nord bald schlechter zu sehen sein wird.
Die Auswirkungen sind dramatisch:
- Helligkeitsverlust: T Tauri Nord, der bisher optisch sichtbare Hauptstern, ist von Magnitude 10,2 auf weniger als Magnitude 12 gesunken – die stärkste Verdunkelung seit mehr als 100 Jahren.
- Unsichtbarer Stern: Es besteht die reale Möglichkeit, dass T Tauri Nord im Laufe des Jahres 2025 vollständig verdunkelt wird, da sein Licht durch die Staubscheibe vollständig gefiltert werden könnte.
- Langfristiges Phänomen: Diese Verdunkelung könnte bis zu 100 Jahre anhalten, wobei der Grad der Helligkeitsabnahme in den kommenden Jahrzehnten noch extremer werden könnte.
Fenster in die Frühphase des Universums
Die Verdunkelung von T Tauri Nord durch die Bewegung von T Tauri Süd eröffnet eine seltene Gelegenheit, junge Sternsysteme bei ihrer dynamischen Entwicklung zu beobachten. Während T Tauri Nord vielleicht für Jahrzehnte aus unserem Blickfeld verschwindet, bleibt das Sternsystem ein lebendiges Laboratorium, das uns daran erinnert, wie vergänglich selbst die hellsten Objekte des Universums sein können.
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Ein Stern mit Geschichte
T Tauri wurde am 11. Oktober 1852 vom britischen Astronomen John Russell Hind entdeckt. Gleichzeitig entdeckte der Wissenschaftler einen eng benachbarten Nebel, der heute als Hinds veränderlicher Nebel (NGC 1554-1555) bekannt ist. Seit 1867 ist zudem bekannt, dass T Tauri ein veränderlicher Stern ist. Seine Helligkeit schwankt zwischen 9. und 13. Magnitude – ein weiteres Beispiel für die dynamischen Prozesse, die das System prägen. Aus diesem Grund gilt das T-Tauri-Sternensystem seit 1945 als Prototyp für eine eigenständige Sternkategorie. Scheint ganz so, dass das Sternsystem uns auch in Zukunft noch weiter beschäftigen wird.
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(kfb)