Wir haben mehr CO2 in der Atmosphäre als in den letzten drei Millionen Jahren

Klimaschutz fängt auf dem Teller an
Klimaschutz fängt auf dem Teller an 20 Prozent der Treibhausgase durch Essen 01:06

Krasser Temperaturanstieg seit Beginn der Industrialisierung

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist mit einer neuen Studie an die Öffentlichkeit getreten. In der Studie belegen die Wissenschaftler, dass in den vergangenen drei Millionen Jahren niemals so viel CO2 in unserer Atmosphäre war als heute. Damit einher geht auch eine sehr hohe Temperatur.

Planet durch Treibhausgase grundlegend verändert

Erstmals sei es einem Team von Wissenschaftlern gelungen, erfolgreich eine umfassende Computersimulation für diesen Zeitraum durchzuführen. Die Untersuchung zeigt, dass die Eiszeiten hauptsächlich durch einen Rückgang des CO2 in der Atmosphäre ausgelöst wurden. Durch das Verfeuern fossiler Brennstoffe bringen wir aber immer mehr Treibhausgase in die Atmosphäre, und die veränderten unseren Planeten grundlegend, so die Forscher. 

Wie die Studie zeigt, haben die globalen Temperaturen das vorindustrielle Niveau in den letzten drei Millionen Jahren nie um mehr als 2 Grad Celsius überschritten. Nun aber, so die eindringliche Warnung der Forscher, könnte bereits in den nächsten 50 Jahren die globale Durchschnittstemperatur über die Grenze von 2 Grad gehen. Und das seit Beginn der Industrialisierung, also gerade mal in etwa 250 Jahren. Erdgeschichtlich gesehen nicht einmal ein Wimpernschlag. Dies sei zurückzuführen auf die völlig unzureichende und wirkungslose Klimapolitik.

Erdsystem reagiert empfindlich

Braunkohlekraftwerk Niederaussem, Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Bergheim brown coal power station Niederaussem, Germany, North Rhine-Westphalia, Bergheim BLWS519547 Copyright: xblickwinkel/S.xZiesex
Die Verbrennung von Kohle wie hier im Kraftwerk Niederaussem bei Köln gehört zu den größten Klimakillern. © www.imago-images.de, via www.imago-images.de

"Aus der Analyse von Sedimenten vom Meeresboden wissen wir einiges über die Meerestemperaturen und Eismengen der Vergangenheit, doch bislang war noch nicht vollständig erforscht, welche Rolle ganz genau die Schwankungen des CO2-Gehalts in der Atmosphäre bei der Entstehung von Eiszeiten und Warmzeiten gespielt haben", sagte Matteo Willeit vom PIK, der Leitautor der nun in Science Advances erscheinenden Studie. "Es ist ein Durchbruch, dass wir nun mit Computersimulationen nachweisen können, dass die Veränderungen des CO2-Gehalts eine treibende Kraft bei den Eiszeiten war." 

Und weiter: "Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Erdsystem schon bei relativ kleinen Schwankungen des atmosphärischen CO2 empfindlich reagiert. So faszinierend das ist, so  beunruhigend ist es auch." Der Leitautor der Studie nannte den menschengemachten Klimawandel eine "große Sache, wirklich groß, sogar in erdgeschichtlichen Maßstäben".

Hier geht es zu den zehn Fakten zum Klimawandel.