Kosmische Katastrophe mit Folgen
Supernovae als Killer: Haben Sternenexplosionen zwei Massenaussterben ausgelöst?
Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass nahegelegene Supernova-Explosionen zwei der größten Massenaussterben der Erdgeschichte verursacht haben könnten. Forscher analysierten Sternenverteilungen und fanden Hinweise auf verheerende kosmische Einflüsse.
Kosmische Explosionen und ihr irdischer Einfluss

Supernovae, die spektakulären Explosionen massereicher Sterne, hinterlassen nicht nur leuchtende Nebel im All, sondern könnten auch das Leben auf der Erde drastisch beeinflussen. Eine neue Studie unter Leitung von Alexis Quintana von der Universität Alicante zeigt, dass mindestens zwei Massenaussterben mit nahen Supernova-Explosionen in Verbindung stehen könnten. Die betroffenen Ereignisse, die sich vor etwa 445 Millionen Jahren (Ordovizium) und vor 372 Millionen Jahren (spätes Devon) ereigneten, löschten bis zu 70 Prozent aller Arten aus.
Mehr Energie als die Sonne: Haben Gammablitze ein Massensterben auf der Erde verursacht?
Laut den Forschern war es hauptsächlich die hochenergetische Strahlung der Supernovae, die massive Schäden auf der Erde verursachte. Diese Strahlung hätte die Ozonschicht zerstören können, was zu erhöhter UV-Belastung, saurem Regen und klimatischen Umbrüchen führte. Dadurch wurden nicht nur Organismen in flachen Meereszonen dezimiert, sondern auch ökologische Systeme weltweit ins Wanken gebracht.
Beweise aus der Verteilung massereicher Sterne
Das Team um Quintana untersuchte die Verteilung von massereichen OB-Sternen in unserer kosmischen Nachbarschaft und rekonstruierte deren Supernova-Rate. Dabei zeigte sich, dass es in einem Umkreis von etwa 1000 Lichtjahren mehrere solcher Explosionen gegeben haben muss – in Zeiträumen, die mit den Massenaussterben korrelieren. Die Forscher errechneten, dass etwa alle 400 Millionen Jahre eine Supernova so nahe explodieren könnte, dass sie die Erde signifikant beeinflusst.
Obwohl solche Ereignisse selten sind, bleibt die Frage, ob auch in Zukunft eine nahe Supernova die Erde bedrohen könnte. Die aktuelle Supernova-Rate im Umkreis von 1000 Lichtjahren wird auf etwa 2,5 Ereignisse pro Milliarde Jahre geschätzt. Dies bedeutet, dass eine solche Katastrophe zwar extrem unwahrscheinlich ist, aber nicht ausgeschlossen werden kann. Zukünftige Untersuchungen könnten präzisere Hinweise darauf liefern, welche Sternensysteme als Nächste in einer gewaltigen Explosion enden könnten.
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(kfb)



