Igel, Eichhörnchen, Schmetterlinge und Frösche

Mit diesen einfachen Tipps helfen Sie Wildtieren durch den Winter

von Amelie von Kruedener

Rotkehlchen steht im Schnee
Nicht alle Vögel fliegen gen Süden und nicht alle Nagetiere halten Winterschlaf. Manche Wildtiere sind im Winter besonders auf unsere Hilfe angewiesen.

Während das eisige Wetter für uns vor allem dicke Jacken, Wollmützen und eine heiße Tasse Tee bedeutet, ist es für die Wildtiere nicht so einfach. Auch wenn viele Tiere eine geniale Überlebensstrategie für den Winter haben, eine gute Portion Unterstützung von uns kommt jetzt gerade richtig. Aber Vorsicht, denn im schlimmsten Fall können wir Eichhörnchen, Fröschen & Co. sogar unbewusst schaden.

Lese-Tipp: Wildtiere im Winter: Das sind die beeindruckendsten Überlebensstrategien von Füchsen & Co.

Vogelfutter selber machen - so einfach geht's

Während Zugvögel ins Warme fliegen, bleiben Vögel wie Rotkehlchen, Finken und Meisen in Deutschland zurück. Schnee und Frost stellen bei der Nahrungssuche ein großes Problem dar, deshalb freuen sich die heimischen Vögel über artgerechtes Futter in allen Formen. Besonders gut eignen sich Futtertröge, die nicht durch den Kot der Vögel verschmutzt werden können.

Futter kann auch ganz einfach selber gemacht werden:

  • Haferflocken
  • Sonnenblumenkerne
  • getrocknete Früchte
  • optional auch Mehlwürmer aus dem Fachhandel
  • Feinsaat aus dem Tierbedarf

Alles mischen und in eine Futtersäule füllen.

Dass Vögel im Winter vor allem Futter brauchen, ist offensichtlich. Aber wie sieht es mit dem Wasser aus? Davon sollte es im Winter mehr als genug geben, aber das ist ein Trugschluss. Wenn es frostig wird, frieren kleinere Wasserquellen schnell zu und nehmen so die Möglichkeit zum Trinken oder Baden. Mit einer kleinen Schale Wasser ist den Vögeln schon geholfen.

Eichhörnchen im Winter unterstützen: So können Sie den kleinen Nagern helfen

Eichhörnchen werden im Winter gerne mal vergessen, hält sich doch der Mythos, die kleinen Nagetiere würden Winterschlaf halten. Tun sie aber gar nicht! Eichhörnchen schalten während der kalten Jahreszeit einfach nur einen Gang runter zur Winterruhe. Dabei kann es sein, dass sie immer wieder an ihre Nahrungsvorräte müssen, um satt zu werden. Friert der Boden zu stark ein, kann es sogar sein, dass die kleinen Nagetiere gar nicht mehr an ihre Vorräte kommen.

Um den possierlichen Tieren bei solche Engpässen zu helfen, gibt es spezielle Futterkästen, in die Sie Nüsse, Eicheln oder auch Tannenzapfen legen können. Grundsätzlich kann aber für die kommenden Winter ein neu gepflanzter Haselnussstrauch der neue Lieblingsplatz für die Eichhörnchen werden.

Laubhaufen für Igel - sicheres Quartier oder Todesfalle?

Setzt der erste Frost ein, verkriechen sich Igel in ihre Winternester.
Was Igel im Winter vor allem brauchen ist Ruhe und Sicherheit.

Igel brauchen in der kalten Zeit ein geeignetes Quartier für ihren Winterschlaf. Deshalb ist es am besten, im eigenen Garten Reisig- oder Laubhaufen zur Verfügung zu stellen. Aber schauen Sie bloß nicht nach, ob es sich ein Igel darunter bequem gemacht hat, denn dann könnte er aufwachen und aus dem Versteck getrieben werden - ein sicheres Todesurteil für das kleine Stacheltier.

Einige Schmetterlinge suchen die Nähe zum Menschen – doch hier ist Vorsicht geboten

Viele Schmetterlinge überstehen den Winter als Ei oder Puppe. Einige Arten verbringen die kalte Jahreszeit hingegen als Falter, so zum Beispiel das Tagpfauenauge oder der Zitronenfalter. Ähnlich wie Igel freuen sich diese Schmetterlinge (übrigens auch Marienkäfer & Co.) über Reisig- oder Laubhaufen als Unterschlupf. Kletterpflanzen wie Efeu oder Geißblatt dienen ebenfalls als Quartier, diese also nicht zu stark zurückschneiden.

Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge oder der Kleine und Große Fuchs suchen außerdem die Nähe zum Menschen. Ein beliebter Rückzugsort sind deshalb oft Gartenhäuschen und Keller. Falls sich ein Falter in die Wohnung verirrt, ist allerdings Vorsicht geboten: ihnen darf nicht zu warm werden, sonst erwachen sie aus der Winterstarre. Zum Überwintern sind die Garage oder das Gartenhäuschen geeignetere Plätze.

Frösche können im Wasser überwintern – so wird der Teich zum perfekten Winterquartier

Wer einen Teich hat, hat vielleicht auch einen Frosch darin, der im Wasser überwintert. Der Teich muss dafür allerdings mindestens einen Meter tief sein, sonst kann es sein, dass das ganze Wasser gefriert und somit auch alle Lebewesen darin. Außerdem brauchen Teiche eine geregelte Sauerstoffversorgung, zum Beispiel durch eine laufende Filterpumpe oder Schilfrohrgräser.

Sollte der Teich eingefroren sein, brechen Sie ihn jedoch nicht auf. Der Stress kann für Frösche und Fische tödlich sein. Eine sanftere Methode ist es zum Beispiel einen Topf mit heißem Wasser darauf zu stellen, bis die Eisschicht geschmolzen ist.

Wie kommen Bienen geschützt durch den Winter?

Eine Biene sitzt auf ihrem Bienenstock in den Dünen von Baltrum. Baltrum ist eigentlich kein Schlaraffenland für Bienen, denn dort findet sich nur wenig Nektar.
Bienen sind besonders wichtig für die Pflanzenwelt. Vor allem Wildbienen brauchen im Winter unseren Schutz.

Mögen Bienen an manchen Sommertagen auch lästig erscheinen, sind sie unersetzlich für unser Ökosystem. Im Winter ist es daher Zeit, ihnen etwas zurückzugeben und für Rückzugsorte zu sorgen. Während Honigbienen zusammen im Bienenstock überwintern, fehlt es Hummeln, Holzbienen & Co. nämlich oft an einem warmen Unterschlupf.

Dabei ist es recht einfach, seinen eigenen Garten zur Unterstützung anzubieten: einfach einmal nichts machen. Totholzhaufen liegen lassen, nicht alle verblühten Stauden abschneiden, die kleinen Löcher von Nagern im Boden nicht direkt zuschaufeln. Ist einem die Ordnung im Garten aber doch zu wichtig, gibt es sogenannte „Insektenhotels“, die als sicheres und warmes Quartier für Bienen dienen können.

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