Winter in Europa zukünftig ohne Schnee?

Karte zeigt Schneemangel in der Saison 2015/2016

Schneemangel im Winter 2015/2016
Schneebedeckungsdauer im Winter 2015/2016 in Mitteleuropa

Ski und Rodel schlecht. Der schneearme Winter hat die Wintersportler im Alpenraum schwer enttäuscht. Der Schnee kam spät - und dann ließen milde Temperaturen die dünne weiße Decke gleich wieder dahinschwinden - zumindest in den Tälern. Eine Satellitenbildanalyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigt nun das Ausmaß des Schneemangels in der Saison 2015/16 für ganz Europa.

Vor allem am Südrand der Alpen waren viele Hänge über 40 Tage länger ohne Schnee als im langjährigen Mittel. Fast überall in Deutschland gab es mehr schneefreie Tage. Oberbayern beispielsweise, ist durchschnittlich an 70 bis 80 Tagen schneebedeckt, bis Ende Januar waren es vielerorts 20 Tage weniger. Nur im Norden registrierten die Forscher einige Gebiete, in denen es sogar ein paar Tage mehr mit Schneedecke gab als für gewöhnlich.

Winter nie mehr weiß?

Schneebedeckung in den Alpen
Mittlere Schneebedeckungsdauer für Mitteleuropa

Die Abnahme der Schneebedeckung lässt eine erste Vermutung für zukünftige Winter zu - und die ist nicht sehr weiß. Ob sich diese Tendenz zu wärmeren Wintern tatsächlich durchsetzt, lässt sich allerdings erst in ein paar Jahren mit Gewissheit sagen. Für eine sichere wissenschaftliche Aussage gebe es beim DLR dafür noch keine ausreichenden Daten. Neben der Schneebedeckungsdauer ist auch die Schneemenge eine wichtige Größe für Angaben zu Klimatrends. Die bisher verwendeten optischen Daten lassen aber nur die Schneebedeckung erkennen. Beim DLR wird deshalb an Möglichkeiten mit weiteren Satelliten geforscht.

Und der ganze Aufwand nur für den Skitourismus? Natürlich nicht! Die Dauer der Schneebedeckung, sowie Zeitpunkt und Dauer der Schneeschmelze haben Einfluss auf Vegetationsentwicklung, Hochwassergefahr, Wasserversorgung, Energiegewinnung, Landwirtschaft und Nahrungssicherheit und viele weitere Aspekte. Die zuverlässige Kartierung der Schneebedeckung und die Ableitung langjähriger Statistiken und Dynamiken ist ein erster Schritt, um Veränderungen frühzeitig erkennen und darauf reagieren zu können.