Die Bilanz von Sturmtief „Eberhard“

Zugstrecken gesperrt – Tausende stranden in Bahnhöfen - MEGA Stau in NRW

Stromausfälle, Ort von der Außenwelt abgeschnitten

Das Sturmtief „Eberhard“ war am Sonntag mit Böen bis Windstärke 12 (Orkanböen) erst über NRW und Teile von Niedersachsen hinweggefegt, bevor es am Abend Thüringen und Sachsen erreichte. In Bestwig im Hochsauerlandkreis starb ein Autofahrer, als ein entwurzelter Baum während der Fahrt auf sein Auto fiel. In Chemnitz wurde ein Mann schwer verletzt, als sein Kleintransporter umgeweht wurde. Einsatzkräfte kämpften landesweit bei Tausenden von Einsätzen mit umgestürzten Bäumen und abgedeckten Hausdächern. In Thüringen wurde ein Dorf durch quer liegende Bäume vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Bahn stellte den Verkehr am Sonntagnachmittag in NRW komplett ein. Tausende Menschen strandeten in den Bahnhöfen und mussten die Nacht dort verbringen. Auch in Bayern und Baden-Württemberg kam es zu mehreren hundert Einsätzen wegen des Sturms, während die nördlichen Bundesländer weitestgehend von „Eberhard“ verschont blieben.

Dorf Mönchsberg war von der Außenwelt abgeschnitten

Das von der Außenwelt abgeschnittene Dorf Mönchsberg in Thüringen ist wieder erreichbar. Die Feuerwehr hat am frühen Montagmorgen die umgestürzten Bäume von der einzigen Zufahrtsstraße beseitigt. Während des Sturms hat die Gefahr bestanden, dass weitere Bäume umfallen. Deswegen hatte die Feuerwehr ihre Arbeit in der Nacht aus Sicherheitsgründen vertagt.

Beeinträchtigungen im Zugverkehr, MEGA-Stau in NRW

11.03.2019, Nordrhein-Westfalen, Dormagen: Ein umgestürzter Baum liegt auf einer Oberleitung einer Bahnstrecke bei Dormagen. Nach Sturmtief «Eberhard» müssen Bahnreisende in NRW am Montag weiter mit Einschränkungen, Ausfällen und verspäteten Zügen re
Das Sturmtief „Eberhard“ führte bei der Bahn am Sonntag zur Einstellung des Fahrbetriebs in NRW. © dpa, Federico Gambarini, fg fdt

Viele durch das Sturmtief „Eberhard“ verursachte Schäden an den Strecken konnten laut Bahn behoben werden. Die Aufräumarbeiten dauern aber noch an. Die Sturmschäden führen auch am Montag noch zu Beeinträchtigungen im Zugverkehr der Deutschen Bahn.

Am Montagmorgen gab es auf folgenden Strecken noch Einschränkungen:

  • Streckensperrung Wuppertal-Solingen
  • Streckensperrung Altenbeken-Hamm(Westf)
  • Strecke Rosenheim-Kufstein mit Einschränkungen befahrbar
  • Einzelne Züge zwischen Köln-Frankfurt (Schnellfahrstrecke) fallen leider aus. Dafür halten viele Züge heute zusätzlich in Siegburg/Bonn, Montabaur und Limburg Süd.


Hier können Sie checken, welche Züge wann in Ihrem Bahnhof abfahren.


Da viele Pendler nicht mit der Bahn fahren konnten, bildete sich am Montagmorgen in NRW ein Mega-Stau mit rund 500 Kilometer (gegen 08:10 Uhr).

Stromausfälle in Rheinland-Pfalz, NRW und Sachsen

Tausende Menschen im Westerwald saßen wegen des Sturms im Dunkeln. Bei insgesamt 147 Stationen der Energieversorgung Mittelrhein war im Laufe des Wochenendes der Strom ausgefallen. Mit Kerzenlicht behelfen musste sich auch die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), die im Westerwald lebt. "Stromausfall hat auch was romantisches", schrieb sie am Sonntagabend auf Twitter über ein Foto einer brennenden Kerze.

Auch im Westen Sachsens gab es mehrere Stromausfälle. Betroffen war vor allem der Bereich südöstlich von Leipzig. Auch in NRW waren einige Ortschaften östlich von Köln ohne Strom.

Orkanböen bis ins Flachland

11.03.2019, Sachsen, Dresden: Ein umgestürzter und zerschnittener Baumstamm liegt nach dem Sturmtief Eberhard in einer Haltestelle der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). Das Sturmtief brachte nach starken Böen in der Nacht auch fallenden Temperaturen u
Auch in Sachsen gab es viele umgestürzte Bäume. © dpa, Sebastian Kahnert, skh fdt

Sturmtief „Eberhard“ brachte am Sonntag Orkanböen der Stärke 12 bis ins Flachland. Im Kabelsketal bei Leipzig wurden 133 km/h gemessen, in Alsfeld in Hessen 126 km/h, in Leipzig 124 km/h und in Unna und Netphen (beide NRW) 122 km/h. Die stärkste Orkanböe wurde auf dem Feldberg im Schwarzwald mit 163 km/h registriert.

Die Stürme lassen nicht von uns

Tief „Eberhard“ ist nun nach Osteuropa abgezogen. Jetzt strömt mit einer kräftigen Nordwestströmung feuchtkalte Polarluft nach Deutschland. Das bedeutet windiges Schauerwetter, örtlich auch Gewitter, mit stürmischen Böen. Am Dienstag gibt es im Süden und Osten eine kurze Wetterberuhigung, doch sonst geht das windige und nasskalte Wetter weiter. Am Mittwoch streift uns das nächste Sturmtief und auch in Richtung Wochenende stehen die Zeichen weiter auf Sturm.