Geld, was Hugo so dringend benötigt!

Spendentopf für Kaninchen-Hospiz gestohlen

Hugo musste bereits zum vierten Mal operiert werden.
Hugo musste bereits zum vierten Mal operiert werden. © Tierschutzhof Hachmühlen e.V.

Tierschutzhof kümmert sich um kranke Tiere

Hugo leidet unter Abszessen am ganzen Körper, die unter anderem am Herzen liegen. Bereits zum vierten Mal musste er operiert werden. Sonja Stefan, Vorsitzende des Tierschutzhof Hachmühlen e.V. gibt das Kaninchen trotz teurer Operationen und Medikamente nicht auf. Nun wurden dem Verein Spendengelder – vermutlich in dreistelliger Höhe – gestohlen. Gelder, die Hugo und all die anderen kranken Kaninchen und Meerschweinchen so dringend brauchen.

45.000 Euro für Kaninchen-Hospiz benötigt

Sonja Stefan vermutet, dass dem Verein jetzt 600 Euro fehlen. Die sollten in das Bauprojekt eines großen Kaninchen-Hospiz fließen, in dem die kleinen Tiere eine Chance auf ein würdevolles Ende haben. Insgesamt kostet das Projekt 45.000 Euro. Doch nicht nur das fehlende Geld belastet die Vorsitzende – in den sozialen Medien wird sie sogar angefeindet, weil sie ihre Spendendose auf ihrem Grundstück zu spät geleert haben:

„Ich muss zugeben, wir sind müde und ausgelaugt nach all den Jahren ohne nennenswerte Pause. Oft sind wir 12-15 Stunden jeden Tag mit Herz dabei, im Stall, im Büro, am Telefon oder sterbenden Patienten. (...) Wir sind erschöpft und auch nur Menschen (...). Das hätte nicht passieren dürfen, das wissen wir natürlich.“

Versuchskaninchen hat panische Angst vor Menschen

Hugo musste bereits zum vierten Mal operiert werden.
Yuki sucht Paten. Das geht ab 1€ im Monat. Eine volle Patenschaft beginnt ab 50€. Einkalkuliert sind da zum Beispiel kleinere Tierarztbehandlungen, Impfungen und Futter. © Tierschutzhof Hachmühlen e.V.

Yuki ist der neuste Notfall in Hachmühlen. Sie ist ein Versuchskaninchen aus einem Labor – hier wurden Augen- und Hauttests an ihr durchgeführt. Sie kennt weder Artgenossen, noch freundliche Menschen: „Sie hat panische Angst vor Menschen, weil sie nur rausgeholt wurde, um irgendwelche Tests durchzuführen“, erzählt uns Sonja Stefan im RTL Nord-Interview. Aktuell werde mit ihr trainiert, dass sie keine Angst davor hat, wenn das Licht angeht oder wenn es zu lauten Geräuschen kommt.

„Wir kriegen hier viele tragische Fälle zugetragen und wenn man dann eben noch mitkriegt, dass wir immer noch an Tieren testen oder testen müssen und wie sehr diese Tiere darunter letztendlich leiden, macht einem das wirklich immer wieder eine Gänsehaut“, so Vorsitzende Sonja Steffen weiter. Man solle darauf achten, keine Produkte zu kaufen, die an Tieren getestet wurden.

"Man kämpft eben solange wie das Tier kämpfen möchte"

Hugo musste bereits zum vierten Mal operiert werden.
Die aufgebrochene Spendendose war für den Verein ein Schock: "Wir sind fassungslos..." Spendenkonto Tierschutzhof Hachmühlen e.V. IBAN: DE 71250501800910407746 BIC SPKHDE2HXXX Sparkasse Hannover © Tierschutzhof Hachmühlen e.V.

Auf dem Tierschutzhof Hachmühlen finden Meerschweinchen, Kaninchen, aber auch größere Tiere wie Hunde oder Ponys einen Platz. Ziel sei es, chronisch kranken, körperlich beeinträchtigten und sozial auffälligen Tieren ein dauerhaftes zu Hause zu schenken. Besonders Meerschweinchen und Kaninchen würden so eine Chance auf Resozialisierung, einen Altersruhesitz oder einen Hospizplatz bekommen – wie Hugo. Das Kaninchen wird zwar schon auf auf etwa 5 – 7 Jahre geschätzt und ist somit schon ein Senior. Trotzdem will Sonja Steffen ihm ein schönes Lebensende schenken: „Da er so lebensfroh und so fit ist, kommt es uns nicht drauf, dann kämpft man eben solange das Tier kämpfen möchte.“ Die Hoffnung bleibt. Und der Tierschutzhof hofft auch, dass sich der Dieb besinnt und die wichtigen Spendengelder vielleicht ja doch noch zurückbringt. (kum)