CO2, Meeresspiegel, Ozeanerwärmung und Ozeanversauerung

Klimabericht der WMO: Vier neue dramatische Rekorde gebrochen

von Amelie von Kruedener

Der neue WMO Bericht zum Klimawandel
Die Erde brennt! „Extremwetter hat die unmittelbarsten Auswirkungen auf unser tägliches Leben.", so der WMO-Generalsekretär Prof. Petteri Taalas.

Dieser neue Bericht macht es deutlich. Mal wieder. 2021 wurden erneut Rekorde gebrochen bei Treibhausgaskonzentrationen, Anstieg des Meeresspiegels, Ozeanerwärmung und Ozeanversauerung. Der WMO-Klimabericht „State of the Global Climate in 2021“ zeigt einen Trend, der unaufhörlich an Fahrt zunimmt.

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An Land, im Ozean und in der Atmosphäre wird es eng

Treibhausgaskonzentrationen, Anstieg des Meeresspiegels, Ozeanerwärmung und Ozeanversauerung – in allen Punkten stellte 2021 neue Rekorde auf. Ein weiteres klares Zeichen dafür, dass menschliche Verhalten weltweite Veränderungen verursachen - an Land, im Ozean und in der Atmosphäre, mit schädlichen und lang anhaltenden Auswirkungen auf nachhaltige Entwicklung und Ökosysteme, so die Weltorganisation für Meteorologie (World Meteorological Organization, kurz WMO).

Die Temperaturen steigen

Die vergangenen sieben Jahre waren die wärmsten sieben Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen. 2021 war wegen eines La-Niña-Ereignisses „nur“ eines der sieben wärmsten. Dies hatte zur Folge, dass es sich kurzfristig abkühlte. Das kehrte aber den allgemeinen Trend steigender Temperaturen nicht um. Die globale Durchschnittstemperatur lag im Jahr 2021 etwa 1,11 Grad über dem vorindustriellen Niveau.

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Extremes Wetter wird immer alltäglicher

Extremes Wetter – das alltägliche „Gesicht“ des Klimawandels – führte zu wirtschaftlichen Verlusten in Höhe von Hunderten von Milliarden Dollar und forderte einen hohen Tribut an Menschenleben und Wohlergehen und löste Schocks für die Ernährungs- und Wassersicherheit aus.

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Rekorde, die nicht fröhlich stimmen

  • Treibhausgaskonzentrationen - 2020 gab es einen neuen globalen Höchststand, als die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) weltweit 149 Prozent des vorindustriellen Niveaus erreichte.
  • Jahresmitteltemperatur - Global gesehen, lag diese im Jahr 2021 etwa 1,11 Grad über dem vorindustriellen Durchschnitt von 1850–1900.
  • Meereshitze - Die oberen 2000 m Tiefe des Ozeans haben sich im Jahr 2021 weiter erwärmt und es wird erwartet, dass sie sich auch in Zukunft weiter erwärmen werden – eine Veränderung, die auf Zeitskalen von Jahrhunderten bis Jahrtausenden irreversibel ist.
  • Ozeanversauerung - Der Ozean nimmt etwa 23 Prozent der jährlichen Emissionen an CO2 in die Atmosphäre auf. Das führt dann zur Ozeanversauerung. Wenn der pH-Wert des Ozeans sinkt, nimmt auch seine Fähigkeit ab, CO2 aus der Atmosphäre aufzunehmen. Das IPCC kam zu dem Schluss, dass der pH-Wert der offenen Meeresoberfläche jetzt so niedrig ist wie seit mindestens 26.000 Jahren nicht mehr und die aktuellen Raten der pH-Änderung seit mindestens dieser Zeit beispiellos sind.
  • Meeresspiegelanstieg - Im Zeitraum zwischen 2013-2021 ist er um durchschnittlich 4,5 mm pro Jahr gestiegen. Dies ist mehr als doppelt so viel wie in den zehn Jahren davor. Der Grund ist der immer schneller werdende Verlust von Eismasse. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf Hunderte Millionen Küstenbewohner und erhöht die Anfälligkeit für tropische Wirbelstürme.
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Es passiert direkt vor unseren Augen

„Unser Klima verändert sich vor unseren Augen. Die durch vom Menschen verursachten Treibhausgase eingeschlossene Wärme wird den Planeten für viele kommende Generationen erwärmen. Der Anstieg des Meeresspiegels, die Erwärmung der Ozeane und die Versauerung werden Hunderte von Jahren andauern, wenn nicht Mittel erfunden werden, um Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu entfernen. Einige Gletscher haben den Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt, und dies wird langfristige Auswirkungen auf eine Welt haben, in der bereits mehr als 2 Milliarden Menschen unter Wasserstress leiden.“ so WMO-Generalsekretär Prof. Petteri Taalas.

grafik temperaturentwicklung
Global jährliche Mitteltemperatur im Unterschied zu vorindustriellen Bedingungen (1850–1900) für sechs globale Temperaturdaten Sets (1850–2021). Quelle: Met Office, Vereinigtes Königreich von Great Großbritannien und Nordirland.

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(avo)