Wasserknappheit

Wird in Deutschland das Wasser knapp?

Konflikt mit Frankfurt

Es ist trocken im Vogelsbergkreis und dabei versorgt die Region die Metropole, Frankfurt am Main, mit viel Wasser und stellt sicher, dass dort die Wasserhähne laufen. Darüber schwelt seit Jahren ein Streit mit der Bankenmetropole. Die Vogelsberger werfen der Stadt vor, zuviel Grundwasser abzupumpen, das dann die Toilette runtergespült werde. Das habe schlimme Folgen für die Kommunen im Landkreis, da dort die Natur zugrunde gehe. Wasser ist in Deutschland in Zeiten des Klimawandels kein unendliches Gut.
Den Konflikt um das Wasser sehen Sie im Video

Zuviel Wasser abgepumpt

ARCHIV - Herbstlich gefärbtes Laub spiegelt sich am 07.10.2012 in Frankfurt am Main in dem Flüsschen Nidda, das hier durch den Ortsteil Praunheim fließt. Laut Vorhersage der Meteorologen sollen in den nächsten Tagen die Temperaturen auf 20 Grad klett
Der Fluss Nidda fließt bei Frankfurt in den Main. © dpa, Frank Rumpenhorst

Frankfurt bezieht sein Trinkwasser aus dem 70 Kilometer entfernten ehemaligen Vulkangebiet Vogelsberg. Damit haben die Vogelsberger Kommunen auch kein Problem, doch sei die entnommene Menge zu hoch, wie Ökologe Hans-Otto Wack berichtet. In der Ortschaft Schotten-Rainrod im Niddatal, in der Nähe des Nidda-Stausees, steht eines der Grundwasserwerke von denen Frankfurt Wasser beziehe. „Hier in Rainrod darf eigentlich nur die Hälfte der genehmigten Menge gefördert werden pro Jahr, weil ansonsten die gesamte Aue trockengelegt würde“, erzählt der Ökologe. Dass das nun für die Toilettenspülungen der Mainmetropole verschwendet wird, stellt Wack in Frage. Schließlich gebe es die Möglichkeit Betriebs- oder Grauwasser anstelle von Trinkwasser zu nutzen.

Tierarten gefährdet

Seit etwa 30 Jahren kämpft Hans-Otto Wack in der Schutzgemeinschaft Vogelsberg dagegen, dass die Stadt Frankfurt am Main zuviel Grundwasser aus dem Vogelsberg abpumpt. Denn dadurch seien seltene Tierarten gefährdet. Wack und seine Mitstreiter in der Initiative machen auch Vorschläge, wie es anders gemacht werden könne. So sei es möglich Regenwasser oder aufbereitetes Oberflächenwasser für die Toilettenspülung oder zum Reinigen zu nutzen. Dazu müssten parallele Versorgungssysteme aufgebaut werden. Auch zum Bewässern des Stadtgrüns müsse kein Trinkwasser genutzt werden. Doch ob die Stadtoberen in Frankfurt sobald ein Einsehen haben werden, bleibt abzuwarten. Schließlich schwelt der Konflikt bereits seit Jahrzehnten.

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