Wetterlexikon: CO2-Steuer

 FOTOMONTAGE, Tonnen mit Aufschrift CO2 und Eurozeichen, Symbolfoto Klimawende und CO2-Bepreisung  PHOTOMONTAGE, tons with inscription CO2 and Euro sign, symbol photo climate change and CO2 pricing
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Warum eine CO2-Steuer?

Ein Mann namens Charles David Keeling erbrachte mit seinen Messungen den Nachweis, dass sich die Konzentration von Kohlenstoffdioxid (CO2) durch menschengemachte Emissionen seit der Industrialisierung stetig erhöht hat. Die Luft nimmt die Emissionen sehr viel besser auf als die Weltmeere, die der viel größere Speicher sind. Dadurch gerät das natürliche CO2-Gleichgewicht zwischen Meer, Land und Luft ins Wanken. Mittlerweile ist auch klar, dass der immer größere Anteil von CO2 in der Atmosphäre maßgeblich zur globalen Erwärmung beiträgt. Mittlerweile ist das Klima dem Kipppunkt ziemlich nahe. Daher müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Eine dieser Maßnahmen ist eine CO2-Steuer.

Je schädlicher, desto unrentabler

Eine CO2-Steuer wird pro Tonne nach Umfang des Kohlenstoffdioxidausstoßes erhoben. Die Produktionskosten CO2-intensiver Waren steigen also. Die Produkte werden teurer. So soll Industrie und Verbrauchern ein deutliches Signal gegeben werden: Die Produktion und somit der Verbrauch dieser Waren schaden der Umwelt. Der Verbraucher soll dazu bewegt werden, auf andere, weniger CO2-erzeugende Produkte umzusteigen. 

Die Unternehmen sollen durch die Abgabe dazu bewegt werden, auf Produktionswege und Technologien umzusteigen, die weniger CO2 erzeugen. Herstellungsverfahren, die auf den ersten Blick wirtschaftlich nicht so rentabel sind, sollen attraktiver werden. Beziehungsweise umgekehrt: Der rentabelste, aber schädlichste Weg soll durch den steigenden Preis unattraktiver werden. Unter dem Strich soll eine deutlich geringere CO2-Emission stehen.

Wie hoch soll eine CO2-Steuer sein?

Die effektivste Höhe einer Steuer pro Tonne CO2 wäre genau der Betrag, den der Ausstoß einer Tonne an Schäden anrichtet. Aufgrund der Komplexität der Einflüsse auf Mensch und Natur ist die Höhe dieses Betrages aber nur schwer zu bestimmen. Das Bundesumweltamt schätzte den Schaden einer Tonne CO2 unter Einbeziehung zahlreicher Parameter mit seiner Methodenkonvention 3.0 auf ca. 180 Euro, andere Berechnungen weichen davon jedoch zum Teil erheblich ab.

Wie sehr eine CO2-Steuer die Kohlenstoffdioxidemissionen wirklich senkt, lässt sich nicht eindeutig sagen. Mit einer Besteuerung ergreift der Staat ein marktwirtschaftliches Mittel. Das heißt er nimmt Einfluss auf den Preis, nicht aber auf die Emissionsmenge. Wie stark der Effekt der oben genannten erhofften Entwicklungen ist, welche Innovationen stattfinden, wie viel diese kosten, welche wiederum negativen Auswirkungen sie auf das Klima haben, wie sich das Verhalten der Verbraucher verändert, ist schwer zu bestimmen.

Was könnte eine CO2-Steuer bewirken?

Mit dem marktwirtschaftlichen Instrument einer Steuer auf CO2-Emissionen nimmt der Staat einen Eingriff in den Wettbewerb vor. Unternehmen, die unter hohem Kohlenstoffdioxidausstoß produzieren, haben höhere Produktionskosten. Diese Kosten geben sie – wenn möglich – höchstwahrscheinlich an die Kunden weiter, um keine Verluste zu machen. Sie sind zumindest kurzfristig nicht mehr so konkurrenzfähig, vor allem im internationalen Vergleich zu Unternehmen in Ländern ohne oder mit einer geringeren CO2-Steuer. 

Eine Umstellung auf alternative Technologien ist wiederum mit weiteren Kosten verbunden. Unternehmen könnten deshalb ihren Standort in ein Land ohne CO2-Steuer verlegen, was einen Verlust von Arbeitsplätzen zur Folge hätte und Innovationen verzögern würde. Da der Markt jedoch von sehr vielen verschiedenen Faktoren bestimmt wird, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen, wie sehr sich eine CO2-Steuer auswirkt.