Oxfam-Studie bringt interessante Zahlen

Wie die Reichen ganz einfach das Klima retten können

Das reichste Prozent verursacht doppelt so viel CO2 wie die ärmere Hälfte

Welt retten leicht gemacht: Wenn die Reichen ihren Lebensstil ändern und aufhören, durch die Welt zu jetten, wie verrückt zu konsumieren und dicke SUVs zu fahren, dann kann allein das reichste Prozent der Weltbevölkerung entscheidend dazu beitragen, den Klimawandel gering zu halten. Denn die Reichen sind laut einer aktuellen Studie von Oxfam die Hauptschuldigen am weltweiten CO2-Ausstoß.

Offam: CO2-Verbrauch der Wohlhabenden einschränken und ihr Geld in Klimapolitik einbauen

Der Klimawandel wird immer sichtbarer. Wir leben in der Zeit der größten Dürre seit Beginn der Wetteraufzeichnung.
Der Klimawandel wird immer sichtbarer. Wir leben in der Zeit der größten Dürre seit Beginn der Wetteraufzeichnung. © imago images/Jochen Tack, Jochen Tack via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Das reichste Prozent der Weltbevölkerung bläst einer Studie zufolge mehr als doppelt so viele klimaschädliche Kohlendioxid-Emissionen in die Atmosphäre wie die ärmere Hälfte der Menschheit zusammen. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Entwicklungsorganisation Oxfam vor der Generaldebatte der 75. UN-Vollversammlung in New York veröffentlichte. Oxfam forderte, den CO2-Verbrauch der Wohlhabenden einzuschränken, mehr in öffentliche Infrastruktur zu investieren und die Wirtschaft klimagerecht umzubauen.

Der Bericht konzentriert sich auf die klimapolitisch wichtigen Jahre von 1990 bis 2015, in denen sich die Emissionen weltweit verdoppelt haben. Die reichsten zehn Prozent (630 Millionen) seien in dieser Zeit für über die Hälfte (52 Prozent) des CO2-Ausstoßes verantwortlich gewesen, berichtete Oxfam. Das reichste Prozent (63 Millionen) allein habe 15 Prozent verbraucht, während die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung nur für sieben Prozent verantwortlich gewesen sei.

Politik muss aufhören, ständig Konsumanreize zu setzen

Es ist viel zu trocken, Flüsse fallen trocken, wie hier die Schwarze Elster in Brandenburg.
Es ist viel zu trocken, Flüsse fallen trocken, wie hier die Schwarze Elster in Brandenburg. Das reichste Prozent der Weltbevölkerung bläst der Oxfam-Studie zufolge mehr als doppelt so viele klimaschädliche Kohlendioxid-Emissionen in die Atmosphäre wie die ärmere Hälfte der Menschheit zusammen. © dpa, Patrick Pleul, ppl axs fgj

Die katastrophalen Folgen der Klimakrise seien schon heute vielerorts spürbar. „Verantwortlich dafür ist eine Politik, die auf Konsumanreize setzt, immerwährendes Wachstum verspricht und die Welt ökonomisch in Gewinner und Verlierer spaltet“, sagte Ellen Ehmke, Expertin für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland. „Für den Konsumrausch einer reichen Minderheit zahlen die Ärmsten den Preis.“

In Deutschland sind laut Oxfam die reichsten zehn Prozent oder 8,3 Millionen Menschen für 26 Prozent der deutschen CO2-Emissionen im untersuchten Zeitraum verantwortlich. Die mit 41,5 Millionen Menschen fünf Mal größere ärmere Hälfte der deutschen Bevölkerung habe mit 29 Prozent nur etwas mehr verbraucht. Ein Hebel im Kampf gegen den Klimawandel sei der Verkehr, insbesondere der Flugverkehr. Besonders kritisch sieht Oxfam Stadtgeländewagen (SUV), die zwischen 2010 und 2018 die zweitgrößten Emissionstreiber gewesen seien.

Steuern rauf für klimaschädliche Autos und Fliegerei

„Wir müssen die Klima- und die Ungleichheitskrise zusammen lösen“, sagte Ehmke. Der exzessive CO2-Verbrauch der Reichsten gehe auf Kosten aller und müsse eingeschränkt werden. „Steuern für klimaschädliche SUVs und häufiges Fliegen wären ein erster Schritt.“

Mehr zum Thema: Was macht die Klimakrise mit uns Menschen?

Der Klimawandel ist schlimmer als Corona

Bremst der Klimawandel unsere Golfstrom-Heizung aus?

Unsere Themenseite Klimawandel: Hier alle Themen zum Klimawandel