Winter brutal: Die einen ersticken im Schnee, den anderen suchen ihn

Die große Ungerechtigkeit des Winters: Im Süden zu viel, im Norden zu wenig Schnee

Der Winter war ja aus deutsche Sicht ein ziemlicher Reinfall. Doch sagen sie das mal einem Südtiroler! Die in Europa vorherrschende Wetterlage brachte den Nordalpen zumiest Temperaturen im positiven Berich, dazu außergewöhnlich viele Föhntage, in denen der Schnee schnell wieder dahinschmolz.

Auf der Südseite der Alpen sieht es aber ganz anders aus. Die stabile Südwestwetterlage schaufelte ein Tief nach dem anderen über das Mittelmeer Richtung Alpen. Über dem Wasser sammelten die Tiefausläufer gehörig Wasser an, die Wolken prallten dann gegen die Berge.

Und dann ging es dort richtig ab: In den Bergen schneite es wie seit Jahren nicht. 5,50 Meter Schnee liegen beispielsweise im Trient, bis zu fünf Metern Schnee gibt es auch in der Lombardei. Locker 3,20 Meter liegen in Südtirol.

Auch die Südschweiz hat ordentlich Schnee abbekommen. 3,30 Meter liegen im Wallis, knapp drei Meter auch im Tessin, eigentlich einer sehr sonnenverwöhnten Region. In Frankreich das gleiche Bild. 3,30 Meter Schnee in den Seealpen in der Provence.

In den Mittelgebirgen ist die Saison schon zu Ende

Das hat natürlich Folgen. Zum einen wird dieser Schnee im Frühling langsam abtauen und große Mengen Wasser in die Flüsse bringen. In Kärnten liegen auch teilweise drei Meter Schnee, dort werden jetzt schon Überflutungen erwartet. Die großen Kärntner Seen sind jetzt schon randvoll. Und so lange sich die Großwetterlage nicht ändert, werden weiterhin Tiefausläufer gegen die Berge prallen und dort für Niederschläge sorgen.

Die Tourismusbehörden in den Südalpen finden die großen Mengen Neuschnee gar nicht so gut. Die Bilder vom Schneechaos und feststeckenden Autos auf den Straßen halten Touristen von der Fahrt in den Urlaub ab. Außerdem ist jetzt schon klar, dass im Frühling viele Wanderer nicht kommen werden, weil solch große Mengen Schnee sehr lange brauchen, bis sie abgetaut sind. Die Wanderwege werden also noch lange mit Schnee bedeckt sein.

Werfen wir einen Blick Richtung Nordalpen. Da haben die Tourismusverbände ein ganz anderes Problem: Schneemangel. In den Tälern liegt so gut wie gar kein Schnee, nur wenige Loipenkilometer können gespurt werden, viele Skifahrer haben ihren Urlaub sogar abgesagt. 25 Zentimeter in Oberaudorf, 40 Zentimeter in Nesselwang und weniger als 30 Zentimeter im Bayerischen Wald.

Immer wieder machte Föhn den Experten in den Skigebieten zu schaffen, nachts wurde es viel zu selten kalt genug, um Kunstschnee zu produzieren.

In den Mittelgebirgen ist die Skisaison gar schon angehakt. Sauerland, Hunsrück und Rhön erwarten keine nennenswerten Schneemengen mehr und bereiten sich auf die Sommersaison vor.