Winter-Prognose 2019: Kann man anhand von Sonnenflecken vorhersagen, wie kalt der Winter wird?

Wenige Sonnenflecken = kalter Winter: Stimmt das wirklich?

Die Sonne ist nicht nur Quell des Lebens auf der Erde, sondern beeinflusst auch unser Wetter. Denn die Strahlung erwärmt die Luft und lässt Wasser verdunsten - ein Motor für unser Wetter. Viel diskutiert wird derzeit die Frage, ob die Anzahl der Sonnenflecken das Ausmaß unserer Winter auf der nördlichen Hemisphäre beeinflusst. Schauen wir mal auf die letzten 100 Jahre...

Im Video sehen Sie eine Untersuchung der vergangenen 100 Jahre - und das interessante Ergebnis.  

Es geht um UV-Strahlung - alle 11 Jahre ein kalter Winter?

Auf dem Fahrrad fährt am Freitagmorgen (26.11.2010) in Köln eine Frau durch die Stadt. Leichte Niederschläge am frühen Morgen haben in Köln für den ersten Schnee im Flachland gesorgt. Foto: Oliver Berg dpa/lnw | Verwendung weltweit
Schnee in Köln - das war zuletzt im Winter 2009/10 ein dauerhaftes Problem. © picture alliance / dpa, Oliver Berg, reh kno Ken

Am Anfang steht die Vermutung, dass eine geringe Anzahl von Sonnenflecken einen kalten Winter begünstigt. Viele Sonnenflecken bedeuten eine hohe Sonnenaktivität und umgekehrt. Nun ist es so, dass während einer Ruhephase, in der die Sonne wenige Sonnenflecken hat, auch wenige UV-Strahlen Richtung Erde schickt. Viele Sonnenflecken bedeuten dann eine hohe UV-Strahlung. Und die wiederum erwärmt durch die Absorption der Strahlen die obere Erdatmosphäre. 

Weniger UV-Strahlung würde also zu einem kälteren Winter führen - so die Annahme. Die Sonne folgt etwa einem Elf-Jahres-Rhythmus, in dem die Zahl der Sonnenflecken besonders gering ist. Haben wir also alle elf Jahre einen kalten Winter?

Blick in die Vergangenheit belegt einen Zusammenhang

Es gibt einige interessante Zusammenhänge, wenn wir mal einen Blick in die Vergangenheit werfen. Das sogenannte Maunder-Minimum war eine Phase mit geringer Sonnenaktivität von 1645 bis 1715. Es fiel mit einer "Kleinen Eiszeit" auf der Nordhalbkugel zusammen - einer Periode, in der zum Beispiel die Themse regelmäßig zufror und die Gletscher eine große Ausdehnung hatten. 

Und auch der gegenteilige Fall bestägit die Vermutung: Im 12. und 13. Jahrhundert gab es laut Max-Planck-Institut eine Zeit erhöhter Sonnenaktivität. In den Archiven finden sich für diese Zeit Berichte über ein warmes Klima. Zum Beispiel unterhielten die Wikinger damals Siedlungen auf Grönland.​