Sturmgefahr im Februar

Liefert Frau Holle noch oder ist der Schneeexpress schon abgefahren?

von Björn Alexander und Karim Belbachir

Der Winter 2021/2022 ist auf dem besten Wege ein Totalausfall zu werden – zumindest abseits der Berge, wo Frau Holle immer wieder die Spendierhosen angezogen hatte. Gleichzeitig naht der Frühling, was wiederum die Frage aufwirft, ob sich Schnee und Eis auch im Flachland noch die Ehre geben.

Oben im Video: Mini-Winter vorm Sonnenhoch am Wochenende

Lebenszeichen des Winters in dieser Woche

RTL-Meteorologe Björn Alexander fokussiert sich insbesondere auf den Freitag und das Wochenende: „Am Freitag wird es von Norden her kurz mal nasskalt, so dass sich die Flocken bis runter ins Flachland verirren können. Das Wochenende bringt uns dann erneut Hochdruckwetter und endlich mal verbreitet Sonne.” Wer sich dabei allerdings auf Frühlingsgefühle freut, den müssen wir enttäuschen. Tagsüber sieht der Wettermann einstellige Höchstwerte und nachts werde es frostig kalt.

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Turbulente Wetterentwicklung nächste Woche

Die Deutschland-Karte zeigt die Sturmgefahr zu Beginn der nächsten Woche - es könnte sehr ungemütlich werden.
Auch eine schwere Sturmlage ist nicht auszuschließen

Wie sieht es danach mit den Gehversuchen des Winters aus?

Björn Alexander: „In der nächsten Wetterwoche versprechen die Wettermodelle derzeit wieder eher wechselhaftes Wetter, das vielleicht sogar mit lupenreinen Sturmlagen einhergehen kann. Zumindest aber eröffnet das dem Bergwinter die Verlängerung.” Fürs Flachland sehe es unterdessen wieder mau aus. Doch das muss nicht unbedingt so bleiben. Schließlich hat der Winter noch Zeit, durch Schnee bis in tiefe Lagen zu glänzen. Und wenn wir nur ein Jahr zurückdenken, dann haben wir doch alle direkt einen richtigen Wintereinbruch und eine rasante Achterbahnfahrt beim Wetter vor Augen.

Schnee hat auf den Bergen weiterhin Möglichkeiten

Die Graphik zeigt die Deutschlandkarte mit der Wahrscheinlichkeit für Schnee zu Beginn der nächsten Woche. Im Bergland ist und bleibt es weiß.
Auf den Bergen ist zum Wochenwechsel weiterhin Schnee wahrscheinlich

Winter wie im Februar 2021 - wäre das jetzt noch drin?

Alexander: „Die Zeit läuft ein bisschen gegen solche winterlichen Träumereien. Zwar sehen beispielsweise die letzten Berechnungen des Amerikanischen Wettermodell in der zweiten Februarhälfte Chancen für kalte Luft mit Schneeschauern bis ganz runter.” Aber es seien eben auch wiederholt mildere Ansätze im Programm. Zudem berechnen einige Langfristprognosen am Ende einen deutlich zu warmen Februar, was uns – dem Meteorologen nach – ziemlich in Richtung anderer Un-Winter der letzten Jahre drücken würde.

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Könnte den Winterfreunden ein schwacher Polarwirbel helfen?

„Das wäre auf jeden Fall denkbar. Und natürlich ist ein Split oder eine Schwächung des Polarwirbels bis in den März hinein als Kältebringer denkbar – also ähnlich wie beispielsweise im Märzwinter 2013. Allerdings geht es auch im Bereich dieser Vorhersagen für die zweite Februarhälfte wild hin und her. Mal zeigen die Wettercomputer vermehrt spätwinterliche Ansätze, mal weniger”, führt Alexander aus. Fest steht somit, dass wir Schnee und Kälte nach wie vor nicht abschreiben sollten. Unterm Strich hat es der Winter auf den letzten Metern aber wohl weiterhin sehr schwer.

Hier geht es zur Polarwirbel-Prognose

So entwickelt sich der Polarwirbel

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Bei einem Polarwirbelsplit teilen sich die blauen Flächen in zwei Teile auf.

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(bal, kfb)