Wirbelsturm hinterlässt Zerstörung und Tote - und die Katastrophe geht weiter

Zyklon TAUKTAE zieht auf Indiens Millionenmetropole Neu Delhi zu

Zyklon TAUKTAE ist am Dienstag auf Land getroffen

Der starke Wirbelsturm TAUKTAE hat in Indien bereits mindestens 38 Menschen das Leben gekostet und die Unwetterkatastrophe ist noch nicht vorbei: TAUKTAE zieht nach Neu Delhi – die Hauptstadt Indiens mit mehr als 28 Millionen Einwohnern in ihrem Großraum und schwacher Infrastruktur.

Wirbelsturm Tauktae zieht auf Indiens Hauptstadt Neu Delhi zu.
Zyklon Tauktae zieht über Indien in Richtung der Hauptstadt Neu Delhi. © wetter.de

Meteorologische Einschätzung von Zyklon Tauktae

Meteorologe Martin Pscherer fasst die Lage zusammen: „Tauktae zieht nach seinem Landfall weiter landeinwärts in Richtung Neu-Delhi. Tauktae hat sich nach seinem Landgang zwar abgeschwächt (er war zeitweise ein Zyklon der Kategorie 4 mit Windgeschwindigkeit bis 230 km/h), wird auf seiner Zugbahn aber vor allem weiteren ergiebigen Regen bringen mit katastrophalen Auswirkungen für die Menschen in den betroffenen Gebieten. Erwartet werden verbreitet bis 200 Litern pro Quadratmeter, in Spitzen (und davon könnte auch Neu-Delhi betroffen sein) bis 400 l/m². Betroffene Bundesstaaten besonders Rajasthan, Haryana, Delhi, Uttarakhand. Aber auch in den angrenzenden Regionen sind bis 100 l/m² möglich.“

Das Hauptproblem dürfte also extremer Regenfall sein. Ausläufer von TAUKTAE haben die Metropole bereits erreicht. Nun wird der Regen dort stärker!

Wirbelsturm Tauktae verursacht extremen Regen.
Die prognostizierten Regensummen von Tauktae im Norden Indiens sind gewaltig. (Bildquelle: Meteogroup)

Hunderttausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht

Bei dem starken Wirbelsturm TAUKTAE sind bereits mindestens 38 Menschen in Indien gestorben. Zudem werden noch 90 Leute vermisst, nachdem ein Lastkahn vor der Küste der indischen Millionenstadt Mumbai gesunken ist.

In den drei zunächst betroffenen Bundesstaaten hatten seit Freitag starker Regen und Wind zu Überschwemmungen und schweren Schäden geführt. Zahlreiche Häuser wurden beschädigt oder zerstört und Bäume entwurzelt. Hunderttausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht, wie berichtet wird.

Indien leidet seit Wochen unter extremen Corona-Infektionszahlen.

Die Ausmaße von TAUKTAE sind gewaltig

Wirbelsturm TAUKTAE zieht über Indien - die Aufnahmen machen deutlich, wie gewaltig der Sturm ist.
Satellitenbildern der NASA zeigen, wie gewaltig TAUKTAE ist. (Foto vom 18. Mai) © AP, KS

DWD sieht frühen Zyklon als Auswirkung des Klimawandels

Zyklon Tauktae wütet in Indien.
Fischer holen eine Bott an Land, während sich Zyklon TAUKTAE nähert (Mumbai, 17.5.2021). © imago images/Hindustan Times, Hindustan Times via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die indische Wetterbehörde verortete den tropischen Wirbelsturm: TAUKTAE hätte sich über dem Arabischen Meer gebildet und wäre dann an Kerala und Karnataka vorbeigezogen. Seinen Landfall hatte er nun an der Küste Gujarats. Die Behörde warnten zuvor vor Böen mit Geschwindigkeiten bis zu 175 Kilometern pro Stunde und daraus resultierenden schweren Schäden. Die Fischer der Region wurden aufgefordert, nicht auf See hinauszufahren.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sieht den Zyklon als Ergebnis des Klimawandels: „Unabhängig davon, wie stark TAUKTAE nun wirklich wird, handelt es sich um ein außergewöhnliches Wetterereignis, das im Kontext des Klimawandels zu sehen ist. Denn starke Zyklone sind vor Beginn des Monsuns eigentlich sehr selten, häuften sich allerdings in den letzten Jahren deutlich. Das erste Mal seit Beginn satellitengebundener Fernerkundung traten Zyklone über dem Arabischen Meer in vier aufeinanderfolgenden Jahren (2018, 2019, 2020 (Amphan) und 21) auf.“ (cli/kfb/mit dpa)

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