Tschüss, bleihaltige Benzinluft

Start up aus Wales: Aus Oldtimern werden Elektroautos

Je länger ein Auto fährt, umso nachhaltiger ist es - am besten emissionsfrei

Wenn Richard Morgan über Oldtimer redet, beginnen seine Augen zu leuchten. Denn alte Autos sind seine Leidenschaft, er fuhr sieben Jahre lang Oldtimer-Rallyes. Zwei Sachen störten ihn an seinem Hobby: Autos blasen Treibhausgase in die Luft und sind damit für die globale Erwärmung mitverantwortlich. Und die alten Autos waren nach den Rallyes immer ziemlicher Schrott und er musste monatelang daran schrauben. Dann kam ihm die Idee: Ich mache einfach aus den Oldtimern Elektroautos. Dann sind die Autos super umweltfreundlich und die Motoren nahezu wartungsfrei. Sechs Jahre nach dieser Idee hat Richard Kunden aus der ganzen Welt.

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"Alle Teile raus, die stinken"

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Oliver Scheel (re) zu Besuch bei Richard Morgen, der schon 100 Oldtimer zu Elektroautos gemacht hat. Unter anderem diesen Bulli aus dem Jahr 1966.

Richard hat grandiose Wagen in seiner Halle. Sein Team besteht mittlerweile aus 11 Mechanikern, das wuselige Treiben wird sogar vom Discovery Channel in einer Doku begleitet. Zu seinen Kunden gehörte auch schon Slumdog-Millionair-Darsteller Dev Patel.

Ich sehe einen DeLorean auf einer Hebebühne und falle sofort in meine Jugendtage: Zurück in die Zukunft. Mit dem DeLorean sind der irre Professor Doc Brown und Marty McFly in die Zukunft gereist. Ein paar Meter weiter steht ein Gordon-Keeble, von dem hier parkenden Modell wurden nur 100 gebaut. Bald gibt es den ersten elektrischen.

„Zuerst schmeißen wir alle Teile aus den Autos raus, die stinken. Der Tank, der Motor, die Heizung, Ölleitungen. Dann schauen wir, wie viel Platz für den E-Motor ist und irgendwo müssen wir die Batterie verbauen. Meist gewinnen wir sogar etwas Platz. Der VW Bus zum Beispiel hat jetzt einen Kofferraum, wo vorher der Motor war“, strahlt Richard. Denn die Batterie hat er unter dem Sitz verbaut.

„Das Beste ist aber, dass der Motor völlig wartungsfrei ist. Da kann man locker 100.000 Meilen (etwa 160.000 Kilometer) mit fahren. Bei einem Oldtimer muss man ja ständig ran. Und mit dem neuen Motor haben die alten Autos eine viel bessere Leistung. Es macht auch einfach Spaß, damit zu fahren.“

Fast wie auf dem Rad - ich höre nur den Wind

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Alte Teile raus, neuer Motor und neue Batterie rein. Hört sich einfach an, dauert aber manchmal bis zu 6 Monate, wenn der Wagen auch noch restauriert wird.

Dass so ein umgebauter Oldtimer Spaß macht, erfahre ich dann im wahrsten Sinne des Wortes – bei einer Probefahrt. Ich höre nur den Wind, kein Motorgeheule. Wir surren einfach los. Fantastisch. Und die Reichweite ist mit mehr als 350 Kilometern sehr ordentlich. „Wenn man damit auf einen Campingplatz fährt, kann man da ja den Wagen laden. Man wacht morgens vollgetankt auf“, erklärt er.

Richards Idee ist im doppelten Sinne nachhaltig: Denn je länger ein Oldtimer fährt, umso nachhaltiger ist er. Dann müssen keine neuen Ressourcen für ein neues Auto genutzt werden. Und der bleihaltige Gestank der Oldies ist natürlich auch aus der Welt. Emissionsfreies Fahren mit alten Autos ist das umweltfreundlichste Autofahren, das es gibt.

„Ich liebe alte Autos. Aber elektrisch ist die Zukunft. Ich werde nie wieder einen Verbrenner fahren“, sagt er. Aber der Umbau hat ja nun auch seinen Preis, werfe ich ein. „Den hat ein neues Auto auch. Und die Ressourcen für das neue Auto lassen wir einfach im Boden.“ Da hat er recht.

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(osc)