Wo steckt der Winter nur?

Wo steckt der Winter nur?

Winter in Europa? Fast Fehlanzeige!

Die Wetterlage in Europa hat sich in den letzten Tagen sehr beständig gezeigt. Ein ausgeprägtes Hochdruckgebiet über Südwest- und Westeuropa sowie dem mitteleuropäischen Raum sorgte vielfach für neblig-trübes bis graues Dezemberwetter. Nur selten, bevorzugt in den Bergen, zeigte sich die Sonne. Dort war es bisher fast 3 Grad zu warm. Was aber Winter mit Schnee und Kälte betrifft, so müssen wir uns derzeit in anderen Regionen von Europa umschauen.

Durch das starke Hochdruckgebiet werden die Tiefs auf dem Atlantik gezwungen, auf eine nördliche Bahn auszuweichen. Dabei verlagern sie sich über Skandinavien hinweg nach Osten. Vereinzelt werden die Tiefs auch um das Hoch herum wieder nach Süden geführt. So geschehen zum Ende letzter Woche und am Wochenende, wo sich ein Tief über Russland bis ins östliche Mittelmeer erstreckte. Mit einer mäßigen nördlichen Strömung wurde sehr kalte sibirische Luft weit nach Süden transportiert. Sie führte vom Schwarzen Meer bis nach Israel zu einem erheblichen Wintereinbruch mit Schnee und Eis. In weiten Teilen der Türkei und Syrien, sowie von Jordanien, Zypern und Israel konnte sich zumindest vorübergehend eine Schneedecke ausbilden. Sogar in Ägypten wurden Schneefälle gemeldet.

Weitere nennenswerte flächendeckende Schneemengen sind derzeit nur noch in Nordskandinavien sowie in Russland, Weißrussland und der Ukraine zu finden. Auch diese Regionen lagen auf der kalten Nord- bzw. Ostseite des Hochs. In Mitteleuropa muss man schon hoch hinaus, um Schnee zu sehen. Lediglich oberhalb von etwa 800 bis 900 Meter liegt noch etwas. In Deutschland liegen auf der Zugspitze derzeit 137, auf dem Großen Arber 39, auf dem Fichtelberg 29 und auf dem Brocken 23 Zentimeter.

Und auch in den nächsten Tagen ist in Deutschland kein Winterwetter in Sicht. Zwar beginnt das Hoch über Mitteleuropa langsam zu schwächeln, so dass die Tiefdruckgebiete zunehmend wieder an Einfluss auf das Wetter in Deutschland gewinnen. Jedoch würde sich in diesem Fall wohl eine kräftige Westwetterlage mit stürmischem Wind und relativ milden Temperaturen einstellen. Schnee würde dann nur in den höchsten Lagen des Berglandes fallen.

Quelle: DWD