WWF-Studie macht Hoffnung: Die Natur hilft, die Klimakrise zu beenden

Während der UN-Klimakonferenz in Madrid hat die Umweltorganisation WWF eine neue Studie veröffentlicht, die durchaus Anlass zur Hoffnung gibt. Darin werden sozusagen die Selbstheilungskräfte der Natur beschworen. Intakte Ökosysteme sind eine gutes Instrument bei der Begrenzung des Klimawandels, so die Autoren.

Ökosysteme sind der Schlüssel, die globale Erwärmung zu begrenzen

Am frühen Morgen liegt Nebel über dem Regenwald, Danum-Tal. Sabah, MalaysiaDie Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet.
Intakte Ökosysteme dämmen den Klimawandel ein. © Die Herrschaft der Sonne, TVNOW/ © Terra Mater, Matt

In dem Report „Climate, Nature and our 1,5° C Future” wird die Natur als Teil der Lösung begriffen. Die Ökosysteme seien einer der Schlüssel, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen und sollten daher als offizieller Bestandteil im Klimavertrag von Paris auftauchen. "Wir unterschätzen die Hilfe, die natürliche Ökosysteme bei der Bewältigung der Klimakrise leisten können", so Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland.

"Naturverlust und Klimawandel gehen derzeit Hand in Hand, doch genauso können wir die natürlichen Ressourcen bei der Eindämmung und Anpassung an die globale Erwärmung weltweit nutzen."

Treibhausgase müssen dennoch reduziert werden

Gleichzeitig warnt der WWF davor, sich angesichts dieser Nachricht entspannt zurückzulehnen. "Wer meint, dass etwa die Wiederherstellung von Wäldern oder die Wiedervernässung von Mooren eine Alternative zur schnellen Reduktion unseres Treibhausgas-Ausstoßes ist, hat den Bericht des Weltklimarates nicht gelesen: Wir müssen beides gleichzeitig kraftvoll angehen, um die Erderhitzung bei möglichst 1,5° Grad zu stoppen“, erläutert Schäfer.

Der Erhalt, Schutz und Wiederaufbau solcher Systeme habe neben Klima- und Naturschutz auch oft auch einen sozialen Nutzen: Er helfe Menschen in verwundbaren Ländern des globalen Südens bei der Anpassung an den Klimawandel, beispielsweise beim Küstenschutz oder beim Erhalt wichtiger ökologischer Systemdienstleistungen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts durch Fischerei und Landwirtschaft. Ökosysteme erhalten beispielsweise die Bodenfruchtbarkeit, beugen Erosion vor und stellen sauberes Wasser bereit.

Manuel Pulgar-Vidal von "WWF International" nimmt die Menschheit in die Pflicht: "Die Menschheit ist schuld an einem beispiellosen Naturverlust. Der Schutz und die Wiederherstellung von Natur und Umwelt ist nicht nur eine moralische Frage: Die Natur ist die Grundlage unserer Gesellschaften und Wirtschaften und unser größter Verbündeter bei der Bekämpfung der Klimakrise."