Trügerische Wetterbesserung

Dauerschneefall endet - Lawinenlage bleibt sehr kritisch

von Björn Alexander und Oliver Hantke

Auch wenn Frau Holle jetzt mal eine Pause macht, die bislang gefallenen Schneemassen werden – auch trotz der Wetterbesserung – noch Probleme bereiten. RTL-Meteorologe Björn Alexander zu den aktuellen Schneehöhen und den Folgen für die äußerst angespannte Lawinengefahr.

Dauerschneefall endet - Schneehöhen aktuell

„Das meiste an Schneefall ist jetzt erst einmal durch und der Dauerschneefall ist somit beendet“, erläutert RTL-Meteorologe Björn Alexander. Dennoch sieht der Wetterexperte nach wie vor die Gefahr von Schneebruch. Also Bäume, die unter der Last des Schnees brechen und damit zur Gefahr für Leib und Leben sowie für Straßen und Bahnlinien werden können und verweist auf die aktuellen Schneehöhen, die sich zum Start in den Donnerstag wie folgt darstellen:

  • Berge in Österreich durchaus mal 2 bis 3 Meter
  • Nebelhorn (Bayern) 149 Zentimeter
  • Großer Arber (Bayern) 130 Zentimeter
  • Feldberg / Schwarzwald (Baden-Württemberg) 90 Zentimeter
  • Ruhpolding (Bayern) 83 Zentimeter
  • Schmücke (Thüringen) 72 Zentimeter

Zum Teil sind in den Hochlagen der Alpen in den letzten Tagen 1 bis 2 Meter Neuschnee zusammen gekommen, was sich wiederum massiv auf die Lawinenlage ausgewirkt hat.

Wetter aktuell

Wo besteht Lawinengefahr?

Hier sieht Alexander die Alpen natürlich im Fokus. Der Wind sei außer den teilweise erheblichen Neuschneemengen das Hauptproblem: „Mit Böen von bis zu 100 km/h und mehr sorgte der Sturm einerseits für Verwehungen, so dass die Straßen teilweise unpassierbar wurden. Andererseits brachte der Wind massive Verfrachtungen und es haben sich gefährliche Triebschneeansammlungen und Schneebretter ausgebildet.” Bis diese dann bei gutem Wetter und klarer Sicht nach und nach kontrolliert gesprengt werden, könne es zu spontanen Lawinenabgängen kommen. Das sei - insbesondere mit dem Blick auf das Wochenende - eine brisante bis gefährliche Entwicklung. Aktuell vermelden die Regionen in den Alpen verbreitet Lawinenwarnstufe 3 bis 5 (von 5), also eine erhebliche bis sehr große Lawinengefahr.

Streaming-Tipp: Die Lebensretter – Einsatz in den Alpen

Ein Schild warnt im Skigebiet auf dem Wildkogel bei Neukirchen im Bundesland Salzburg in den Alpen in Österreich vor Lawinengefahr. Im Hintergrund das Massiv des Großvenedigers. (zu dpa "Sechs Schüler aus Deutschlan
Lawinen-Warnschilder - abseits der gesicherten Pisten herrscht Lebensgefahr.

Lawinenabgänge auch am Wochenende möglich - Lage bleibt kritisch

Gerade mit der Wetterbesserung sieht Alexander ein altbekanntes Problem auf viele Regionen zukommen: „Zwar ist in der zweiten Wochenhälfte kaum noch Schnee in Sicht und die Sonne setzt sich durch. Das hat aber zeitgleich zur Folge, dass vermehrt Menschen auf den Bergen und in den Skigebieten unterwegs sind.” Das werde auf den freigegebenen Pisten freilich kaum zum Problem werden. Aber gerade abseits der sicheren Bereiche bleibe die Lawinensituation in Richtung Wochenende kritisch. Immerhin geschehe ein Gros der Lawinenunfälle bei Stufe 3 von 5, also beim mittlerem Wert, der allerdings „beim Wording bewusst als erhebliche und nicht als mittlere Gefahr eingestuft wurde”.

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(bal, oha)