Das sind die Folgen

Winter 2020/2021: Warum sich der Polarwirbel nicht mehr erholt

Eine Darstellung des Polarwirbels. Einmal in intakter Form. Einmal gestört. Letztere Konstellation kann bei uns für einen kalten Winter sorgen.
Der Polarwirbel ist ein riesiges Tiefdruckgebiet in der höheren Atmosphäre rund um die Polregionen. Links ist er intakt. Auf der rechten Seite ist er gestört. So sieht ein Polarwirbel-Split aus.

Der Polarwirbel hat kaum noch Chancen

Was den Polarwirbel angeht, erleben wir momentan einen Ausnahme-Winter. Er kommt nämlich nach wie vor nicht so richtig in Fahrt. Mit entsprechenden Folgen: Arktische Luft stößt wiederholt auch mal weit nach Süden vor. Zuletzt sorgte das beispielsweise in Spanien für den heftigsten Wintereinbruch seit Jahrzehnten. Gleichzeitig ist die Sibirienkälte in diesem Winter absolut extrem. Und wahrscheinlich wird es weiterhin bei Wetterphänomenen dieser Art rund um den schwächelnden Polarwirbel bleiben. Denn dem Wirbel wird in diesem Winter voraussichtlich nicht mehr gelingen in Fahrt zu kommen.

Kann der Polarwirbel noch zu gewohnter Stärke auflaufen?

Das dürfte auf jeden Fall sehr schwierig werden. Ein starker Polarwirbel sorgt bei uns in Europa häufig für westliche und damit milde Luft und häufige Sturmlagen. Und auch wenn sich der Polarwirbel derzeit wieder etwas erholen kann, so dürfte er in diesem Winter kaum Chancen haben, zu gewohnter Stärke aufzulaufen. Außerdem gilt: Je weiter wir uns in Richtung Frühling bewegen, umso schwächer wird der Wirbel. Denn es handelt sich um ein absolutes Phänomen des Winters, wenn die Temperaturunterschiede zwischen den Polregionen und den tropischen Breiten sehr groß sind.

Sibirien-Kälte bleibt

News Bilder des Tages OMSK, RUSSIA - JANUARY 13, 2021: A woman walks in a street in freezing weather of -24 degrees Celsius. Daytime temperatures have been below -20 degrees Celsius in the Omsk Region since 25 December 2020. Yevgeny Sofiychuk/TASS PU
Minus 20 Grad und weniger. In Sibirien sind in der Fläche sogar gerne mal unter minus 35 Grad drin. Ein eiskalter Winter. © imago images/ITAR-TASS, Yevgeny Sofiychuk via www.imago-images.de, www.imago-images.de

„WACCy” - Sibirien ist eisig und bleibt es auch

Dass es in Sibirien in nächster Zeit ein Ende der eisigen Temperaturen gibt, ist nicht absehbar. Hier bleibt es einfach nur extrem kalt. Gleichzeitig war es in den polaren Breiten dauerhaft viel zu warm. Ein Phänomen, das unter dem Namen „WACCy” bekannt ist. RTL-Meteorologe Christian Häckl erläutert: „Während die Arktis um bis zu 10 Grad zu warm war, zeigen Teile Sibiriens fast 10 Grad zu niedrige Temperaturen – in Zeiten des Klimawandels eine höchst seltene Lage. Dieses Phänomen heißt übrigens „WACCy“. Das steht für „Warm Arctic – Cold Continents“, also „warme Arktis – kalte Kontinente“. Das „y” wird dann einfach aus Spaß noch dran gehängt, da es sich dann so ausspricht wie das englische Wort „wacky“ = „verrückt”.

Polarwirbel-Split: Die Chancen für den Winter bei uns bleiben groß

 17.01.2021, Winter im Allgäu, Bayern, Märchenhafte Stimmung nach der durchschneiten Nacht. Hier am Grünten bei Sonthofen. 17.01.2021, Winter im Allgäu 17.01.2021, Winter im Allgäu *** 17 01 2021, Winter in the Allgäu, Bavaria, Fairytale atmosphere a
Der Winter in Deutschland bekommt jetzt zwar einen Dämpfer. Aber für den Februar sollte er nicht chancenlos bleiben. © imago images/MiS, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Derzeit ist der Polarwirbel nicht nur komplett außer Rand und Band. Es gibt sogar einen Polarwirbel-Split. Allerdings liegt der Split für einen nachhaltigen Wintereinbruch bei uns in Deutschland nicht günstig. Noch nicht, könnte man auch sagen. Denn eines ist sicher: Der gestörte Polarwirbel sorgt auch weiterhin für eine spannende Gemengelage in Sachen Winterwetter. Das zeigen beispielsweise auch die aktuellen Berechnungen in unserem 42-Tage-Wettertrend. In Berlin oder Hamburg sind im Februar 2021 sogar Tiefstwerte bis an die minus 15 Grad drin.

Unsere Wettertrends und Langfristprognosen

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-Themen haben, so können wir Ihnen den 7-Tage-Wettertrend ans Herz legen mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht brauchen Sie aber auch unsere Langfristprognose von ECMWF und CFS.

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