Schon unter -20 Grad

Winterluft breitet sich aus - bitterkalte Nächte in Europa

von Björn Alexander und Carlo Pfaff

Langsam arbeitet sich der Winter voran. Denn während Deutschland den ersten Schnee bis tiefe Lagen bekommen kann, geht es im Norden unseres Kontinents mal locker Richtung Eisfach. Doch es geht auch noch kälter.

Oben im Video: So breiten sich die Luftmassen in Europa in den kommenden Tagen aus

Sibirisches Kältemeer schaltet auf Winterzeit

In Sachen Kälte darf man in Sibirien definitiv nicht zimperlich sein. Der übliche Eiswinter nimmt dort nämlich richtig an Fahrt auf. Jakutsk, die Hauptstadt der sibirischen Teilrepublik Sacha, lässt die Einwohner gerade Temperaturen von knapp -40 Grad erleben.

Für wärmeliebende Menschen lesen sich die weiteren Aussichten ebenfalls wie eine Geschichte auf dem Gruselkabinett. Tiefstwerte von -30 bis -40 Grad auch in den kommenden Tagen. Tagsüber zwischendurch mal eine kurzzeitige Milderung – das bedeutet anstellen von -25 bis -30 Grad in der Spitze mal bis zu -20 Grad. Im Verlauf des Winters werden in Sibirien sicherlich aber wieder ganz andere Hausmarken bis um die -50 Grad ausgerollt.

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Auch Skandinavien schon mal bitterkalt

Tiefstwerte in der Prognose - eiskalte Luft kommt immer näher
Winterluft pirscht sich an

Wer den Kältepol Europas sucht, der findet ihn derzeit in Skandinavien. Vittangi in Nordschweden geht gen -30 Grad. Doch auch in den Regionen drum herum kühlt es sich nachts derzeit auf -15 bis -25 Grad ab. Verantwortlich hierfür ist insbesondere Hoch ERIK, das für ruhige Aussichten in Nordeuropa sorgt, während über West- und Südeuropa die Tiefs mit Sturm und Starkregen ihr Unwesen treiben. Bleibt abschließend nur noch eine Frage, die es zu beantworten gilt.

Wie hält man Bibberkälte wie in Skandinavien oder gar in Sibirien aus?

Wetter.de-Meteorologe Carlo Pfaff hat solche Temperaturen bereits hautnah erlebt. Er berichtet von seinen Erfahrungen in der Antarktis, wo er für 14 Monate auf der Georg-von-Neumayr-Station gelebt hat: „Wir haben in dieser Zeit Tiefstwerte von -46 Grad erlebt. Und solange es windstill ist, kann man es dick eingepackt sogar halbwegs aushalten. Das ändert sich aber, wenn auch nur das kleinste Lüftchen weht, dann drohen rasch Erfrierungen an ungeschützter Haut. Und dann wird es eben auch in kürzester Zeit lebensbedrohlich.”

Glücklicherweise liegen diese Regionen im Einfluss von Hochdruckgebieten, wo der Wind normalerweise kaum eine Rolle spielt.

Lese-Tipp: Für Spannung ist gesorgt – Winterprognose Deutschland aktuell: Januar und Februar eiskalt?

Der Polarwirbel - Motor des Winters in der Vorhersage

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Bei einem Polarwirbel-Split teilen sich die blauen Flächen in zwei Teile auf.

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(bal, apf)