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Eisheilige
dpa, Stephan Jansen

Eisheilige

Die fünf Eisheiligen sind Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia. Ihre Gedenktage liegen regional unterschiedlich vom 11. – 15. Mai direkt hintereinander. Sie waren Bischöfe und Märtyrer aus dem 4. und 5. Jahrhundert und zählen zu den Wetterheiligen, die man anrief, um günstiges Wetter für die Landwirtschaft zu erbitten. Durch die gregorianische Kalenderreform sind die Gedenktage nach 1582 um etwa 10 Tage nach vorne geschoben worden und finden nicht mehr Ende Mai statt. Zu den Eisheiligen gibt es viele Bauernregeln, mit denen man angeblich das Wetter über Wochen und Monate voraussagen kann. Insbesondere die Kalte Sophie ist Bestandteil vieler Bauernregeln, wie zum Beispiel: Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist. Das Frühlingswetter wird folglich nach den kalten Tagen erst milde und frostfrei, was für die Saat eine große Bedeutung hat. Frostempfindliche Pflanzen sollten bei entsprechenden Temperaturen besser in die Wohnung geholt werden. Die Eisheiligen werden in der Meteorologie als sogenannte Wettersingularität verstanden. Bei den Eisheiligen Mitte Mai wird eine milde Wetterlage durch eine ungewöhnlich kalte Witterung unterbrochen. Erklären lassen sich die Kälteeinbrüche im Mai dadurch, dass sich das europäische Festland im Mai durch warme Temperaturen bereits deutlich erwärmt hat, aber das Wasser in den Meeren sich langsamer erwärmt. Wegen der Temperaturdifferenzen bilden sich Tiefdruckgebiete, die dafür sorgen, dass sich eiskalte Luftströmungen aus den Polargebieten über das Festland erstrecken.

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