Kälte durch Wetterphänomen

Wetterphänomen La Niña: Dürfen wir auf weiße Weihnachten hoffen?

Schneit es Weihnachten 2020?

Lang ist es her, dass wir uns über weiße Weihnachten freuen konnten. Genau genommen bereits zehn Jahre. Im „Kältejahr“ 2010 stimmten die Bedingungen zuletzt, damit es in der besinnlichen Zeit schneite. Auch für RTL-Meteorologe Christian Häckl ist es nach zehn Jahren wieder an der Zeit für eine weiße Weihnacht. Ob es wirklich so ist, bleibt aber noch abzuwarten, da die Prognosen für den Winter natürlich noch nicht aussagekräftig sind und wir ja erstmal noch den Herbst vor der Nase haben. Ein Indiz für Kälte und somit auch für Schnee an Weihnachten könnte das Auftreten des La-Niña-Wetterphänomens sein. Was steckt dahinter und wie stehen die Chancen?

2020 eines der wärmsten Jahre der Wettergeschichte

ARCHIV - 08.12.2014, Bayern, Unterjoch: Ein geschmückter Christbaum steht bei Unterjoch (Bayern) im Garten eines Bauernhofes. (Zu dpa Faktencheck «Gab es früher tatsächlich öfter weiße Weihnachten?») Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk
Die Chancen auf weiße Weihnachten sinken. © dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh soe sab wst

Der meteorologische Sommer ist zu Ende gegangen und das Wetter nähert sich immer mehr dem Herbst an. In diesem Jahr könnte La Niña im tropischen Pazifik eine Rolle spielen. Das Phänomen führt oftmals zu einer Zunahme der Regen- und Schneefällen sowie von Stürmen in verschiedenen Regionen der Welt und tritt alle zwei bis sieben Jahre auf. Einfach ausgedrückt ist La Niña die kalte Version von El Niño und wird durch Temperaturabweichungen (zu warm,zu kalt) im Pazifik bestimmt. 

Die UN-Weltorganisation für Meteorologie (WMO) legt sich nun allerdings fest. „2020 bleibt auf dem besten Weg, eines der wärmsten Jahre der Geschichte zu werden, mit vielen extremen Wetterereignissen, die von sengenden Temperaturen und Waldbränden bis hin zu verheerenden Überschwemmungen und Hitzewellen im Meer reichen“, erklärte der Chef der WMO, Petteri Taalas. Trotz eines kühlenden Effekts durch das La-Niña-Wetterphänomen erwarten die Experten der WMO für den Rest des Jahres 2020 weltweit erhöhte Temperaturen.

Chancen für La Niña sinken laut WMO

Selbst ein Auftreten des Wetterphänomens ist für die Organisation nicht gesichert. Die Chance, dass La Niña auftritt, beziffert die WMO mit 60 Prozent. Und die Wahrscheinlichkeit soll sogar im vierten Quartal 2020 noch sinken. Dann läge die Chance nur noch bei 55 Prozent. Auf La Niña sollte man sich offenbar nicht verlassen, wenn man auf weiße Weihnachten hofft. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich ja zuletzt.
Das letzte Mal trat der La-Niña-Effekt zwischen November 2017 und April 2018 auf und war eher schwach ausgeprägt. 

Was passiert bei La Niña?

Die zu kalten Werte in der La Niña-Phase über dem tropischen Pazifik (rund um den Äquator) sorgen normalerweise im Durchschnitt für eher hohen Luftdruck über dem Nordpazifik und tieferen Luftdruck in Kanada über dem nordamerikanischen Kontinent. Diese Druckverteilung hat dann auch Auswirkungen auf den Atlantik und Europa. Vor allem Mittel- und Südwesteuropa hätten dann im Mittel eher Tiefdruck, in Nordeuropa Hochdruck. 

Normalerweise bedeutet tiefer Druck in unseren Breiten eher milderes und wechselhaftes Wetter. Die Chancen auf Kälte und Schnee sind also geringer. Bei hohem Luftdruck wie über Nordeuropa ist dort mehr Kälte drin. 

Fazit zu Schnee und Kälte im Winter 2020/2021

Natürlich ist es noch viel zu früh, um eine Aussage über den Winter zu machen. Dass uns La Niña einen kalten und vielleicht sogar schneereichen Winter nach Mitteleuropa und Deutschland bringt, scheint aber recht unwahrscheinlich. Immerhin kann uns dieses Wetterphänomen mal einen durchschnittlichen Herbst bringen. Das deckt sich sogar mit der Herbstprognose 2020 der NOAA.