Der Frühling taucht ab

Regengüsse samt Blitz und Donner läuten Wetterumschwung ein - 20 Grad außer Reichweite

von Martin Pscherer und Claudia Träger

Der April hat uns in den letzten Tagen mit viel Sonnenschein verwöhnt. Die Temperaturen dazu waren nicht ganz gerecht verteilt, der Nordostwind drückte die Temperaturen, aber dem Gesamteindruck „frühlingshaft“ wird wohl niemand widersprechen. Jetzt steht allerdings ein Wetterwechsel an. Das ausdauernde Hoch SPIRO, das wie angeklebt über Nordeuropa unser Wetter bestimmte, fühlt sich nicht mehr für Deutschland zuständig. Es wird nasser und kühler.

Seit Samstagnachmittag ziehen im äußersten Süden und Südwesten immer dichtere Quellwolken auf. Tief THALKE zieht nämlich von Spanien über Frankreich nach Deutschland und bringt feuchte Luft mit. So bilden sich schon erste Schauer oder Gewitter vom Schwarzwald bis zum Alpenrand.

Die Grafik zeigt die Regenmengen am Samstag.
Im Süden brauen sich Gewitterwolken zusammen.

Und das ist dann Blutregen?

Dabei legen sich dann auch noch Reste von Saharastaub, den Tief SIMONE in den Süden geschickt hat, auf Autos, Fensterbänke usw.. Aber auch der Blütenstaub hinterlässt derzeit ja seine gelblichen Spuren – deswegen: alles halb so wild, kein Vergleich zum Blutregen-Ereignis mit orangefarbenen Himmel vor ein paar Wochen.

Lese-Tipp: Saharastaub und Blutregen - Luft aus Nordafrika über Deutschland

Sonntag: Schauer und Gewitter breiten sich aus, 20 Grad in weiter Ferne

Am Sonntag ist in der Südhälfte von Sonnenschein dann nicht mehr so viel zu sehen. Im Norden ist es am freundlichsten, aber besonders in der Mitte hat die Sonne wenig Chancen gegen dichte und dicke Wolken, aus denen es häufig regnet. Im Süden gesellen sich zum Sonne-Wolken-Mix mächtige Quellwolken mit einzelnen Schauern oder Gewittern.

Wie heftig wird es denn? „Da können in wenigen Stunden 20 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen, und auszuschließen ist auch nicht, dass mal ein Keller voll läuft, aber eine ausgewachsene Unwetterlage ist das – nach jetzigem Stand – nicht“, sagt Meteorologe Martin Pscherer. Nördlich der Mittelgebirge ist es ohnehin netter.

Die Grafik zeigt die Regen-Verteilung am Sonntag.
Der April kann doch noch Regen.

Der Tipp für Sonntagsausflüge vom Meteorologen: „Die sollten besser in der Nordhälfte stattfinden. Hier kommen nur einzelne Schauer runter und die Sonnenanteile sind größer. Allerdings: Es wird von Norden her frischer.“ Denn zwischen Hoch SPIRO und Tief THALKE wird kühlere Luft aus Nordost angezapft. Im Südwesten und Westen werden nur noch höchstens 16 Grad, an der Ostsee unter 10 Grad erreicht. Der Frühling legt eine Pause ein.

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