Überraschend hohe Temperaturen
Wo können Astronauten auf dem Mond sicher überleben?
Neue Messungen auf dem Mond zeigen extreme Temperaturschwankungen in der Südpolregion. Während einige Gebiete wärmer sind als erwartet, könnten nahegelegene Hänge stabile Bedingungen für Wassereis bieten. Doch was bedeutet das für Astronauten und zukünftige Mondstationen?
Extreme Hitze und Kälte: Der Mond ist unberechenbarer als gedacht

Die indische Raumsonde Chandrayaan-3 hat erstmals detaillierte Temperaturdaten aus hohen Mondbreiten geliefert. Dabei zeigte sich: Die Temperaturen schwanken stärker als bisher angenommen. In einem Bereich, der als vielversprechend für zukünftige Mondbasen galt, erreichte die Oberfläche 82 Grad Celsius am Tag – ein überraschend hoher Wert. Nachts hingegen fiel die Temperatur auf minus 168 Grad Celsius.
Für Astronauten und Technik bedeutet das eine extreme Belastung: Raumanzüge, Fahrzeuge und Habitate müssen mit noch größeren Temperaturschwankungen klarkommen als gedacht. Besonders Geräte mit sensibler Elektronik könnten durch die Hitze schneller ausfallen oder zusätzlichen Schutz benötigen.
Regeln und Gesetze im All: Verwirrung um die Nutzung von Mond und Asteroiden
Doch es gibt Hoffnung: Manche Orte könnten Wassereis speichern
Trotz der hohen Temperaturen gibt es auch eine positive Nachricht: Nur wenige Meter entfernt, auf einem Hang mit einer anderen Neigung, war die Spitze der Tagestemperatur mit 59 Grad Celsius deutlich niedriger. Das zeigt, dass die Topografie eine große Rolle spielt – polwärts geneigte Hänge könnten kühl genug sein, um Wassereis in geringen Tiefen zu bewahren.
Laut Simulationen könnten besonders Hänge mit über 14 Grad Neigung in hohen Breitengraden eine Umgebung bieten, die der von Kratern am Südpol ähnelt – aber technisch einfacher zu erreichen ist. Diese Gebiete könnten daher als Zwischenlösung für Mondstationen dienen, wenn direkte Landungen in tiefen Kratern zu riskant sind.
Weitere Themen rund um Wissenschaft und Kosmos
Was bedeutet das für zukünftige Mondbasen?
Nachteile der neuen Erkenntnisse:
- Höhere Temperaturen als erwartet erschweren die Planung von Schutzmaßnahmen für Astronauten.
- Technische Systeme müssen an extreme Schwankungen angepasst werden.
- Nicht jede Region des Südpols enthält stabiles Wassereis.
Vorteile der neuen Erkenntnisse:
- Nicht alle Orte sind zu heiß – es gibt Hanglagen mit stabileren Temperaturen.
- Wasser könnte an bestimmten Orten leichter zugänglich sein als in extrem schattigen Kratern.
- Astronauten könnten Ressourcen abbauen, ohne in gefährliche, eiskalte Krater steigen zu müssen.
Die Wahl des Standorts wird entscheidend
Die neuen Daten zeigen, dass die Planung von Mondmissionen präziser erfolgen muss als bisher gedacht. Ein falscher Standort könnte Astronauten lebensfeindlichen Temperaturen aussetzen – doch gut gewählte Regionen mit günstiger Hanglage könnten Wasser und stabilere Temperaturen bieten.
Für Raumfahrtagenturen wie die NASA bedeutet das, dass die Suche nach geeigneten Landeplätzen neu überdacht werden muss. Während extreme Kälte in polaren Kratern bisher als größte Herausforderung galt, könnten nun auch unerwartete Hitzezonen zur Gefahr werden. Die neuen Erkenntnisse sind ein Meilenstein für zukünftige Mondmissionen – sie zeigen Risiken, aber auch Chancen.
Fakten zur Artemis-Mission: So will die Nasa den Mond erobern
(kfb)



