Erste Anlagen auf Island installiert

Wichtiges Element gegen die Erderwärmung: Der CO2-Sauger

von Oliver Scheel und Christian Häckl

Wenn wir die Erderwärmung in den kommenden Jahrzehnten auf weniger als 2 Grad begrenzen wollen, dann müssen wir nicht nur die Emissionen von Kohlendioxid (CO2) stark reduzieren, sondern bestenfalls sogar aktiv CO2 aus der Atmosphäre holen. Das ist bereits jetzt möglich. Auf Island ist seit einem Jahr eine solche Filteranlage in Betrieb. Orca nennt sich das Projekt.

Wie die Anlage genau funktioniert, sehen Sie im Video.

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Das Prinzip ist sogar recht simpel

Das Prinzip ist eigentlich recht simpel: Das Kohlendioxid wird aus der Luft gesaugt und setzt sich an Stäben fest. So gebunden kann es in den isländischen Boden gepresst werden, wo es innerhalb von nur zwei Jahren versteinert. Die Anlage wird CO2-neutral mit Geothermie betrieben, damit sie auch wirklich effizient ist und nicht im Betrieb neues CO2 freisetzt.

Ausführliche Infos: Können wir mit Geo-Engineering wirklich die Erderwärmung stoppen?

Weitere viel effizientere Anlage folgt 2024

co2 sauger island
So sieht Orca aus: die CO2-Filteranlage auf Island

Dieser Prototyp filtert 4.000 Tonnen CO2 im Jahr. Das ist natürlich sehr wenig im Vergleich zu den 36,4 Milliarden Tonnen, die die Menschheit etwa 2019 in die Atmosphäre blies. Aber es ist ein Anfang.

Schon im Jahr 2024 wird eine viel effizientere Anlage ihren Betrieb aufnehmen. Die wird dann schon 36.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr filtern und zu Gestein machen.

Lese-Tipp aus einem weiteren Klima Update: Sonnenstrahlung reduzieren und CO2 einfangen: Das ist Geo-Engineering

Am besten ist, CO2 erst gar nicht entstehen zu lassen

Das Unternehmen, das die Anlage auf Island gebaut hat, kommt aus der Schweiz und heißt Climeworks. So gut die Idee ist, ist es doch immer noch am schlauesten, so viel CO2 wie möglich erst gar nicht in die Luft zu entlassen. Wenn die Energiewende wirklich ins Rollen kommt und wir immer weniger Kohlendioxid freisetzen, dann können wir mit dem Filtern des Klimagases weitere Schritte gehen.

Momentan wird aber schon munter geforscht auf diesem Gebiet, das wir Geo-Engineering nennen. Und es gibt auch Fortschritte. Generell gibt es zwei Handlungsfelder: zum Einen kann die Intensität der Sonneneinstrahlung reduziert werden. Dann heizt es sich nicht so stark auf. Zum Zweiten suchen Wissenschaftler nach Möglichkeiten, CO2 zu binden. Beide Möglichkeiten können helfen, die Erderwärmung zu begrenzen. Wir sollten und aber nicht auf Technik allein verlassen. Eine erfolgreiche und vor allem schnelle Energiewende und CO2-Minimierung sind unabdingbar, wenn wir die Pariser Klimaziele halbwegs erreichen wollen.

Mehr Details in einem anderen Klima-Update: Wir könnten CO2 auch als Rohstoff nutzen

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(osc)