Zülpicher Börde und nordöstlicher Schwarzwald: Hohe Erdbebengefährdung in Deutschland

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Erdbebengefährdung: Besonders Niederrhein, Zülpicher Börde und der nordöstliche Schwarzwald sind betroffen. Die Karte zeigt die Gefährdung für eine mittlere Wiederholungsperiode von 475 Jahren.

Erdbeben in Deutschland? Die gibt es durchaus. Meist sind sie für Menschen kaum spürbar, messbar sind sie aber allemal. Und nun gibt es ein neues Kartenwerk zur Erdbebengefährdung. Die Gefährdungskarten wurden am Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) gefertigt und waren vom Deutschen Institut für Bautechnik in Auftrag gegeben worden.

Afrika schiebt sich immer tiefer unter Europa

Obwohl die Gefährdung durch Erdbeben in Deutschland relativ gering ist, ist sie keinesfalls zu vernachlässigen. Die vorgelegten Karten zeigen, welche Bodenerschütterungen in Deutschland zu erwarten sind.

Zwei Gebiete sind auf den Karten rot eingefärbt: Im Besonderen die Region um Eifel, Niederrhein und Zülpicher Börde, also grob das Gebiet zwischen Köln/Düsseldorf und Aachen, sowie Teile des Schwarzwaldes bis hinüber zur Schwäbischen Alb. Diese Gebiete sind laut der Forscher besonders gefährdet. Außerdem ist erhöhte Aktivität im Erzgebirge und generell entlang des Rheins zu erwarten.

Warum ist das so? Die niederrheinische Bucht zählt neben dem Oberrheingraben und dem Rhone-Graben in Frankreich zu den wichtigsten Erdbebengebieten Mitteleuropas. Hier bricht der Kontinent auseinander. Denn die afrikanische Platte schiebt den Grund des Mittelmeers samt Italien immer tiefer Richtung Norden. Hier liegt der Grund für die Entstehung der Alpen, die ein wachsendes Gebirge sind und in ein paar Millionen Jahren vielleicht den Himalaja überragen. Die Auffaltung der Alpen vermag es aber nicht, den gesamten Druck zu nehmen und so reißt der Oberrheingraben immer weiter auseinander.

Europa bricht am Oberrheingraben auseinander

Vogesen und Schwarzwald waren einst Nachbarn, nun hat der Oberrheingraben schon eine Breite von etwa 50 Kilometern - Tendenz steigend. Auch der Odenwald und die Pfalz entfernen sich voneinander. Jedes Jahrzehnt etwa einen Zentimeter. Irgendwann wird Europa also entlang der Linie Rhone - Rhein zerbrechen. Heidelberg könnte dann am Meer liegen und man müsste eine lange Schiffsreise über ein neues Meer nach Basel machen.  

So kommt es im Rheinland und am Oberrheingraben immer wieder zu kleineren Erdstößen. Nicht sehr beruhigend, dass deutsch und französische, aber auch die ohnehin schon maroden belgischen Atomkraftwerke in diesen besonders gefährdeten Regionen stehen.