Wissenschaftler sind verblüfft

Der Mond rostet - ohne Sauerstoff oder Wasser

Der Mond rostet, das fanden Wissenschaftler jetzt heraus. (Symbolbild)
Der Mond rostet, das fanden Wissenschaftler jetzt heraus. (Symbolbild) © dpa, Jörg Carstensen

Die Erde soll den Mond zum Rosten bringen

Damit ein Objekt rosten kann, braucht es entweder Sauerstoff oder Wasser. Keines von beidem gibt es auf dem Mond. Trotzdem haben Wissenschaftler jetzt festgestellt, dass er oxidiert. Jetzt stehen die Forscher vor einem Rätsel: Wie kann das passieren? Laut Experten könnte die Erde schuld daran sein. 

Schon lange ist bekannt, dass der Mars rostet. Sogenanntes Eisenoxid lässt den Planeten rötlich erscheinen. Auf dem Mond ist das etwas Neues. Wissenschaftler einer Universität in Hawaii haben auf dem Erdtrabanten Hämatit gefunden. Dieser Stoff entsteht eigentlich nur bei einer Oxidation mit Sauerstoff oder Wasser. 

Eine Erklärung für das Phänomen könnten mit dem Magnetfeld der Erde zu tun haben. Denn das zieht die Erde hinter sich her, wie eine große Windhose. Darin enthalten ist auch Sauerstoff, der so auf den Mond gelangen könnte. 

Wissenschaftlerin überrascht von den Mond-Ergebnissen

In den letzten 4,5 Milliarden Jahren hat sich der Mond immer weiter von der Erde entfernt. Früher war der Abstand geringer und größere Sauerstoffmengen könnten zu unserem Nachbarn gelangt sein. In Zusammenhang mit Wasserstoffteilchen, die von Sonnenwinden zum Mond getragen werden, könnte eine chemische Reaktion stattgefunden haben.

Außerdem habe man vor einiger Zeit Eis gefunden. Nun nehmen Wissenschaftler an, es könnte mit Mineralien auf Steinen reagiert haben. Doch sicher ist das nicht. 

"Zuerst habe ich es überhaupt nicht geglaubt. Es sollte nicht existieren, basierend auf den Bedingungen auf dem Mond kann das eigentlich nicht sein", sagte Wissenschaftlerin Abigail Fraeman über den rostenden Mond. Das Hämatit sei hauptsächlich an den Polen gefunden worden, heißt es in dem Bericht. 

Für Proben müssten Astronauten auf den Mond fliegen

Der Mond: Um den Rost genauer zu analysieren, müssten wir auf hinfliegen und Proben nehmen.
Der Mond: Um den Rost genauer zu analysieren, müssten wir auf hinfliegen und Proben nehmen. © TVNOW/ © NASA

Bisher wurde der Rost nur mit einer spektroskopische Analyse nachgewiesen. Um ihn physisch zu untersuchen, müssten wir auf den Mond fliegen, um Proben zu nehmen. Sicher ist allerdings: Ein Großteil des Rosts ist auf der der Erde zugewandten Seite des Gestirns zu finden. Das wiederum spricht dafür, dass sie etwas mit dem Phänomen zu tun hat.