Gestörter Polarwirbel

Winter 2020/2021: Früher Schnee im Norden - gutes Zeichen für Weiße Weihnachten bei uns

Polarwirbel reagiert wie ein stotternder Motor

Normalerweise konzentriert sich die richtig kalte Luft um die Polregion und bei einem sehr intakten Polarwirbel kann diese kaum südlich ausbrechen. Doch wie immer im Leben gibt es Ausnahmen. Denn, wenn der Polarwirbel gestört wird, wie zum Beispiel durch Tiefdruckgebiete, die warme Luft aus den Subtropen in den Norden bringen, dann wird diese Kaltluftansammlung beeinträchtigt. Das wirkt dann wie ein stotternder Motor und die Kaltluft weicht nach Süden aus, anstatt am Nordpol festgehalten zu werden. Das scheint im Laufe der Woche der Fall zu sein.

Oben im Video: Ab wann können sich bei uns in Deutschland normalerweise die ersten geschlossenen Schneedecken bilden.

Frühwinterlich in Skandinavien und Kanada

ARCHIV - 14.12.2018, Sachsen, Annaberg-Buchholz: Schneebedeckt sind die Buden auf dem Annaberger Weihnachtsmarkt. (Zu dpa Faktencheck
Es gibt berechtigte Hoffnungen auf einen Weihnachtsmarkt im Schnee. Der Polarwirbel lässt die Chancen steigen. © dpa, Jan Woitas, woi jat wst

Der bisher recht schwach ausgebildete Polarwirbel wird gestört und dementsprechend wird es in weiten Teilen Kanadas winterlich. Aber auch bei uns in Nordeuropa nistet sich der Winter mit nasskaltem Schneeregen bis in die Tieflagen ein. Die frühwinterliche Luft kommt aber wohl erstmal nicht bis zu uns voran. Das nördliche Norwegen, Finnland und Nordschweden müssen sich am Wochenende aber auf Winter einstellen. Für den Winter bei uns ist es allerdings ein gutes Zeichen, dass es schon jetzt in Nordeuropa recht kalt wird. Denn wenn sich hier richtig kalte Luft eingenistet hat, ist der Weg nach Mitteleuropa nicht mehr weit. Es bestehen somit natürlich auch bessere Voraussetzungen auf weiße Weihnachten für uns. Aber das steht derzeit natürlich noch in den Sternen, ob gerade dann die kalte Luft angezapft wird.

Was ist eigentlich der Polarwirbel?   

Diese Frage leiten wir direkt weiter an den Meteorologen Björn Alexander: „Der Polarwirbel entsteht im Laufe des Herbstes und verstärkt sich in den Wintermonaten deutlich. Also genau dann, wenn die Temperaturunterschiede zwischen der Polregion und den südlichen Breiten besonders groß sind. Das ist rund um die Wintersonnenwende zum kalendarischen Winterbeginn. Dann ist es nördlich des Polarkreises über Wochen bzw. Monate dunkel und ohne Sonne dementsprechend extrem kalt. Das wiederum hat zur Folge, dass die westlichen Winde am Rande des Polarwirbels deutlich stärker sind als im Sommer.“

Intakt oder gestört: Diese Auswirkungen hat ein starker Polarwirbel auf unser Wetter

polarwirbel
So stellen die Wettercomputer den Polarwirbel im Winter dar. Ist er intakt, dann haben wir häufig milde und nasse Westwetterlagen. Kommt es hingegen zum Polarwirbel-Split, dann kann es bei uns richtig kalt werden.

Bei einer intakten Zirkulation sorgt der Polarwirbel in unseren Breiten für westliche Winde. Diese sind in der Regel eher mild und bringen immer wieder Regen mit, der normalerweise nur auf den Bergen in Schnee übergeht. Das Flachland bekommt dabei nur selten Wintergefühle. 

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