Wildschweine zieht es in die Städte - Der Wald reicht den Wildtieren nicht mehr

In den Städten und deren Umland gibt es zahlreiche Plätze mit vielfältigem Nahrungsangebot. Das ist dem Allesfresser Wildschwein nicht verborgen geblieben. Und weil sich die natürlichen Lebensräume der Wildschweine verkleinern, suchen sie sich in Städten neue Wohngebiete.

Neuer Stadtbewohner Wildschwein

Ein Wildschwein
Der Wald allein reicht vielen Wildtieren nicht mehr.

Die Zahlen zur Wildschweinpopulation in Deutschland sind recht eindeutig: Vor 40 Jahren wurden in der Jagdsaison in Ost- und Westdeutschland rund 50.000 Wildschweine erlegt. Heutzutage sind es rund 600.000, also zwölf Mal so viele. Es gibt zunehmend mehr Schweine - sowohl auf dem Land als auch in den Städten.

Seit Ende der 1990er Jahre hat auch in Berlin die Zahl der Wildschweine deutlich zugenommen. Schätzungen gehen inzwischen von insgesamt etwa 10.000 Tieren rund um Berlin aus.

In diesem Jahr dürfte der Anreiz zur Futtersuche in Gärten und Mülltonnen etwas geringer sein. Denn in den Wäldern ist nach Angaben des Ministeriums der Tisch derzeit mit Bucheckern und Eicheln für die Tiere gut gedeckt.

Neben Wildschweinen drängen nach Beobachtung der Behörden auch Füchse, Waschbären, Steinmarder und Wildkaninchen in die Städte. Beim Federwild sei es die Ringeltaube sowie verschiedene Enten- und Gänsearten. Auch der Wanderfalke sei zunehmend in Städten anzutreffen. Es gebe dazu noch keine wissenschaftlichen Untersuchungen, so das Umweltministerium.

Auf die Fütterung von Wildtieren sollte man tunlichst verzichten und auch keine Essensreste als Futter in Dachböden oder Gärten zu hinterlassen, ansonsten hat man die Tierchen bald neben sich auf der Couch sitzen. Eigentlich sind alle Waldtiere eher friedliebend, und trotzdem: Bei Wildschweinen oder Waschbären ist es empfehlenswert, direkten Kontakt zu vermeiden und sich ruhig und langsam zurückzuziehen.