Schnee oder Matsch?

Bauernregeln im Winter: Das sagen die Volksweisheiten über die kalte Jahreszeit

Bringt der Winter große Kälte und Schnee?

Bauernregeln sind praktisch: Sie brauchen keine Wettersatelliten, Supercomputer oder das Internet. Sie stützen sich einfach auf Erfahrungswerte und Beobachtungen. Welche Vorhersagen lassen sich daraus für den bevorstehenden Winter ableiten?

Traditionelles Wetterwissen gegen HiTech-Vorhersagen

Wir behaupten natürlich ausdrücklich nicht, dass diese Bauernregeln unumstößliche Wahrheiten sind! Um die Zuverlässigkeit einer Bauernregel zu überprüfen, müsste man außerdem wissen, in welcher Region sie entstanden ist. Allerdings sind computergestützte Prognosen für längere Zeiträume (wie bei einer Jahreszeiten-Vorhersage) nicht unbedingt verlässlicher als das Bauchgefühl, stumpfes Raten oder eben Bauernregeln. Von daher lassen wir es auf einen Versuch ankommen.

Sind an Jakobi die Tage warm, gibt's im Winter viel Kält' und Harm

Der vielleicht früheste Stichtag für eine Winterprognose ist der Tag des heiligen Jakobus am 25. Juli: Jakobi ohne Regen deutet auf strengen Winter.

In diesem Jahr war der 25. Juli nicht nur warm, sondern richtig heiß mit Temperaturen bis zu 31 Grad. Regen ist nur wenig gefallen.

Demnach deutet dieses Regel auf einen harten Winter hin.

Wenn's heiß an Dominikus, ein strenger Winter folgen muss

Nach den Bauernregeln gilt auch das Wetter am 4. August als Indikator für den Winter. Dies war der Tag des heiligen Dominikus (inzwischen wurde der Tag auf den 8. August verschoben), der bei Hitze auf einen strengen Winter hindeutet.

Anfang August ist oft die heißeste Zeit des Jahres in Deutschland. Doch in diesem Jahr ist der Zeitraum zumindest nicht mit extremer Hitze aufgefallen. Am 8. August lagen die Spitzentemperaturen an vereinzelten Stationen bei 25 Grad. Der größte Teil Deutschlands hatte Tageshöchstwerte von nur 16 bis 24 Grad.

Eine andere Variante dieser Regel lautet: Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weiß. Wenn man die ganze Woche betrachtet, gibt es besonders im Osten und Südosten Deutschlands Regionen mit Temperaturen oberhalb von 25 Grad.

Je nach Auslegung könnte dies als also auf einen harten Winter im Osten und Südosten Deutschland hinweisen.

Bringt der August viel Gewitter, wird der Winter kalt und bitter

Tatsächlich hat es im August kräftig gewittert, und zwar besonders im Süden Deutschlands. Auch in anderen Landesteilen gab es Unwetter: In Ostfriesland wütete ein Tornado und in bei Kiel wurde eine Wasserhose beobachtet.

Das könnte ein Hinweis für Kälte und Schnee in Süddeutschland im Winter 2021/2022 bedeuten.

Tritt Matthäus stürmisch ein, wird's bis Ostern Winter sein

Der St. Matthäus-Tag ist am 21. September. In diesem Jahr war von Sturm nichts zu spüren. Selbst auf dem Brocken wurden keine Windgeschwindigkeiten von mehr als 50 km/h gemessen. „Stürmisch“ ist laut Definition aber erst ab Windgeschwindigkeiten von 62 km/h.

Ein langer Winter lässt sich hiermit nicht vorhersagen.

Regnet's am Michaelistag, folgt milder Winter nach. Wenn aber Michael der Wind kalt weht, ein harter Winter zu erwarten steht

Diese Bauernregel bezieht sich auf den 29. September. In diesem Jahr hat es besonders an der Küste und im Alpenvorland geregnet. Auf Büsum kamen 35,3 Liter pro Quadratmeter zusammen. Auch in Brandenburg gab es zweistellige Werte, beispielsweise 22 Liter in Luckenwalde.

Der zweite Teil der Regel ist weniger eindeutig zu beantworten. Kalt war es nicht, bei Höchstwerten bis zu 22 Grad. Der Wind wehte oft mit 50 km/h und besonders an der Küste auch deutlich stärker. Das dürfte sich bei Regen ungemütlich angefühlt haben.

Wenn im September die Spinnen kriechen, sie einen harten Winter riechen

Im Herbst sind immer wieder Spinnen ein Thema. Auch dazu gibt es eine Bauernregel, die besagt, dass viele Spinnen im September einen strengen Winter ankündigen. Wie die Spinnen-Situation insgesamt in diesem Jahr Deutschland war, können wir nicht nachvollziehen. Wie war es denn bei Ihnen zu Hause? Ist Ihnen was aufgefallen?

Ist es um Martini trüb, wird der Winter lind und lieb

Der Tag des heiligen Martin am 11. November kann den Bauernregeln zufolge einen milden Winter vorhersage, wenn er trüb ausfällt. Wie war es in diesem Jahr? Im Norden Deutschlands war es sehr düster. An manchen Stationen hat es nicht für eine einzige Sonnenstunde gereicht! In der Mitte und im Süden sah es mitunter deutlich besser aus: Bis zu 9 Sonnenstunden kamen zusammen. Das ist für November ein beachtlicher Wert.

Diese Regel deutet für Norddeutschland auf einen milden Winter hin.

Fazit: Der Winter könnte im Süden streng und im Norden mild werden

Selbstverständlich bleibt bei diesen Regeln sehr viel Interpretationsspielraum. Unter dem Strich könnte man die Ergebnisse so auslegen, dass die Bauernregeln in diesem Jahr einen milden Winter für den Norden Deutschlands vorhersagen und einen strengen Winter für den Süden.

Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann noch mehr Bauernregeln für den Winter und für das ganze Jahr studieren.

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